Die Frucht des Geistes

Die Frucht des Geistes – Herold September 2020

Warum sind viele Christen so unzufrieden mit ihrem geistlichen Leben? Liegt es vielleicht daran, dass wir die falschen Dinge erwarten? Sind unsere Erwartungen in Bezug auf uns selbst und auf unser geistliches Wachstum vielleicht zu groß? „Wir haben doch einen großen Gott, da muss man auch große Dinge erwarten!“ Diese Aussage habe ich in dem Zusammenhang schon häufig gehört und zweifellos ist sie wahr. Aber vielleicht ist die Frage: Was sollen wir von Gott erwarten, was hat Er verheißen?, und nicht: Wie viel kann man von Ihm erwarten?

Kürzlich hörte ich mir eine Predigt über geistliches Wachstum und geistliche Frustration an. Der Pastor gefiel mir; seine Aussagen waren treffend und nah am Wort Gottes. Er sprach davon, dass Herausforderungen und Leiden zu unserem Leben als Christen dazugehören, dass Gott diese Dinge schickt, damit wir an ihnen reifen und mehr so werden wie Christus. Er sprach über Römer 8,28-29:

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“

Römer 8,28-29

Doch auf die Frage, wie geistliches Wachstum aussieht und in welcher Weise wir Christus ähnlicher werden, lautete die Antwort des Pastors: „Wir werden mächtiger, wie Jesus; wir empfangen mehr Autorität, wie Er; wir werden stärker.“ Die Antwort war so ungenau wie enttäuschend, denn solche Antworten schüren Erwartungen, die schnell zu geistlicher Frustration führen können. Wir erleben als Kinder Gottes Leid, klammern uns an die Wahrheit, dass Gott allwissend, allmächtig und liebevoll ist, dass Ihn unser Leid weder überrascht noch überfordert oder kalt lässt; aber erleben wir dadurch Autorität und Macht? Sind diese Dinge wirklich die Christusähnlichkeit, zu der uns Gott führen will? Wie soll das praktisch aussehen? Gibt Gott uns etwa die Macht, alle Umstände einfach zu ändern? Wenn dies so wäre, dann hätten Christen, die Römer 8 ernst nehmen, keine Sorgen mehr.

Gottes Wort nennt uns ganz andere Dinge, die im ersten Moment nicht so gewaltig klingen wie die des Pastors, die aber dem Wesen Jesu entsprechen und durch die Er Seine göttliche Herrlichkeit zeigen will.

In Galater 5 spricht Paulus von der Freiheit der Christen, die darin besteht, dass sie durch Christus gerechtfertigt sind, dass sie durch Ihn Hoffnung haben und, was noch großartiger ist, dass Gottes Geist in ihnen lebt, um sie zu leiten und zu heiligen. In Vers 22 kommt Paulus dann auf die Frucht dieser Heiligung zu sprechen, die „Frucht des Geistes“, die nicht aus so großen Dingen wie Autorität und Macht besteht, sondern aus den sanften, manchmal anstrengenden und mitunter unauffälligeren.

In dieser Ausgabe möchten wir auf Bibelstellen eingehen, die von diesem geistlichen Wachstum sprechen, von der Frucht, die Gott in seinen Kindern wachsen lässt.

Inhalt

Frucht statt Werke

In Galater 5,22-23 listet Paulus die Frucht des Geistes auf. Benjamin Schmidt beleuchtet diese Bibelstelle näher und erklärt, was diese Stelle für uns Christen bedeutet.

Geist statt Fleisch

Als Christen stehen wir ständig in der Spannung, in der Kraft des Heiligen zu leben und unseren sündigen Wünschen zu entsagen. Warren Wiersbe erklärt uns diesen inneren Zwiespalt näher und gibt praktische Hilfestellung für den Glaubensalltag.

Der Schlüssel zu geistlichem Wachstum

Gibt es eine besondere „Elite von Christen“, die anderen Christen in geistlicher Hinsicht etwas voraus haben? Anhand von 2. Petrus 1,3-4 zeigt Andreas Münch auf, dass jeder Christ prinzipiell auf derselben Grundlage steht.

Rechtfertigung und Heiligung

Eine kurze aber hilfreiche Erklärung von Abraham Booth über den Unterschied zwischen Rechtfertigung und Heiligung.

Die Frucht des neuen Lebens

Eine Kurzandacht von William Bates, in der er Parallelen zwischen den Früchten der Erde und der Frucht des Geistes aufzeigt.

Frucht zur Heiligung

Wertvolle Gedanken von Dietrich Bonhoeffer über die „Werke des Fleisches“ und die „Frucht des Geistes“.


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