Die Psalmen – Herold November 2020

Poesie hat eine ganz besondere Kraft.

Seien es Lieder oder Gedichte, es gibt vermutlich keinen Menschen, der nicht von ihnen beeindruckt ist. Im Grunde ist es schon erstaunlich, dass Poesie überhaupt existiert. Für mich ist sie ein Gottesbeweis neben vielen. Denn wäre die Welt tatsächlich durch einen evolutionären Zufallsprozess entstanden, gäbe es keine Poesie. In einer rein materialistischen Welt ohne Gott, wie es die Moderne darstellen will, sind Dinge wie Poesie und Kunst völlig überflüssig. Poesie spricht den inneren Menschen an – das, was die Bibel Seele nennt, den Menschen lebendig macht und laut moderner Sichtweise gar nicht existieren soll. Durch sie drücken wir Stimmungen aus und beeinflussen Stimmungen in einer Weise, wie es die Prosa niemals kann. Denn Poesie ist in den meisten Fällen auch etwas sehr Persönliches.

Daher ist es auch kein Wunder, dass auch in Gottes Wort Poesie einen ganz besonderen Stellenwert hat. Die poetischen Bücher der Bibel finden wir im Alten Testament, angefangen bei Hiob über die Psalmen, Sprüche, das Buch Prediger und das Hohelied. Das bekannteste und umfangreichste Buch davon sind die Psalmen. Sie bilden das „Herzstück“ der Bibel – denn wir finden sie nicht nur in der Mitte unserer Bibeln, sondern sie offenbaren uns auch, wie kaum ein anderes biblisches Buch, die Herzen, Gedanken und Empfindungen der Gläubigen.

In dieser Ausgabe möchten wir bestimmte Seiten, Schwerpunkte und Aspekte der Psalmen betrachten. Bei insgesamt 150 Psalmen versuchen wir gar nicht erst, dem ganzen Schatz dieser geistlichen Lieder auf nur acht Seiten gerecht zu werden. Wir möchten aber gerne das tun, was auch Ziel der Psalmen ist: über den großen Gott staunen und andere zum Staunen über Ihn bringen.

Denn wer ist wie der HERR, unser Gott, der hoch oben thront in der Höhe, der niederschaut in die Tiefe – auf Himmel und Erde; der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, dass er ihn sitzen lasse neben Fürsten und Edlen seines Volkes.

Psalm 113,5-8

Möge Gott dieses Staunen und Loben in uns durch Sein Wort wecken!

Inhalt

Der Wert der Psalmen

Benjamin Schmidt zeigt uns in seinem Artikel auf, was die Psalmen so besonders macht und wie wir sie in unseren Alltag verwenden können.

Gott, der Poet

Warum gebraucht Gott in der Bibel so häufig eine poetische Sprache? John Piper hat sich einige Gedanken dazu gemacht.

Die Psalmen – eine „kleine Bibel“

Der Reformator Martin Luther erklärt, warum die Psalmen eine „kleine Bibel“ innerhalb der Bibel ist.

Gottes Treue hilft in Not

Viele der Klagepsalmen wissen wir erst in Notsituationen wirklich zu schätzen. Der Alttestamentler Tremper Longman III. berichtet, wie die Klagepsalmen seinen Glauben stärkten.

Christus in den Psalmen

Jesus selbst bezeugte, dass das Alte Testament von Ihm spricht. Doch inwieweit trifft das auf die Psalmen zu. Andreas Münch zeigt drei Wege auf, Christus in den Psalmen zu entdecken.


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