Freude über die Dreieinigkeit

„Wir können nicht erwarten, dass Menschen Gott über alles lieben, wenn sie nicht zuvor erkannt haben, dass Er begehrenswerter ist als alles andere.“ Diese Worte schrieb der große Liederdichter Isaac Watts. Und damit lag er ganz richtig. Denn wir Menschen lieben immer das, was uns am begehrenswertesten erscheint. Seien es Gott, Geld, Sex oder Anerkennung – wir lieben und leben für das, was unser Herz vereinnahmt.

Aber kann Gott überhaupt die Attraktivität aller anderen schönen Dinge übertreffen? Wäre ein unitarischer Gott dazu in der Lage? Wohl kaum. Denn würde Gott nur aus einer Person bestehen, dann müsste er per Definition die Ewigkeit in absoluter Einsamkeit verbracht haben, weil es keine andere Person gab, mit der dieser Gott hätte kommunizieren können. Erst die Schöpfung hätte ihn vor der Einsamkeit befreit.

Ein solcher Gott könnte auch keine tiefe Liebe zu anderen empfinden, weil diese Liebe nicht seinem ureigensten Wesen entspräche. Dieser Gott könnte unsere Anbetung fordern, aber er könnte nicht unsere Herzen gewinnen. Wir müssten ihm zähneknirschend dienen.

Wie wundervoll anders ist doch der wahre, dreieinige Gott! In Johannes 17,24 spricht Jesus davon, wie der Vater Ihn bereits vor Grundlegung der Welt geliebt hat. Hier gibt Christus uns einen Einblick in das Wesen des dreieinigen, lebendigen Gottes – des Vaters, der den Sohn von Ewigkeit her geliebt und über den Er Seinen Geist der Liebe und des Lebens ausgegossen hatte. Hier ist der Gott der Liebe, der so voller Leben und Segen ist, dass Er von Ewigkeit her davon überfließt. In dem dreieinigen Gott haben wir einen Gott, der uns allein unendlich zufrieden stellen kann, der der Hauptquell aller Güte, aller Wahrheit und aller Schönheit ist.

Das bedeutet, dass der dreieinige Gott selbst die gute Nachricht ist! Denn Er ist kein grausamer, fordernder Gott, sondern ein Herr voller Gnade und Barmherzigkeit, einer, der tatsächliche Errettung bringt – eine Errettung, die für einen nicht-dreieinigen Gott unerreichbar wäre!

Stellen wir uns für einen Moment einen Gott vor, der nur aus einer Person besteht. Wenn dieser Gott eine Ewigkeit alleine verbrachte, würde er dann Gemeinschaft mit uns haben wollen? Das scheint mir sehr unwahrscheinlich! Würde er überhaupt wissen, was Gemeinschaft ist? Vermutlich nicht! Solch ein Gott mag uns vielleicht gestatten, unter seiner Herrschaft und seinem Schutz zu leben, aber mehr auch nicht. Denken wir an die ungewisse Hoffnung der Muslime oder der Zeugen Jehovas: sie selbst mögen ihrer Ansicht nach am Ende vielleicht ins Paradies gelangen, aber auch dort werden sie keine wahre Gemeinschaft mit ihrem Gott erleben. Ihr Gott ist unnahbar.

Aber wenn Gott ein Vater ist, dessen ureigenstes Wesen die Liebe und Freude an seinem Sohn ist, dann begegnet uns ein Gott, der weitaus wunderbarere Ziele hat – der uns in seine Gemeinschaft und in seine Freude mit hineinnimmt, der usn mit derselben tiefen Liebe in Empfang nimmt, die Er auch für seinen geliebten Sohn empfindet.

Tatsächlich bietet mir dieser Gott keine Beziehung an, bei der ich mich anstrengen müsste seine Gunst zu erhalten oder bewahren, indem ich mich einwandfrei verhalte. Nein, sein Wort sagt:

So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

Johannes 1,12

Und mit diesem Recht, seine Kinder zu sein, erhalten wir auch die Garantie, dass Er uns für alle Zeit seine Liebe bewahren wird.

Der ewige vom Vater geliebte Sohn Gottes kommt zu uns, um uns dieselbe Liebe zu geben, die Er vom Vater empfangen hat. Er gab sein Leben, damit wir vor dem heiligen Gott leben können – und zwar nicht nur als gerechtfertigte Sünder, sondern auch als seine geliebten Kinder, die den Geist empfangen haben, durch den wir rufen: „Abba, lieber Vater!“ (Gal 4,6).

Der wahre Gott, der unendlich schöner ist als all die von Menschen erdachten Götter, bietet uns eine unendlich schönere Erlösung an, als wir Menschen usn je erdenken könnten. Er ist es, der unsere verwirrten Herzen zurückgewinnen kann, indem Er uns zeigt, wer Er wirklich ist. Denn Er allein ist fähig, Sündern auf der Suche nach Erlösung die tiefste Hoffnung und den tiefsten Trost zu geben.

Die göttliche Dreieinigkeit ist daher kein merkwürdiger, nebensächlicher Glaubensgrundsatz ohne Bezug zum Leben – nein, Gott ist schön, begehrenswert und lebensspendend, gerade weil Er der Vater, der Sohn und der Heilige Geist ist. Nur in Ihm finden wir einen Gott, dessen Wesen Liebe ist und der sein eigenes Leben und seine Freude mit uns teilt. Ihn zu erkennen ist das ewige Leben (vgl. Joh 17,3).

Johannes Calvin schrieb einmal, dass jeder Versuch, über Gott nachzudenken, ohne dabei über den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist nachzudenken, nur dazu führt, dass „der bloße und leere Name ‚Gott‘ in unseren Gehirnen herumhuscht, ohne dabei wirklich an den wahren Gott zu denken“. So ist es! Wer sich damit begnügt, vage oder abstrakt von Gott zu sprechen, ohne den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist mit einzubeziehen, der wird niemals das Leben, die Schönheit und den Trost der wahren Gotteserkenntnis erfahren.

Von Gott und zu Ihm hin sind unsere Herzen erschaffen. Daher kann nur Er allein unsere Herzen wegziehen von den ziellosen, sündigen Begierden, die unser Leben zerstören und uns versklaven. Und nur Er kann uns zu sich ziehen, damit wir Ihm die unendliche und unübertreffliche Erfüllung finden.


From Ligonier Ministries and R.C. Sproul. © Tabletalk magazine.

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