Jesus Christus ist nicht nur ein Licht in dieser Welt, Er ist das Licht der Welt – es gibt kein Licht in dieser Welt außer Ihn. Wenn ein Licht in dieser Welt existiert, so ist es Jesus – also entweder haben wir Jesus oder wir haben Finsternis; eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Daher ist jeder Mensch, der sich nach Erleuchtung, nach Licht sehnt, von Jesus abhängig.

Aber dass Jesus das Licht der Welt ist heißt auch, dass Er nicht nur Einzelne, die sich nach Licht sehnen, erleuchten kann, nein, die ganze Welt braucht Jesus als das Licht, denn die Welt wurde für dieses Licht erschaffen. Jesus ist kein fremdes Licht, das von außen in unsere Welt hineinscheint, Er ist der Schöpfer und Eigentümer dieser ganzen Welt. Wenn Jesus also als Licht erscheint, macht Er nicht nur die Sünde mit all ihrer Abartigkeit sichtbar, Er lässt uns auch erkennen, was wahre, ursprüngliche, göttliche Herrlichkeit und Schönheit ist. Unsere Welt wurde erschaffen, damit wir die Herrlichkeit Jesu erkennen und uns an ihr erfreuen.

Und zuletzt wird Jesus als Licht der Welt eines Tages die ganze Welt mit seinem Licht und seiner Herrlichkeit erfüllen, wie das Wasser das Meer erfüllt, und alle Werke der Finsternis werden mitsamt allen, die die Finsternis lieben, aus dieser Welt entfernt werden. Daher bezeichnete Jesus die Hölle auch an mehreren Stellen als „äußerste Finsternis“ (vgl. Mt 8,12; 22,13; 25,30). Wenn dieser Tag kommt, wird es nur noch Licht geben, weil Jesus, der die Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes ist, alles mit seinem herrlichen Licht erfüllen wird.

Jesus als Licht in unserer Dunkelheit

Jesus ist in vielerlei Hinsicht das herrliche Licht der Welt. Wer Ihm nachfolgt, wird niemals mehr in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des ewigen Lebens haben. Ja, Jesus wird uns als Licht der Welt unsere Sünden vor Augen führen – was ein großes Gnadengeschenk ist, denn nur so können wir uns der tödlichen Macht der Sünde bewusst und von ihr erlöst werden. Doch Er tut noch mehr: Er wird uns Gottes Herrlichkeit zeigen, die Liebe unseres Gottes und Vaters in Jesus Christus, die Er am Kreuz mehr als deutlich unter Beweis gestellt hat.

In Seinem Licht werden wir auch die Welt um uns herum mit ganz anderen Augen sehen. Nichts wird mehr so sein wie bisher. Sogar erschreckende Dinge wie Erdbeben, Tsunamis, Leiden und auch der Tod stehen in Christus in einem völlig neuen Licht. Denn bis Christus erscheinen wird, um die ganze Welt mit Seiner Herrlichkeit zu erfüllen und alles Leid, allen Schmerz, alle Sünde aus dieser Welt zu entfernen, gibt Er uns die Kraft all diese Schrecken der Finsternis zu ertragen. Jesu Licht scheint schon heute, um dich zu trösten, wenn du einen geliebten Menschen verloren hast. Es scheint für dich als Licht auf dem Weg, wenn du nicht mehr weiter weist. Jesu Licht schenkt dir den Blick auf das liebevolle Vaterherz Gottes hinter jeder Not und jedem Kummer.

Lasst uns also Jesu Aufforderung folgen, der sagte: „Während ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet!“ (Joh 12,36). Wenn du auf Jesus Christus vertraust, wenn Er dein kostbares Licht ist, wenn du Ihm nachfolgst, indem du Ihn zu deiner Lebensweisheit, zu deinem Lebensmaßstab machst und Ihn als dein kostbarsten Gut ansiehst, dann bist du ein „Sohn (eine Tochter) des Lichts“; dann bist du durch den Glauben in die Familie des Lichts hineingeboren und Jesu Licht wird in dir niemals mehr erlöschen! In dem Moment deines Todes, wenn alle anderen denken, dein Licht erlischt, wird Jesus Christus in Ewigkeit dein Licht des Lebens sein.

Sehend und doch nicht sehen!

Nachdem Jesus vor den Menschen bezeugte, das „Licht der Welt“ zu sein, sprachen einige zu Ihm: „Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr“ (V. 13). Mit anderen Worten: „Jesus, du behauptest von dir das Licht der Welt zu sein, aber wir sehen nichts davon.“ Die Herzen dieser Menschen waren schlichtweg blind. Sie waren zwar sehend, konnten aber dennoch das Entscheidende nicht sehen. Wer Jesu Licht erkennt, der sieht es nicht anhand von Beweisen oder logischer Schlussfolgerung, er sieht es mit dem glaubenden, lebendigen Herzen. Daher lautete Jesu Antwort an diese Leute:

„Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe“ (V. 14). Jesus kam von Gott, dem Vater, und Er würde zu Gott, dem Vater, zurückkehren. Da diese Menschen Gott aber nicht kannten, waren sie auch blind für Jesu Göttlichkeit. Sie urteilten nur „nach dem Fleisch“ (V. 15). Doch um geistliche Dinge verstehen zu können, mussten sie von neuem geboren werden (vgl. Joh 3,6-7). Sie brauchten neue Herzen, erschaffen durch Gottes Geist, die fähig waren geistliche Dinge zu erkennen – denn niemand erkennt, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes (vgl. 1Kor 2,7-15).

Deshalb fährt Jesus auch fort mit den Worten: „Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich gekannt hättet, so würdet ihr auch meinen Vater gekannt haben“ (V. 19). Diese Aussage Jesu und seine darin enthaltene Identifikation mit Gott war so provokativ, dass Johannes an dieser Stelle seinen Bericht kurz unterbricht um deutlich zu machen, dass es sich nur um ein Wunder handeln konnte, dass die Pharisäer Jesus daraufhin nicht sofort töteten, denn „seine Stunde“, die von Gott festgesetzte Stunde in der Jesus sterben sollte, „war noch nicht gekommen“ (V. 20).

Allerdings blieb Jesus nicht bei dieser Analyse stehen. Er warnte seine Gesprächspartner vor der Konsequenz ihrer Blindheit: „Ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben“ (Joh 8,21). Jesu Warnung ist mehr als deutlich: Wenn Ihr in eurer Blindheit bleibt und mich weiterhin als Licht der Welt ablehnt, habt Ihr keine Hoffnung und werdet niemals zu Gott kommen! „Wenn Ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet Ihr in euren Sünden sterben“ (V. 24).

Wieder und wieder betont Jesus, dass Er von Gott gesandt ist, dass Seine Worte Gottes Botschaft an die Menschen sind, und Er beendet Seine Predigt mit der Voraussage, dass seine Zuhörer schließlich genau das erkennen werden, was sie nicht sehen können: „Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht (gekreuzigt) haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin …“ (V. 28).

Siehe und glaube!

Die letzten Worte Jesu bedeuten nicht, dass seine Zuhörer alle beim Anblick des Gekreuzigten zum Glauben kamen. Es bedeutet aber, dass sie durch ihr Mitwirken an der Kreuzigung Jesu Ihm unwissentlich dabei halfen, seinen Auftrag als „Licht der Welt“ zu erfüllen. Es ist als würde Jesus ihnen sagen: „Ihr werdet mich erhöhen. Ihr werdet mich kreuzigen. Und wenn dies geschieht, wird meine Rolle als das erlösende, rettende und herrliche „Licht der Welt“ in die Tat umgesetzt. Ich werde auferstehen und in Ewigkeit regieren und mein Licht wird ewig scheinen. Es wird der Tag kommen, an dem Ihr dies erkennt. Glaubt jetzt daran, und eure Sünden werden Euch vergeben werden. Doch tötet mich und lehnt mich ab, so werdet Ihr in euren Sünden sterben – doch wenn Ihr dann die Wahrheit erkennt, wird es zu spät sein!“

Dasselbe, was auf die Zuhörer Jesu galt, trifft auch auf dich und mich zu. Wir können auf Jesus als das „Licht der Welt“ vertrauen und leben. Oder wir lehnen Ihn ab und sterben in unseren Sünden – doch dann ist es zu spät! Diese Diskussion zwischen Jesus und seinen Zuhörern scheint so hoffnungslos zu sein. Und dennoch schließt Johannes seinen Bericht mit dem tröstlichen Hinweis: „Als er dies redete, glaubten viele an Ihn“ (V. 30). Möge Gott diesen Glauben in den Herzen aller Leser bewirken!

 

Piper

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