Die Fülle der Herrlichkeit Jesu erleben

„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit […] Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade“ (Joh 1,14-16).

Das Kommen Jesu in diese Welt, das wir in wenigen Wochen feiern werden, war so etwas wie eine Grenzsteinlegung inmitten der Weltgeschichte; die langersehnte Erfüllung von Gottes großer Verheißung. Gott selbst offenbart uns Seine Herrlichkeit in Seinem ewigen und einzigen Gottessohn Jesus Christus. Die Begegnung mit Jesus beschreibt der Apostel Johannes im Rückblick mit überwältigenden Worten. Er bezeugt, dass Jesus die sichtbare Herrlichkeit Gottes ist, und zwar eine Herrlichkeit voller Gnade und voller Wahrheit!

Betrachtet man die Ereignisse in den Evangelienberichten, dann fällt sofort auf, dass die meisten der damaligen Augenzeugen für Jesu Herrlichkeit völlig blind waren. Ja, sie erlebten die großartigen Wunder, die Jesus tat, sie staunten über seine Worte, und doch blieb ihr Blick an diesen äußeren Geschehnissen hängen. Wenig später kamen seine Zeitgenossen sogar zu der Überzeugung, dass Jesus nichts weiter als ein Hochstapler und Gotteslästerer sein, den man töten müsse. Paulus schreibt einige Zeit später: „… wenn sie die Herrlichkeit Jesu erkannt hätten, dann hätten sie den Herrn der Herrlichkeit sicher nicht gekreuzigt“ (1Kor 2,8). Für sie hatte Jesu Person, Sein Wirken und auch sein Tod nichts mit göttlicher Herrlichkeit zu tun. 

Doch für einige wenige – in dieser Welt unbedeutende Männer und Frauen – war Jesus Christus, Seine Person, Sein Wirken und auch Sein Tod der deutlichste Beweis für Gottes Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit. Ihnen hatte Gott es aus Gnade durch den Geist offenbart, dass in Christus „die ganze Fülle der Gottheit“ wohnt und in Ihm „alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind“ (vgl. 1Kor 2,10; Kol 2,3.9). Und weil Gottes Herrlichkeit alle Schönheit, alle Pracht, alle Majestät, allen Glanz in dieser Welt unendlich weit überragt, war es das Anliegen dieser Männer und Frauen, selbst noch mehr von Jesu Herrlichkeit zu erkennen und auch andere auf Jesu Herrlichkeit aufmerksam zu machen, mit der Bitte, dass Gottes Geist, durch die Predigt auch andere von ihrer geistlichen Blindheit heilt. 

Aber worin besteht diese Herrlichkeit der göttlichen Gnade und Wahrheit? Sie besteht darin, dass Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, für Sünder das tat, was nur Gott tun kann: Er erfüllte Gottes Gerechtigkeit, indem Er die Strafe der Gottlosen auf Sich nahm und ihnen im Gegenzug Seine Gerechtigkeit schenkt, damit sie mit Gott versöhnt vor Ihm leben dürfen. Er hat am Kreuz für unsere Sünden bezahlt, hat den Schuldbrief, der uns wie eine tonnenschwere Last ins Verderben zog, an seinem eigenen zerschlagenen, blutenden, leiderfülltem Körper ans Kreuz geheftet. Er zerstört unsere steinernen, ungläubigen, Gott feindlich gesinnten Herzen und gibt uns ein neues Herz und einen neuen Sinn, damit wir Ihm allein vertrauen und Ihn mit aller Kraft lieben wollen. Doch Er errettet uns nicht nur vor dem gerechtem Gericht, Er macht uns auch zu Kindern Gottes und teilt mit uns Seine Herrlichkeit in alle Ewigkeit!

Gottes Gnade sagt uns: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“ (Jer 31,3). „Der Sohn Gottes hat mich geliebt und hat sich selbst für mich dahingegeben“ (Gal 2,20). „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet“ (Eph 2,4-5).

Und die Wahrheit zeigt sich darin, dass Er all seine Verheißungen an uns erfüllt hat und weiterhin erfüllen wird. Unser Gott steht zu seinem Wort – dafür ist Jesu Kreuz der überzeugendste Beweis; denn „wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns dahingegeben hat – warum sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Röm 8,31-32).

Wenn du in Jesus Christus Gottes Herrlichkeit erkennst, wenn du die Herrlichkeit Seiner Gnade und Seiner Weisheit erkennst, dann muss deine erste Reaktion sein: Wer bin ich, dass Gott ausgerechnet mich liebt, mich so bevorzugt, mich überreich begnadigt und beschenkt? Gott, warum ich? Doch bleibe nicht dabei stehen, schau weg von dir, hin auf Jesus und lasse Seine Herrlichkeit dein größter Trost, deine größte Freude und deine einzige Hoffnung sein. 


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Benjamin Schmidt

Missionsleiter

Benjamin Schmidt ist verheiratet mit Hanna und Vater von zwei Töchtern und einem Sohn. Er ist Leiter der Herold-Schriftenmission sowie verantwortlich für die Zeitschrift Herold.