Die Lehre von der göttlichen Dreieinigkeit

Das Alte Testament setzt ganz klar voraus, dass nur ein einziger Gott existiert. Er ist der Schöpfer aller Dinge. Er hat sich selbst offenbart und Ihm allein gebührt alle Anbetung und Er verdient unsere Liebe (vgl. z. B. 5Mose 6,4-5; Jes 44,6-45,25).

Das Neue Testament stimmt damit völlig überein (vgl. Mk 12,29-30; 1Kor 8,4; Eph 4,6; 1Tim 2,5), allerdings gewährt es uns noch einen tieferen Einblick, indem es uns diesen einen Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist offenbart, die gemeinsam die Welt und alles in ihr erschaffen haben, und die auch gemeinsam die Errettung des in Sünde gefallenen Menschen vollbringen (vgl. Röm 8; Eph 1,3-14; 2Thess 2,13-14; 1Petr 1,2).

Der Begriff „Dreieinigkeit“

Der kirchengeschichtliche Begriff „Dreieinigkeit“ oder „Trinität“ (letzterer kommt vom lateinischen Wort „trinitas“, was man mit „Dreifachheit“ übersetzen kann) wurde formuliert, um diese unerklärliche Wahrheit zumindest ein wenig begreifbar zu machen. Da wir es hier direkt mit Gottes ewigem Wesen zu tun haben und deshalb sicherlich mit den kompliziertesten Wahrheiten konfrontiert werden, wäre es sehr anmaßend, die Dreieinigkeit erklären zu wollen. Aber nur weil sie nicht erklärbar ist, heißt dies nicht, dass sie nicht vollkommen wahr wäre!

Viele behaupten, die Lehre von der Dreieinigkeit entstamme reinen Gedankenspielereien. Dabei liefert uns das Neue Testament viele vereinzelte Aussagen und Begebenheiten, die, gemeinsam betrachtet, zur unausweichlichen Feststellung dieser Wahrheit geführt haben. Schauen wir uns einige dieser Stellen an:

Jesus ist Gott

Jesus betete selbst zum Vater und zeigte damit, dass Er selbst nicht der Vater ist. Doch zugleich gibt Er sich seinen Jüngern als Gott zu erkennen; Er fordert sie auf, an seine Göttlichkeit zu glauben und nimmt Anbetung und Ehre von ihnen entgegen – etwas, das ausschließlich Gott zusteht (vgl. Joh 20,28-31; Apg 7,59; Röm 9,5; 10,9-13; 2Kor 12,7-9; Phil 2,5-6; Kol 1,15-17; 2,9; Hebr 1,1-12; 1Petr 3,15).

Der Heilige Geist ist Gott

Gegen Ende seines öffentlichen Dienstes versprach Jesus seinen Jüngern, dass Er einen „anderen Tröster“ schicken würde (wobei Jesus der erste „Tröster“ war). Die Formulierung „Tröster“ zeigt, dass es sich hierbei um eine Person handelt, die als Seelsorger, Anwalt, Helfer, Fürsprecher, Unterstützer und Beistand fungiert (vgl. Joh 14,16-17.26; 16,7-15). Im weiteren Verlauf wird klar, dass dieser „Tröster“ der Heilige Geist ist, der an Pfingsten auf die Gemeinde Jesu kam. In Ihm tritt die dritte Person der Gottheit in Erscheinung. Ein weiteres Indiz für die Gottheit des Heiligen Geistes ist die Aussage des Petrus in Apostelgeschichte 5,3-4. Dort verdeutlicht der Apostel, dass jeder, der den Heiligen Geist belügt, automatisch Gott belügt.

Einen weiteren Hinweis finden wir in dem Missionsbefehl Jesu. Hier fordert Jesus seine Jünger auf, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden und die Gläubigen „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen. „Im Namen“ steht hier im Singular. Es handelt sich also um den einen Namen des einen Gottes, der Vater, Sohn und Heiliger Geist ist und der von den Gläubigen bekannt werden soll.

Auch im Zusammenhang mit Jesu eigener Taufe treten die drei genannten Personen der Dreieinigkeit in Erscheinung: Der Sohn ist dem Vater gehorsam und lässt sich taufen, der Vater bekennt sich öffentlich zu dem Sohn und der Heilige Geist kommt über den Sohn, um ihn für den Beginn seines öffentlichen Dienstes zu salben (vgl. Mk 1,9-11).

In seinem Brief an die Korinther segnet Paulus die Gemeinde mit den Worten:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

2. Korinther 13,14

Diese gerade genannten Bibelabschnitte gehören zu den Stellen, die uns die Rechtmäßigkeit von der Lehre der Dreieinigkeit am deutlichsten zeigen. Denn auch wenn die Bibel nicht explizit den Begriff „Dreieinigkeit“ verwendet, wird diese Wahrheit, dass es nur einen Gott gibt, der sich uns in drei Personen offenbart, ganz klar bekannt. Deshalb ist es auch nicht egal, ob man diese Wahrheit als biblische Lehre ansieht oder nicht. Schließlich handelt es sich um eine Lehre, die Gott selbst betrifft. Eine Lehre, die im Alten Testament schwach angedeutet und im Neuen Testament klar geoffenbart wird.

Unbegreiflich aber wahr

Wie bereits gesagt, handelt es sich hierbei um eine Wahrheit, die unseren Verstand weit übersteigt. Selbst der Begriff „Personen“, in Bezug auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist greifen viel zu kurz. Es existiert nur ein Gott, der sich nicht einfach auf dreierlei Weise offenbart, als würde Er drei verschiedene Rollen spielen, sondern der von Ewigkeit her dreifältig ist, wobei jede der drei „Entfaltungen“ der einen Gottheit den anderen in nichts nachsteht – nicht in Göttlichkeit, nicht in Macht, nicht in Herrlichkeit oder was sonst och Gottes gewaltiges Wesen umfasst. Es sind auch keine drei Götter, die irgendwie zusammenhängen. Es ist ein Gott – der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

So weit offenbart sich Gott selbst in seinem Wort und so weit wollen wir gehen, in dem Wunsch, Gott mehr zu erkennen, Ihn zu lieben und zu verehren und anderen von ihm zu erzählen. Weiter wollen und dürfen wir nicht gehen.

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Benjamin Schmidt

Missionsleiter

Benjamin Schmidt ist verheiratet mit Hanna und Vater von zwei Töchtern und einem Sohn. Er ist Leiter der Herold-Schriftenmission sowie verantwortlich für die Zeitschrift Herold.

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