Der Leuchter

Einer der drei Gegenstände im Heiligtum der Stiftshütte, war der goldene Leuchter. Gottes Befehl zur Anfertigung des Leuchters für das Heiligtum finden wir in 2. Mose 25,31-40 (vgl. auch 2Mo 37,17-24). Das hebräische Wort für „Leuchter“ ist menorah, und leitet sich von der Bedeutung „zu brennen“ ab. Der Name menorah unterstreicht den Zweck des Leuchters: er sollte den Priestern Licht spenden, während sie im Heiligtum der Stiftshütte dienten.

In 2. Mose 25,40 sagt Gott Mose:

Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2. Mose 25,40

Tatsächlich sollte das gesamte Heiligtum und ihre Gegenstände nach dem gezeigten Bauplan angefertigt werden (vgl. 2Mo 25,9). Die Stiftshütte als solches sollte etwas anderes darstellen. Sie sollte eine Nachbildung des himmlischen Heiligtums sein.

Der Leuchter sollte aus purem Gold – und zwar aus einem einzigen Goldklumpen – gehämmert werden. Die weiteren losen Bestandteile der Menorah, wie z. B. die Zangen und Feuerbecken sollten ebenfalls aus Gold gefertigt werden. Der Leuchter und alle seine Bestandteile sollten zusammen aus einem „Talent“ von purem Gold bestehen (vgl. 2Mo 25,39), was einem Gewicht von etwa 33,5-36,6 Kilo entsprach.

Das Aussehen des Leuchters ähnelte einem Baum mit drei Ästen auf jeder Seite, also ingesamt sieben einzelnen Ästen. In der damaligen Kultur symbolisierte der Baum Leben, Wohlstand und Furchtbarkeit. Für das Volk Gottes hatte die Menorah im Tempel dieselbe Bedeutung: das Leben und der Segen, den Gott seinem Volk gegeben hatte. Der Leuchter erinnerte die Hebräer jedoch noch an einen bestimmten Baum.

Viele Gelehrte stimmen darin überein, dass die Stiftshütte, bzw. der Tempel, so angelegt war, dass der Anbeter an den Garten Eden erinnert wurde – mit Adam als Priester. Inmitten des Gartens stand der Baum des Lebens. Die Menorah symbolisierte nicht nur das Leben, sondern das ewige Leben für das wahre Volk Gottes. Der Leuchter wies nicht nur zurück auf den Baum des Lebens im Garten, sondern schürte auch die Erwartung auf den Baum des Lebens, der im neuen Himmel und der neuen Erde, aus Offenbarung 22, steht. Bezüglich dieses zukünftigen Heiligtum im neuen Jerusalem, sah der Apostel Johannes in seiner Vision

einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Straße und des Stromes diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.

Offenbarung 22,1-2

Es ist ebenso bedeutsam, dass die Menorah ein siebenarmiger Leuchter war. Die Zahl Sieben vermittelt in der hebräischen Kultur die Idee von Vollständigkeit und es könnte sein, dass diese Zahl auf die Vollendung des Sabbats hinweist. Daher könnte es eine Erinnerung an die siebentägige Schöpfungswoche sein. Der hebräische Anbeter wurde daher durch den Leuchter auf den Moment hingewiesen, als das Licht Gottes die Welt erleuchtete. Die Stiftshütte wies deshalb auf das vollkommene Licht, das Gott über der Bundesgemeinschaft hat leuchten lassen.

Für den heutigen Gläubigen ist die Menorah als Bestandteil des Gottesdienstes unnötig, da Jesus verkündete:

Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Johannes 8,12

Tatsächlich ist Jesus „das wahrhaftigte Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet“ (Joh 1,9). Und im neuen Jerusalem wird es keine Menorah mehr geben, weil

die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm.

Offenbarung 21,23

Schlussendlich gab der Herr in seinem Gesetz Aaron und seinen Söhnen den Befehl, die Kerzen der Menorah anzuzünden, „damit sie vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn brennt“ (2Mo 27,21). Diese Pflicht musste täglich von den Priestern verrichtet werden, damit die Lampen ohne Unterbrechung im Heiligtum brannten (vgl. 2Mo 27,20). Von dem praktischen Nutzen einmal abgesehen, symbolisierte das beständige Feuer, dass Gott seinem Volk beständig Leben und Licht gab, insbesondere in der Menschwerdung und im Werk von Jesus Christus.


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