Psalm 2

Der göttliche König aus Psalm 2

Psalm 2 betont die messianische Königsherrschaft unseres Herrn Jesus Christus. Eigentlich ist Jesus, als die zweite Person der Gottheit, schon immer der ewige König. Aber Psalm 2 behandelt sein Königtum als der Gott-Mensch und Mittler des Gnadenbundes.

Dieser Psalm half den neutestamentlichen Schreibern, Teile der vielfältigen Aspekte des Königtums Jesu zu verstehen. Denn Psalm 2 wird insgesamt viermal zitiert: zweimal in der Apostelgeschichte (Ps 2,1-2 in Apg 4,25-27 und Ps 2,7 in Apg 13,33) und zweimal im Hebärerbrief (Ps 2,7 in Hebr 1,5 und 5,5). Auf Psalm 2,9 wird auch in der Offenbarung angespielt (Offb 2,27; 12,5; 19,15). Wir werden uns diese vier Zitate nun anschauen.

Psalm 2 wurde zwar von David geschrieben und eigentlich geht es um den Herrn Jesus Christus. Der Psalm lässt sich leicht in vier Abschnitte gliedern:

  1. Die Feinde stellen sich gegen Gott, den Vater, und seinen „Gesalbten“, Jesus (V.1-3).
  2. Gott, der Vater, lacht über seine Feinde und erklärt, dass Er bereits „seinen König in Zion“ eingesetzt hat (V.4-6).
  3. Der Sohn erzählt, was der Vater Ihm gesagt hat – Jesus ist der „Sohn“ und er wird Gottes Feinde mit „eisernem Stab“ zerschmettern (V.7-9).
  4. David ermutigt/warnt alle, Gott, dem Vater, und Seinem Sohn Jesus zu dienen, indem er schlussfolgert: „Glücklich alle, die sich bei ihm bergen!“ (V.11-12).

Psalm 2 in der Apostelgeschichte

In der Apostelgeschichte lesen wir, wie Petrus und Johannes verhaftet werden, weil sie die Auferstehung Jesu verkündigt und behauptet hatten, dass ein Gelähmter im Namen Jesu geheilt worden war. Schließlich wurden sie wieder entlassen (vgl. Apg 4,1-22). Als sie zur Gemeinde zurückkehrten, zitierten die Gläubigen Psalm 2,1-2:

„Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen auf und die Fürsten versammelten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten [griech. Christos].“

Apostelgeschichte 4,25-26

Die Gläubigen schlussfolgerten, dass sich dieser Text auf diejenigen bezog, die sich gegen Jesus verschworen hatten – Herodes, Pontius Pilatus, sowie einige Heiden und Juden (vgl. Apg 4,27). Sie gingen weiter davon aus, dass sich der Text ebenfalls, aufgrund ihrer Verbindung mit Jesus, auf Petrus, Johannes und sie selbst bezog (vgl. Apg 4,29). Natürlich würde der Christus siegreich sein, wie es Psalm 2 andeutet, und mit Ihm auch sein Königreich. Zur Zeit der Ereignisse aus Apostelgeschichte 4 war Jesus bereits auferweckt und Petrus, Johannes und andere heilten und sprachen weiterhin mutig über Christus (vgl. Apg 4,30-31). Ja, es werden sich Feinde gegen Jesus und Sein Königreich erheben, aber am Ende wird Er triumphieren (vgl. Offb 12,5 und 19,15).

Psalm 2,7 – „Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt.“ – wird dreimal im Neuen Testament zitiert: in Apostelgeschichte 13,33 und in Hebräer 1,5 sowie in 5,5. Das Wort „Sohn“ war im Alten Testament ein geläufiges Wort, um auf die Könige der davidischen Dynastie hinzuweisen – insbesondere auf den einen davidischen König, den zukünftigen Messias. Außerdem weißt das Wort „Sohn“ auf eine besondere Beziehung zwischen Gott und seinem König hin.

Auf seiner ersten Missionsreise hielt Paulus eine Predigt in der Synagoge von Antiochia (vgl. Apg 13,16-41). Er verkündigte die gute Nachricht der Errettung, die im Zusammenhang mit Jesu Tod und Auferstehung steht. Als Paulus auf die Auferstehung zu sprechen kam, zitierte er drei alttestamentliche Texte: Psalm 2,7; 16,10 und Jesaja 55,3. Psalm 2,7 wird in Apostelgeschichte 13,33 zitiert: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ „Gezeugt“ meint hier keine biologische Zeugung, sondern dass Jesus durch Seine Auferstehung Sein Königtum vollständig empfängt. Nun sitzt Er zur Rechten Gottes und hat die Errettung für Sein Volk bewirkt (vgl. Apg 4,11-12).

Psalm 2 im Hebräerbrief

In Hebräer 1,5 wird Psalm 2,7 zitiert und auch hier liegt die Betonung auf dem „Sohn“. Der Autor des Hebräerbriefes argumentiert, dass Jesus größer als die Engel ist, weil Er, im Gegensatz zu den Engeln, als „Sohn“ bezeichnet wird. Ein zweiter Text wird zitiert, um zu beweisen, dass Jesus dieser besondere Sohn ist: „Ich werde ihm Vater und er wird mir Sohn sein“ (2Sam 7,14 zitiert in Hebr 1,5). Der Kontext von 2. Samuel 7,14 ist die Einsetzung des davidischen Bundes. Diese beiden miteinander kombinierten Verse betonen erneut die besondere Beziehung zwischen Gott, dem Vater, und Seinem königlichen Sohn. Nach der Auferstehung ist ein wesentlicher Aspekt von Jesu Königsherrschaft (vgl. Hebr 8,6 und 9,15) seine Macht – „[er hat sich] zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt“ (Hebr 1,3).

Das dritte Zitat aus Psalm 2,7 befindet sich in Hebräer 5,5. Hier geht es um den Priesterdienst Jesu. Jesus hat sich nicht selbst erhöht, sondern Er wurde von Gott, dem Vater, gesalbt („gezeugt“). Dieser Aspekt, dass Er sich nicht selbst erhöhte, wurde bereits im Alten Testament durch das Amt des Hohen Priesters symbolisiert, denn auch der Priester konnte sich nicht selbst ins Amt einsetzen (vgl. Hebr 5,4-6). Des Weiteren zeigte Jesus durch sein demütiges Auftreten, dass er unser König ist: „Denn auch der Sohn des Menschen ist gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45).

Ja, deshalb können wir wirklich über unseren König Jesus sagen: „Glücklich alle, die sich bei ihm bergen!“ (Ps 2,12).


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