Herold Juli 2020

Verstehst du, was du liest? – Herold Juli 2020

Die Bibel ist ein einzigartiges Buch. Sie ist das einzige Buch, das man als „heilig“ bezeichnen kann, denn sie wurde als einziges Buch von dem wahren, alleinigen Gott inspiriert und ist daher irrtumslos und zuverlässig in allem, was sie uns über Gott, seine Person und sein Handeln – in der Schöpfung, der Geschichte und insbesondere hinsichtlich der Erlösung – bezeugt.

Die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde von Menschen verfasst – aber von Menschen, die zu Gott gehörten, die an Ihn glaubten und die Gott mit seinem Geist erfüllt hat, damit sie beim Schreiben der Texte von Ihm geführt und geleitet wurden (vgl. 2Petr 1,21). Jeder dieser biblischen Texte verfolgt ein ganz bestimmtes Anliegen (wie etwa einen Bericht über ein Ereignis wiedergeben, ein zukünftiges Ereignis voraussagen). Doch das besondere an den biblischen Texten ist, dass sie uns Wahrheiten über Gott weitergeben, die für jeden von uns für immer verborgen geblieben wären, hätte Gott in Seiner Gnade nicht entschieden, sie uns zu offenbaren (vgl. 1Kor 2,6-16).

Leider lesen und interpretieren Menschen häufig die Bibel auf eine Weise, bei der sie sich dieser Einzigartigkeit der biblischen Texte und ihres Zweckes nicht bewusst sind – teils mit sehr negativen Folgen. Wenn Jesus zum Beispiel seinen Jüngern sagt: „Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren“ (Joh 12,25), ist dann unsere richtige Interpretation und Reaktion die, dass wir uns bewusst ungesund ernähren, beim Autofahren die Gegenfahrbahn nutzen und jeden Morgen verfluchen, an dem wir gesund erwachen? Und wie passt Jesu Aussage dann zu Paulus’ Aufforderung, für Regierende zu beten, „damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können“ (1Tim 2,2-3)?

Um Gottes Wort richtig zu verstehen, müssen wir deshalb zuerst lernen, seine Texte richtig zu erfassen; dazu gehört es, Verse in ihrem Zusammenhang und im Kontext der gesamten Bibel zu betrachten.

In dieser Herold-Ausgabe geht es um Gottes Wort, das nicht missverständlich ist, das wir aber leicht missverstehen können, wenn wir es nicht mit Sorgfalt und unter Gebet lesen. Dazu haben wir einige Bibelverse ausgewählt, die, wenn sie missverstanden werden, zu Problemen führen können, obwohl sie von Gott gegeben wurden, um uns seine große Liebe und Gnade im Evangelium vor Augen zu führen.

Inhalt

Die Klarheit der Schrift

In diesem Artikel erklärt Gregg Allison warum die Bibel von ihrem Wesen her klar zu verstehen ist.

Gott hat einen Plan für dich, und der ist immer gut!

Kevin Gardner legt in seinem Artikel den bekannten Vers aus Jeremia 29,11 aus, wo wir lesen: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Das „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Prinzip ist eines der missverstandenen Konzepte des Alten Testaments. Andreas Münch beleuchtet den Kontext der entsprechenden Bibelstellen und erklärt, wie wir diese Verse zu verstehen haben.

Laodizea – Blind für den eigentlichen Segen

Benjamin Schmidt legt Offenbarung 3,17-18, eines der sieben Sendschreiben, aus und zeigt dabei, wie wichtig für das Verständnis der Bibel die Kenntnis des historischen Kontextes ist.

Kein Leid wird dich treffen

Eine Andacht von Charles Haddon Spurgeon über Psalm 91,7-10, in der der „Fürst der Prediger“ die alttestamentlichen Verheißungen im heilsgeschichtlichen Kontext deutet.

Der Herold kann auf Spendenbasis bei uns bestellt werden.