Die Frucht des Geistes – 9 Kennzeichen eines wahren Christen

Nach der Bibel wohnt der Heilige Geist in jedem wahren Christen und gibt sich durch die Frucht des Geistes zu erkennen. In diesem Artikel beleuchtet Scott Hubbard neun Auswirkungen der Frucht des Geistes.


Der Heilige Geist ist „die Summe der Segnungen, die Christus uns durch sein Erlösungswerk erkaufte“, schrieb Jonathan Edwards. Der Geist zeigt uns den Erlöser (vgl. Joh 16,14). Er legt das „Abba! Vater!“ in unseren Mund (vgl. Röm 8,15) und er pflanzt den Himmel in unsere Herzen (vgl. Eph 1,13-14).

Trotz all der Segnungen des Geistes, sind viele von uns jedoch verunsichert, wenn es darum geht, die Gegenwart des Heiligen Geistes zu erkennen. Als ich noch neu im Glauben war, wurde mir gesagt, dass die Zungenrede und die Gabe der Prophetie zwei unverzichtbare Kennzeichen der Kraft des Heiligen Geistes seien. Andere denken bei der Gegenwart des Geistes zuallererst an übernatürliche Geistesgaben wie Visionen, Heilungen, Eindrücke, usw.

Sicher, der Heilige Geist kann sich tatsächlich durch solche Wunder offenbaren (vgl. 1Kor 12,8-11) und Christen sollen nach den geistlichen Gaben streben (vgl. 1Kor 14,1). Dennoch richtete Paulus, als er die Galater aufforderte „im Geist zu wandeln“ und „durch den Geist zu leben“ (Gal 5,16.25) ihre Aufmerksamkeit nicht auf die Geistesgaben, sondern auf die Frucht des Geistes.

Wenn wir also wissen wollen, ob wir durch den Geist leben, dann sollten wir uns mehr mit Dingen wie Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit beschäftigen.

Die Frucht des Geistes

Um die Frucht des Geistes zu verstehen, müssen wir den Kontext beachten, in dem sie erwähnt wird. Paulus schrieb seine Aufzählung an eine Gemeinde, die uneins war. Der Apostel warnte die Galater deshalb: „Wenn ihr aber einander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet!“ und, „Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, indem wir einander herausfordern, einander beneiden!“ (Gal 5,15.26). Weil die Galater sich von der Gnade Gottes im Evangelium abgewandt hatten (vgl. Gal 1,6), waren sie aufeinander losgegangen.

In diesem Kontext beschreiben die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes zwei Gruppen: die Gruppe derjenigen, die im Fleisch leben, deren Gerechtigkeit auf ihren eigenen Werken basiert (vgl. Gal 5,19-21) und die Gruppe derer, die durch den Geist leben und durch den Glauben allein an Christus gerechtfertigt sind (vgl. Gal 5,22-23).

Wenn ich allein in meiner Wohnung sitze, kann ich geduldig, freundlich und langmütig erscheinen. Aber wie sieht es aus, wenn ich in der Gemeinde bin? Wie wir uns in Gesellschaft verhalten, offenbart wirklich, wie sehr die Frucht des Geistes in uns reift.

Was sind diese neun Bestandteile der Frucht des Heiligen Geistes? Um diese Untersuchung überschaubar zu halten, werde ich die einzelnen Tugenden nur kurz betrachten und mich weitestgehend auf andere Aussagen konzentrieren, die Paulus in seinen Briefen macht.

Liebe: Hast du das Wohl deiner Brüder und Schwestern im Sinn?

Wenn Gott durch den Geist seine Liebe in unsere Herzen gibt (vgl. Röm 5,5), dann verändert sich unsere Haltung: haben wir uns früher vornehmlich mit uns selbst beschäftigt, beginnen wir nun, unsere Bedürfnisse zum Wohl anderer hinten anzustellen (vgl. Phil 2,1-4). Jetzt fühlen wir uns mit Menschen verbunden, die wir früher abgewiesen, gerichtet oder sogar verachtet hätten (vgl. Kol 2,2; Röm 12,16). Unsere Liebe hängt nicht mehr davon ab, ob wir jemand liebenswürdig finden. Nachdem wir die Liebe Christi gespürt haben (vgl. Gal 2,20), tragen wir Liebe mit uns herum, wohin immer wir gehen.

Solch eine Liebe drängt uns dazu, uns für das Wohl unserer Brüder und Schwestern einzusetzen (vgl. 1Thess 1,3), geduldig mit anstrengenden Leuten zu sein (vgl. Eph 4,2) und mehr um das geistliche Wohlbefinden unseres Nächsten besorgt zu sein als um unsere geistliche Freiheit (vg. 1Kor 8,1). Egal, welche Position wir innerhalb unserer Gesellschaft haben, wir nehmen gerne eine dienende Haltung ein (vg. Gal 5,13) und fragen uns: Wem kann ich heute zum Segen sein?

Es ist besser, nur wenig dieser Liebe in sich zu tragen, als all den Wohlstand, Komfort und Beifall dieser Welt zu genießen. Denn an dem Tag, an dem vieles vergeht, wird die Liebe bleiben (vgl. 1Kor 13,7-8).

Freude: Freust du dich an der Christus-Ähnlichkeit von Gottes Volk?

Für Paulus war die Gemeinschaft mit anderen Christen keine Nebensache, wenn es um die christliche Freude geht. Er konnte Timotheus schreiben: „[Ich bin] voller Verlangen, dich zu sehen …, um mit Freude erfüllt zu werden“ (2Tim 1,4). An die Philipper schrieb er: „[Ich] bete für euch alle mit Freuden“ (Phil 1,4). Natürlich ist die Freude des Geistes zuallererst eine Freude an unserem Herrn Jesus Christus (vgl. Phil 4,4). Aber echte Freude an Christus erstreckt sich auch auf alle, die in Sein Bild erneuert werden. Durch den Glauben haben wir die strahlende Herrlichkeit unseres Königs gesehen – und nun freuen wir uns einen Abglanz dieser Herrlichkeit in seinen Heiligen zu sehen.

Das Höchste an dieser zwischenmenschlichen Freude ist jedoch nicht nur, mit Gottes Volk zusammen zu sein, sondern Jesus Christus in ihnen zu sehen. Paulus schrieb den Philippern: „So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig eines Sinnes seid“ (Phil 2,2). Was würde unsere Freude erfüllen? Wenn wir durch den Geist wandeln, dann wächst in uns die Freude an Gottes Volk. Wir freuen uns, wenn wir sehen, wie Demut über Stolz triumphiert, wenn schlechte Angewohnheiten zugunsten einer größeren Freude abgelegt werden, wenn der Schüchterne mutig das Evangelium verkündigt und wenn Väter ihre Familien in der Furcht des Herrn anleiten.

Friede: Strebst du danach, die Einheit im Geist zu bewahren, selbst wenn es mit persönlichen Kosten verbunden ist?

Der Heilige Geist ist derjenige, der die Gemeinde eint. Aufgrund von Jesu Versöhnungswerk am Kreuz verbindet der Heilige Geist Juden und Heiden zu „einem neuen Menschen“ (vgl. Eph 2,15). Er macht aus ehemaligen Feinden „Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen“ (vgl. Eph 2,19). Er baut uns alle „zu einem heiligen Tempel im Herrn“ (vgl. Eph 2,21-22). Völlig egal, wie sehr wir uns von der Person in der Kirchenbank neben uns unterscheiden: wir sind ein Körper, ein Haus und ein Heiligtum – weil wir denselben Herrn haben und eines Tages im selben Himmel sein werden (vgl. Eph 4,4-6).

Diejenigen, die im Geist wandeln, betrüben Ihn daher nicht, indem sie das niederreißen, was Er aufgebaut hat (vgl. Eph 4,29-30). Stattdessen wollen wir nun „dem nachstreben, was dem Frieden, und dem, was der gegenseitigen Erbauung dient“ (Röm 14,19): Wir bitten als erste um Vergebung, auch wenn unser Gegenüber einen Großteil der Schuld trägt. Wir vermeiden vorschnelles Verurteilen und hoffen stattdessen das Beste (vgl. 1Kor 13,7). Wir verabscheuen jeden Klatsch und sprechen gut von unseren Glaubensgeschwistern. Und wenn wir in einen Konflikt geraten, dann streben wir das an, was dem Frieden dient (vgl. 2Kor 13,11).

Geduld: Kannst du zunehmend Beleidigungen übersehen?

Geduld, als Frucht des Geistes, meint weitaus mehr als nur gelassen im Stau zu stehen oder im Wartezimmer beim Arzt zu sitzen. Geduld ist eine innere geistliche Stärke (vgl. Kol 1,11), die uns befähigt, Beleidigungen zu übersehen. Geduldige Menschen ähneln Gott, der „langsam zum Zorn ist“ (2Mo 34,6), selbst wenn sie schwer und wiederholt provoziert werden (vgl. Röm 2,4 und 1Tim 1,16).

Geduld ist für eine der Hauptaufgaben der Gemeinde wesentlich: die Jüngerschaft. Als Paulus Timotheus aufforderte: „Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit“, verwies er ihn ebenfalls auf die Notwendigkeit der Geduld (vgl. 2Tim 4,2 und 3,10-11). Egal, welchen Dienst wir in der Gemeinde versehen, wir werden immer mit Menschen zu tun haben, die langsamere Fortschritte machen, als wir es uns wünschen. Wir werden es mit den Unordentlichen, den Kleinmütigen und Schwachen zu tun haben, aber anstatt zu verzweifeln, sollen wir „langmütig gegen alle“ sein (vgl. 1Thess 5,14). Wir müssen dem langsamen und stolpernden Christen zur Seite stehen und uns daran erinnern, dass auch er eines Tages leuchten wird wie die Sonne (vgl. Mt 13,43).

Freundlichkeit: Kannst du Beleidigungen nicht nur übersehen, sondern mit Liebe darauf antworten?

Es ist eine Sache, Beleidigungen anzunehmen und dann ruhig weiterzugehen. Aber es ist eine ganz andere Sache, auf diese Beleidigung mit Segen zu antworten. Ersteres erfordert Geduld, während Letzteres Freundlichkeit benötigt (vgl. Röm 2,4-5; Tit 3,4-5; Eph 4,32). Vom Geist gewirkte Freundlichkeit bewirkt, dass Eltern ihre Kinder mit sanften Worten zurechtweisen; dass Leidende auf unsensiblen „Trost“ gnädig und Ehepaare auf verletzende Worte mit einem Kuss reagieren.

Diese Frucht des Geistes ist erst dann in uns gereift, wenn wir bereit sind, Freundlichkeit zu erweisen, nicht nur denen, die uns eines Tages dafür danken werden, sondern auch den „Undankbaren und Bösen“ (vgl. Lk 6,35). Solche Menschen sind fähig, andere zu segnen, auch dann, wenn sie verflucht werden (vgl. Röm 12,14).

Güte: Freust du dich über Gelegenheiten, anderen zu helfen?

Wer im Geist wandelt, neigt eher dazu nützlich, großzügig und hilfsbereit zu sein. Man muss ihn nicht extra auffordern das Geschirr abzutrocknen oder den Müll raus zubringen, sondern er hilft bereitwillig und mit gutem Willen.

Solche Menschen tun nicht nur gelegentlich etwas Gutes. Sie überlegen, wo sie sich sinnvoll einsetzen können, während sie prüfen, „was dem Herrn wohlgefällig ist“ (Eph 5,8-10). Sie folgen dem Rat von Charles Spurgeon:

„Lasst uns nach Gelegenheiten Ausschau halten, nützlich zu sein; lasst uns mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und bereitwillig jede Gelegenheit nutzen, um Gutes zu tun; lasst uns nicht eher zufrieden sein, bis wir brauchbar für andere sind und dies unsere Lebenshaltung ausmacht.“

Der Seelengewinner, S. 312

Treue: Stehst du zu deinem Wort, selbst in kleinen Dingen?

Die Treue Gottes zeigt sich u.a. darin, dass Er immer hält, was Er zu tun verspricht: „Treu ist, der euch beruft; er wird es auch tun“ (1Thess 5,24). Auf ähnliche Weise besteht die Treue von Gottes Volk darin, dass wir zu unserem Wort stehen – auch wenn es mit Nachteilen verbunden ist.

Um es mit Paulus’ Worten zu sagen, lässt uns der Geist danach streben: „Gott aber ist treu und bürgt dafür, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist“ (2Kor 1,18). Der treue Christ erwirbt sich einen vertrauenswürdigen Ruf, sodass sollte er sein Wort mal nicht einhalten, andere nicht sagen „Man kennt ihn doch“, sondern vielmehr davon überrascht sind, weil sie ihn bisher als treu erlebt haben. Wenn er sagt, dass er zur Kleingruppe kommt, dann kommt er. Wenn er versprochen hat, das Bad zu putzen, dann tut er es. Wenn er jemandem gesagt hat, dass er am Donnerstag um 16 Uhr anruft, dann hält er sich an die Abmachung. Wir wollen treu zu sein, selbst wenn es sich nur um „Kleinigkeiten“ handelt (vgl. Mt 25,21), wissend, dass unsere Treue im Kleinen darüber bestimmt, wie wir große Dinge behandeln (vgl. Lk 16,10; 2Tim 2,2).

Sanftmut: Gebrauchst du deine Kraft, um den Schwachen zu dienen?

Sanftmut ist etwas völlig anderes als einfach nur nett zu sein. David Mathis schreibt: „In der Bibel ist Sanftmut kein Mangel an Stärke, sondern vielmehr das Ausüben von göttlicher Kraft.“ Als Jesus kam, um uns Sünder zu retten, umkleidete er sich mit Sanftmut (vgl. Mt 11,29 und 2Kor 10,1). Wenn wir unseren Brüdern und Schwestern im Kampf gegen die Sünde helfen, dann kleiden wir uns mit derselben Tugend (vgl. Gal 6,1). Sanftmütigkeit hindert die Gottesfürchtigen nicht daran, ihre Wut auszudrücken, aber sie lässt sie es überlegt tun, indem sie andere „in Liebe und im Geist der Sanftmut“ zurechtweist (vgl. 1Kor 4,21).

Kein Wunder, dass Paulus in Epheser 4,2 Sanftmut mit Demut paart. Angesichts von persönlichen Angriffen, lässt der Stolze seinem Zorn freien Lauf, um seinen eigenen Selbstwert zu behaupten. Der Demütige ist mehr um die Seele des Angreifers besorgt als um seinen eigenen Selbstwert. Er nutzt seine Kraft zur Wiederherstellung.

Selbstbeherrschung: Kannst du die Begierden des Fleisches zurückweisen?

Die Schrift malt uns kein rosiges Bild von der Selbstbeherrschung. Paulus verwendet hierfür das Bild eines olympischen Athleten: „Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem … sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde“ (1Kor 9,25-27). Das griechische Wort für „zerschlagen“ bedeutet: „jemanden ein blaues Auge verpassen“. Paulus gebraucht dieses Wort metaphorisch, aber der Punkt ist klar: Selbstbeherrschung ist schmerzhaft. Es bedeutet, dass wir ein unbarmherziges „Nein!“ zu allem sagen, das uns von dem Einfluss des Geistes wegziehen möchte (vgl. Tit 2,11-12).

Die Selbstbeherrschung betrifft jede Form von körperlichem Verlangen, beispielsweise nach Schlaf, Essen, Koffein und insbesondere nach sexuellen Begierden (vgl. 1Kor 7,9). Diejenigen, die vom Geist regiert werden, lernen – wenn auch langsam – Gottes Verheißungen mehr Gehör zu schenken als ihren Lüsten. Sie helfen damit, dass sexuelle Unmoral sich nicht unter den Gläubigen einnistet (vgl. Eph 5,3).

Wandeln im Geist

Der Geist Gottes kehrt in niemanden ein, ohne geistliche Früchte hervorzubringen. Wenn wir in diesen neun Auswirkungen der Gnade wachsen, dann wandeln wir durch den Geist. Wenn diese Tugenden jedoch fehlen, dann könnte keine noch so spektakuläre Geistesgabe diesen Mangel wettmachen. Wie sollen wir also reagieren, wenn die Werke des Fleisches doch überhandgenommen haben? Anders gefragt: Wie können wir dies Frucht des Geistes ein Leben lang kultivieren? Wir können damit beginnen, indem wir uns täglich an die drei Dinge erinnern, die für jedes christliche Streben nach Heiligkeit notwendig sind: Bereuen, Erbitten und Erneuern.

Bereuen: Wenn die Werke des Fleisches die Kontrolle über uns erlangt haben, dann müssen wir Buße tun, um in der Heiligung voranzuschreiten. Bekenne ehrlich und spezifisch deine Sünden (vielleicht unter Zuhilfenahme von Paulus’ Liste in Galater 5,19-21) und dann vertraue erneut dem „Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20). Erinnere dich daran, dass wir nicht durch Werke, sondern durch den Glauben gerechtfertigt sind.

Erbitten: Ohne die erneuernde und verändernde Gegenwart des Heiligen Geistes gleichen wir alle einem verfluchten Erdboden (vgl. Röm 7,18). Wenn wir die Früchte der Heiligkeit ernten wollen, dann müssen wir Ihn, der „den Geist darreicht“ bitten, uns mehr davon zu geben (vgl. Gal 3,5).

Erneuern: Schließlich erneuern wir unseren Blick auf Jesus Christus, den der Geist verherrlichen möchte (vgl. Joh 16,14; Gal 3,1-2). Hier finden wir unseren fruchtbaren Weinstock: unseren Herrn der Liebe, unseren König der Freude, unseren Fürst des Friedens, unseren geduldigen Meister, unseren lieben Freund, unseren guten Gott, unseren treuen Heiland, unseren sanftmütigen Hirten, unseren Bruder, der in allem versucht war wie wir und doch vollkommen selbstbeherrscht blieb. So wie niemand neben einem Wasserfall sitzen und trocken bleiben kann, so kann niemand, der Christus im Glauben sieht, fruchtleer bleiben.

Der Himmel in unseren Herzen

Natürlich ist die Erneuerung unseres Blickes auf Christus keine schnellerledigte Aufgabe. Als Paulus sagte: „Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20), da sprach er mehr von einem Lebensstil als von einem flüchtigen Gedanken oder einem kurzen Gebet. Wir müssen mehr tun, als nur einmal in Jesu Richtung zu blicken; wir müssen Gemeinschaft mit Ihm haben.

Die Gemeinschaft mit Christus kann nie zu innig sein, und wir können nicht zu viel Energie darauf verwenden, diese Gemeinschaft zu pflegen. Wenn es unser Ziel ist, ihm nahe zu sein, dann werden wir mit hundert anderen Dingen belohnt werden. Der Puritaner Richard Sibbes sagte einmal in einer Predigt:

„Pflegen wir den Umgang mit Christus zu unserem Schaden? Kommt er leer zu uns? Nein, er kommt mit aller Gnade. Er kommt, um seine Reichtümer auszuteilen, um das Herz mit aller Gnade und Kraft zu bereichern, um alle Bedrängnisse zu tragen, um allen Gefahren zu begegnen, um dem Gewissen Friede und Freude im Heiligen Geist zu bringen. Tatsächlich, er kommt, um den Himmel in unsere Herzen zu bringen.“

Works of Richard Sibbes, 2:67

Das ist es, was wir erhalten, wenn wir im Geist Christi wandeln: indem wir Christus zu unserem Zuhause machen, macht Er unsere Herzen dem Himmel gleich.

© Desiringgod.org. Die Wiedergabe erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.