die falsche Person geheiratet

Befürchtest du, die falsche Person geheiratet zu haben?

Der folgende Auszug wurde aus dem englischen Artikel von Crossway übersetzt: Do you ever fear you Married the Wrong Person?


Hast du dich schon einmal gefragt, ob du die falsche Person geheiratet hast? Christopher Ash hilft uns dabei, eine biblische Antwort darauf zu finden.


Karl wusste, dass er einen Fehler begangen hatte. Einen großen Fehler. Vor fünf Jahren hatte er Sally geheiratet und das erste Jahr war ganz in Ordnung. Aber mit der Zeit wurde ihm klar, dass sie nicht zueinander passten. Die Kommunikation war nicht gut. Oftmals gerieten sie einander. Neulich hatten sie sich sogar heftig gestritten. Momentan fiel es Karl schon fast schwer, nach Hause zu kommen und zögerte es so weit hinaus, wie er nur konnte.

Letzte Woche bekam Karl ein christliches Buch über Ehe in die Hand, in dem eine Liste von positiven und negativen Punkten stand, die Singles helfen sollten, herauszufinden, ob jemand gut zu ihnen passt. Er ging die Liste durch und musste feststellen, dass Sally und er nur auf eine geringe Punktzahl kamen. Hätte er diese Liste vor ihrer Heirat gesehen, dann hätte er sie vermutlich nie geheiratet. Es war ein schrecklicher Fehler gewesen. Er war darüber ziemlich verzweifelt, denn er war ein Christ und wusste, dass seine Gemeinde es nicht gutheißen würde, wenn er und Sally sich scheiden ließen.

Aber was konnte er tun? Schließlich geht es in der doch um Liebe, sagte er sich. Und obwohl er Sally einst geliebt hatte, war die Liebe mittlerweile tot. Er liebte sie einfach nicht mehr. Vermutlich gibt es nichts, was ich daran ändern kann, dachte er. Es ist sehr traurig, aber diese Dinge geschehen. So begann er, seine Erklärung für ein Gespräch mit dem Pastor zu üben …

Treue ist das Herz der Ehe, weil es das Herz Gottes ist

Das Herz der Ehe ist Treue. Treue ist ein besseres Wort als „Liebe“, denn Liebe ist ein zu schwammiger Begriff. Manchmal meinen wir mit dem Wort Liebe nichts weiter als bunte Herzsymbole und Romantik. Es ist ein Wort, dass mehr mit Gefühlen und Verlangen als mit Hingabe assoziiert wird. Deshalb werden wir von Treue oder noch besser von einer „standhaften Liebe“ sprechen. Letzteres gibt den Sinn der Bundestreue Gottes im Alten Testament am besten wieder. Wir sehen dies wundervoll in 2. Mose 34,6 beschrieben:

Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue.

2. Mose 34,6

Der alttestamentliche Kontext berichtet von einer Zeit der schrecklichen Untreue vonseiten des Volkes Gottes. In diesem Kontext hörte Mose diese Beschreibung von Gott: „Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue.“ Keine Beschreibung Gottes wird in der Bibel so häufig wiederholt wie diese. Eine Liebe, die reich ist an Gnade und Treue macht eine Ehe aus, denn es ist diese Art von Liebe, die der Liebe Gottes entspricht. Der Gott, der reich an Gnade und Treue ist, ruft Männer und Frauen dazu auf, in ihren Ehen eine Liebe zu zeigen, die reich ist an Gnade und Treue.

Dies hat wenig oder gar nichts mit verliebt sein zu tun. Wir sprechen oft davon, verliebt zu sein, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Gemeinde.

Dieser Artikel bietet eine gottzentrierte Sicht auf die Ehe und wird Männern und Frauen helfen, eine Freude und Erfüllung zu erfahren, die sich ergibt, wenn sich ein Ehemann und eine Ehefrau in erster Linie darauf konzentrieren, Gott zu lieben und ihm zu dienen.

Die Werbung für einen „christlichen“ Ehekurs beinhaltet u.a. diese Aussage:

„Beziehungen beginnen, wenn du dich verliebst. Beziehungen enden, wenn du keine Liebe mehr verspürst. Liebe ist also fundamental, aber sie wird nur selten völlig verstanden. Dieser Kurs wird dir zeigen, wie du die Liebe, die du brauchst, sowohl geben als auch empfangen kannst. Er wird dir zeigen, wie du die Romantik permanent lebendig halten kannst.“

Eine weitaus christlichere Variante würde sich allerdings wie folgt lesen:

„Die Ehe beginnt, wenn du öffentlich lebenslange Treue schwörst. Die Ehe endet, wenn einer von euch beiden stirbt. Treue ist also fundamental, aber sie wird nur selten völlig verstanden. Dieser Kurs wird dir zeigen, was Treue bedeutet und wie du in guten und schlechten Zeiten treu sein kannst, völlig egal, wie du dich fühlst. Er wird dir zeigen, wie du die Treue permanent am Leben erhältst.“

Dies entspräche zwar nicht dem Zeitgeist, in dem wir leben, dafür aber umso mehr der Bibel.

Die Ehe ist eine „Ein-Fleisch“-Verbindung, die von Gott zusammengefügt wurde

Und es traten Pharisäer zu ihm und fragten ihn, um ihn zu versuchen: Ist es einem Mann erlaubt, seine Frau zu entlassen? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? Sie aber sagten: Mose hat gestattet, einen Scheidebrief zu schreiben und zu entlassen. Jesus aber sprach zu ihnen: Wegen eurer Herzenshärtigkeit hat er euch dieses Gebot geschrieben; von Anfang der Schöpfung an aber hat er sie als Mann und Frau geschaffen. „Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein“; daher sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

Markus 10,2-9

Die Bibel lehrt uns die Bedeutung der Treue in der Ehe auf zwei Arten: Erstens lehrt uns 1. Mose, dass die Ehe eine Einheit ist, bei der die Ehefrau und der Ehemann zu „einem Fleisch“ werden. Nach Jesus bedeutet das, dass Gott sie zusammengefügt hat. Das war Jesu Hauptaussage, als er in Markus 10 und Matthäus 19 zur Scheidung befragt wurde. Nachdem er aus 1. Mose 2,24 zitierte („Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein“), sagte er: „daher sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Mk 10,7-9). Zur Ehe gehört es, dass man die Eltern verlässt, damit der Ehemann und die Ehefrau eine neue Familie gründen. Es beinhaltet ein „aneinanderkleben“ oder „zusammenhalten“, also Dinge, die Leidenschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit miteinander verbinden. Das Resultat ist eine „ein-Fleisch“-Verbindung, die Gott untrennbar zusammengefügt hat.

Jedes Ehepaar wurde von Gott zusammengefügt

Es ist wichtig sich darüber im Klaren zu sein, dass dies ausnahmslos auf jede Ehe zutrifft, sofern man sie als gültige Ehen ansehen kann. Es spielt keine Rolle, ob die Ehen in einer Kirche geschlossen wurden oder nicht, oder sogar in einer christlichen Kultur oder nicht. Denn das Kirchengebäude, der christliche Pastor oder die christliche Kultur fügen der Ehe nichts Wesentliches hinzu. Die Bibel legt überhaupt keinen Schwerpunkt auf irgendeine bestimmte Zeremonie oder Feier, mit der das Eheleben beginnt.

So lesen wir beispielsweise lediglich: „Dann führte Isaak sie [Rebekka] in das Zelt seiner Mutter Sara [die kürzlich verstorben war]; und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb“ (1Mo 24,67).

Jakob heiratete Lea bei einem Fest, bei dem offensichtlich bis zum nächsten Morgen nicht ganz sicher war, wen er eigentlich heiratete (vgl. 1Mo 29,22-25)!

Die Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2) folgte nicht auf einen Gottesdienst in der Synagoge; das Fest war die Hochzeit und beinhaltete vermutlich einen einfachen Treueschwur.

Wenn ein Paar durch ein öffentliches Versprechen erklärt, dass sie einander als Ehemann und Ehefrau annehmen wollen, dann fügt Gott sie zusammen. Sie mögen unterschiedlichen Religionen angehören oder nicht; sie mögen oder mögen auch nicht „zusammenpassen“; die Ehe mag sogar eine Vernunftsehe sein; aber wenn beide öffentlich in die Ehe eingewilligt haben, sind sie von Gott zusammengefügt.

Das ist sehr wichtig. Wir dürften nicht der subjektiven Idee verfallen, dass „von Gott zusammengefügt“ etwas bezeichnet, was sich erst im Lauf der Ehe ergibt, wenn die Beziehung reift, wie ein Kleber, der nach eine gewissen Zeit und unter günstigen Bedingungen fest wird. Wenn das der Fall wäre, müsste der Standesbeamte Jesu Worte wie folgt ersetzen: „Ich erkläre hiermit, dass ihr in der Vereinigung Gottes wachsen möget – oder auch nicht. Ich hoffe, ihr werdet es, aber wir können uns dessen niemals sicher sein.“ Das wäre völlig absurd und falsch.

Wenn wir denken, dass das Zusammenfügen durch Gott ein gradueller Prozess ist, dann gehen wir völlig an Jesu Anliegen vorbei. Die Pharisäer, zu denen Jesus sprach, dachten, dass eine Scheidung eine einfache und legitime Weise wäre, eine Ehe zu beenden. Sie dachten, dass sie sich scheiden lassen und trotzdem in Gottes „gutem Buch“ als respektable geistliche Leiter stehen konnten. Jesus verdeutlichte, dass das nicht funktioniert, weil unsere Ehen von Gott zusammengefügt wurden. Er möchte uns davon abhalten, unsere Ehen zu zerstören.

Aber wenn eine Ehe von Gott zusammengefügt werden kann oder auch nicht (je nachdem, wie gut der „Prozess“ voranschreitet), dann kann ich behaupten, dass eine Ehe unter Umständen nicht „funktioniert“ und daher geschieden werden kann. Das würde jedoch Jesu Lehre als Unsinn erscheinen lassen.

Nein, jede rechtmäßig geschlossene Ehe ist von Gott zusammengefügt.

© Crossway und Christopher Ash. Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch Married for God: Making Your Marriage the Best It Can Be von Christopher Ash.


Christopher Ash

Christopher Ash ist Mitarbeiter bei Tyndale House in Cambridge sowie Vollzeitprediger, Redner und Schriftsteller. Zuvor war er Direktor des Cornhill-Schulungskurses von Proclamation Trust sowie Pastor und Gemeindegründer. Er und seine Frau Carolyn sind Mitglieder der St. Andrew the Great Gemeinde in Cambridge und haben vier Kinder und sieben Enkelkinder.