Siebenmal haben wir Christus zu den Jüngern sagen hören: »Ich bin«, gefolgt von einem Vergleich aus der Natur oder aus dem Alltag der Jünger.

Ich bin das Licht der Welt, ich bin das Brot des Lebens, der Weg, die Wahrheit und das Leben, ich bin die Tür, ich bin der gute Hirte usw.

Und nun finden wir dieses »Ego eimi«, dieses »Ich bin« noch einmal im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung. Doch dort sagt es nicht der Rabbi aus Nazareth, dort spricht es der auferstandene und verherrlichte Jesus Christus; dort ist es mit göttlicher Macht, mit unvorstellbarem Glanz verbunden. Da ist niemand entsetzt, dass Er das von sich behauptet. Da kommt keiner mehr auf den Gedanken, das in Frage zu stellen. Da ist alles ganz klar.

Und der, der das erlebt, schreibt:

Bei seinem Anblick fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Doch er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: »Du brauchst dich nicht zu fürchten! Ich bin der Erste und der Letzte …« (Offb 1,17)

Ich möchte, dass wir uns Folgendes vor Augen führen: Als Jesus öffentlich auftrat, folgten Ihm viele nach. Die Bibel spricht von 72, die Er aussandte, das Reich Gottes zu verkünden. Zwölf Männer wählte Er in besonderer Weise aus und nannte sie Apostel. Unter ihnen waren drei, Petrus, Johannes und Jakobus, die seine engsten Mitarbeiter waren. Und unter diesen gab es einen, dem sich Jesus ganz besonders zuwandte: Johannes. Die Bibel sagt, dass er der Jünger war, den Jesus liebte. Und diesem Jünger Johannes erscheint Jesus Christus nun 50 Jahre nach der Auferstehung.

Wie stellen wir uns diese Begegnung vor? Johannes sieht Jesus nach so langer Zeit der Trennung wieder. Voller Freude und Begeisterung läuft er auf Ihn zu und fällt Ihm in die Arme. War es so? Nein! Johannes selbst berichtet es völlig anders: » Bei seinem Anblick fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder.« Wie das? Nun, vor Johannes steht nicht der Jesus von Nazareth, den Johannes so gut kannte, sondern vor ihm steht Christus in seiner Majestät, »der Erste und der Letzte«.

Halten wir das fest, wenn wir von Jesus sprechen. Wir haben es mit Jesus Christus zu tun, dem erhöhten Herrn! Er ist nicht der Kumpel, der coole Typ, Er ist der souveräne Herr, der König über alle Könige! Er hat das Recht und die absolute Autorität zu sagen: »Ich bin der Erste«. Was aber bedeutet das?

 

1. Jesus – der Erste

Wir dürfen uns darunter nicht vorstellen, dass Jesus das erste und hervorragendste der Geschöpfe Gottes war, so wie es die Zeugen Jehovas lehren. Die Bibel kommentiert diese Worte und beschreibt damit in unvergleichlicher Weise die Einzigartigkeit von Jesus:

 »Der Sohn ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über der gesamten Schöpfung steht. Denn durch ihn wurde alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, Könige und Herrscher, Mächte und Gewalten. Das ganze Universum wurde durch ihn geschaffen und hat in ihm sein Ziel. Er war vor allem anderen da, und alles besteht durch ihn« (Kol 1,15-17).

Christus ist also die Lebensquelle der ganzen Schöpfung. Er ist Grund, Ausgangspunkt, Ursprung, Mittelpunkt und Ziel von allem. Er ist der ewige Sohn Gottes. Er ist der Allmächtige, dessen Allmacht die Ausführung der Ratschlüsse Gottes verbürgt.

Und nicht nur das, Er ist auch der Erste weil Gott, der Vater, Ihm alles übergeben hat. Er ist das Haupt. Die Bibel sagt:

»Gott gab Christus in der himmlischen Welt den Ehrenplatz an seiner rechten Seite. Damit steht Christus jetzt hoch über allen Mächten und Gewalten, hoch über allem, was Autorität besitzt und Einfluss ausübt; er herrscht über alles, was Rang und Namen hat – nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Ja, Gott hat ihm alles unter die Füße gelegt, und er hat ihn, den Herrscher über das ganze Universum, zum Haupt der Gemeinde gemacht. Sie ist sein Leib, und er lebt in ihr mit seiner ganzen Fülle – er, der alles und alle mit seiner Gegenwart erfüllt« (Eph 1,21-23).

Welche Rolle spielt Jesus Christus in deinem Leben? Hat Er die »Hauptrolle« oder spielt Er nur eine Nebenrolle? Ich habe Menschen kennengelernt, bei denen war Er nicht mehr als ein religiöser Statist.

Die entscheidende Lebenswende beginnt damit, dass du den, der Erste über allem ist, bittest, auch der Erste in deinem Leben zu sein. Das gilt auch für uns Christen – Jesus darf nicht nur der Heiland, Er muss auch der Herr unseres Lebens sein. Und wir müssen immer mehr lernen, auf die »erste Rolle« zu verzichten. Das hat Jesus einmal sehr deutlich zum Ausdruck gebracht: »Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen« (Mt 16,24). Hier möchte ich aber klar betonen: Wenn Jesus Christus der Erste in unserem Leben wird, dann werden wir keine religiösen Marionetten. Der Sohn Gottes macht uns nicht zu willenlosen Werkzeugen. Im Gegenteil: Er gestaltet und entfaltet unser Leben und setzt die uns verliehenen Gaben und Fähigkeiten zur Ehre Gottes und zum Segen für unsere Nächsten frei.

Gehen wir weiter:

 

2. Jesus – der Letzte

Die Frage nach dem Ziel allen Seins war schon immer eine der großen Menschheitsfragen. Was hilft der gelungenste Start, wenn das Ziel unklar ist? Schon die kleinen Ziele unseres Lebens sind Ansporn und setzen Energien frei. Christsein hat nicht nur einen klaren Start, sondern auch ein klar umrissenes Ziel.

Jesus Christus hat nicht nur gesagt: »Ich bin der Erste« – Er hat auch gesagt: »Ich bin der Letzte«. Das Ende ist nicht ein Ereignis, sondern eine Person: Jesus Christus. Er ist als der Letzte das Ziel aller Entwicklung, der endliche Überwinder sämtlicher Feinde. Er steht auf dem Kampfplatz als der Triumphator, der den Gang der Geschichte nach seinem Wohlgefallen lenkt. Zuletzt gibt Er allen Überwindern den endlichen Frieden.

Jesus ist der Letzte, weil Er auch der Erste ist, die Quelle, der alles Leben entspringt, von welcher alles abhängig bleibt. Er hat als der Erste auch das Ende in seiner Hand. Nichts vermag gegen Ihn anzukommen. Während die Geschichte von ihrem Ursprung her dem Ziel entgegeneilt, bleibt Er Derselbe, der unwandelbar über ihr steht. Er hat die Kontrolle über alles, um seines Volkes willen, zu ihrem Schutz und zu unserer endgültigen Errettung.

Mag unser Lebensweg noch so rätselhaft sein, mögen wir durch manch dunkle Täler gehen, vor scheinbar unüberwindlichen Hindernissen stehen, weil Jesus der Erste und der Letzte ist, soll das Bekenntnis des Paulus auch das unsere sein: »In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns so sehr geliebt hat. Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch unsichtbare Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch gottfeindliche Kräfte, weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn« (Röm 8,37-39).

Und ein letzter Punkt:

 

3. Jesus – der Lebendige

Christen verehren keinen »großen Toten«, und sie verehren keine berühmte Gestalt der Geschichte. Christen verehren den Einen, der gesagt hat:

»Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, aber jetzt lebe ich in alle Ewigkeit« (Offb 1,17-18).

Wenn wir aufmerksam zugehört haben, merken wir, dass es hier in der Kontinuität des Lebens einen Bruch gibt. Der Lebendige sagt von sich: »Ich war tot«. Wieso dieser Bruch? Damit erinnert Er uns daran, dass Er, der Allmächtige und Ewige uns in unserem erbärmlichen Sündenelend sah, verdammenswerte Kreaturen vor dem heiligen Gott. Er hatte Erbarmen mit uns, den Todgeweihten, kam auf diese Erde, nahm unser Fleisch und Blut an, um für uns in den Tod zu gehen. Aus lauter Gnade trug Er das Verdammungsurteil, das wir verdienen. Die Bibel sagt:

»Man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünde zerschlagen. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz und wir sind durch seine Striemen geheilt« (Jes 53,5).

Und Paulus fügt hinzu: »Der Gott, auf den wir unser Vertrauen setzen, hat Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt – ihn, der wegen unserer Verfehlungen dem Tod preisgegeben wurde und dessen Auferstehung uns den Freispruch bringt« (Röm 4,24-25).

So hat Jesus uns ermöglicht, Anteil zu haben an Ihm, dem Lebendigen, und an seinem Heil. Und weil Er sagt: »Ich war tot, aber jetzt lebe ich in alle Ewigkeit«, ist Er bei uns und lebt durch seinen Heiligen Geist in uns. Das ist das Unvergleichliche, das absolut Neue, im Gegensatz zu allen Religionen. Wenn ich am Morgen erwache, kann ich sagen: »Danke, Herr Jesus, dass Du da bist!« Probleme, Spannungen, Freude, Versagen – bei allem, was das Leben ausmacht und was das Leben ist, ist Er da. Jesus, der Erste und der Letzte und der Lebendige, ist auch der Gegenwärtige.

Weil wir Ihn jedoch nicht sehen, können wir das so leicht übersehen und vergessen. Deshalb hat Er unserer Schwachheit abgeholfen und uns z.B. im Abendmahl sichtbare Zeichen seiner Gegenwart geschenkt. Und so will ich auch heute wieder mit Ihm rechnen und diesem Wort voll vertrauen: »Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, aber jetzt lebe ich in alle Ewigkeit« (Offb 1,17-18).

 

UdoSchmidt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorie

Artikel, Ich-Bin-Worte, Jesus Christus - Gottes Sohn, Souveränität Gottes, Trost durch Göttliche Verheißungen