Jesus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“ (Joh 11,25-26).

 

Glaubst du das? Was geht dir durch den Kopf, wenn du diese Aussage von Jesus liest? Kannst du dem Glauben schenken, was Jesus hier von sich selbst sagt? Oder denkst du dir: Wenn es nicht diese Geschichte wäre, dann könnte ich vielleicht Jesus glauben, aber das geht mir dann doch ein bisschen zu weit. Das Neue Testament berichtet ja so einiges aus dem Leben Jesu, aber die Geschichte von der Auferweckung Lazarus ist dann doch eine Nummer zu groß. Wer kann an so etwas wirklich noch glauben?

Am meisten verwundert vielleicht die Tatsache, dass Jesus, obwohl er von der Krankheit seines Freundes wusste, absichtlich zwei weitere Tage wartet, bis Er sich schließlich mit seinen Jüngern auf den Weg macht. Hättest du so gehandelt, wenn du wüsstest, dass ein sehr guter Freund von dir sterbenskrank ist? Vermutlich nicht.

Die Auferweckung des Lazarus ist deshalb so spektakulär, weil es der Höhepunkt der Zeichen war, die Jesus tat, um deutlich zu machen, dass Er der Sohn Gottes ist. Es war sein letzter großer öffentlicher Akt, der die Menschen wachrütteln und zum Glauben rufen sollte, bevor Jesus sich auf seine Passion und sein Sterben vorbereitete.

Die Frage Jesu an Marta: „Glaubst du das?“, ist gleichzeitig die Frage, die sich dir und mir heute stellt. Gegen Ende seines Evangelienberichtes nennt Johannes ausdrücklich die Absicht, die er mit diesem Bericht verfolgt: „Was hier berichtet ist, wurde aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an ihn in seinem Namen das Leben habt“ (Joh 20,31).

Bis zu dem Tag der Auferweckung des Lazarus hatte Jesus sich den Menschen bereits als „das Brot des Lebens“, „das Licht der Welt“, als „die Tür zu den Schafen“ und als „der gute Hirte“ zu erkennen gegeben und damit Menschen dazu aufgefordert, ihr Vertrauen auf Ihn zu setzen.

Und ich könnte mir gut vorstellen, dass viele mit diesen bisher genannten Metaphern wenig Probleme haben. Insbesondere die Vorstellung von Jesus als dem guten Hirten ist für viele eine schöne und tröstliche Vorstellung. Aber wie steht es um seinen Anspruch, die Auferstehung und das Leben zu sein?

Nun, die Aussage Jesu soll uns nicht verwirren, sondern eher im Gegenteil – sie soll zum Glauben an Jesus Christus führen oder den vorhandenen Glauben an Ihn stärken. „Glauben“ aus biblischer Sicht bedeutet nicht, seinen Verstand aufzugeben, sondern von etwas so sehr überzeugt zu sein, dass wir dadurch eine völlig neue Sichtweise auf Gott, auf uns selbst und auf die Welt um uns erhalten.

Ob du bereits an Jesus glaubst oder Ihm noch skeptisch gegenüberstehst, der Text fordert dich auf: Setze dein Vertrauen in Jesus Christus, denn nur Er allein kann dir neues Leben und eine Hoffnung über den Tod hinaus geben!

Ich möchte dieses „Ich-bin-Wort“ Jesu anhand von drei Gedanken betrachten.

 

  1. Eine klare Ansage

Alle insgesamt sieben „Ich-bin-Worte“ Jesu sind in einen bestimmten Kontext hineingesprochen. Jesus hat sich nicht mit seinen Jüngern zusammengesetzt, ihnen Zettel und Stift in die Hand gedrückt und gesagt: Liebe Jünger, passt mal gut auf. Ich sage euch jetzt ein paar ausgefeilte Dinge über mich. Nein, Jesus sprach diese Worte in eine ganz konkrete Situation hinein. In diesem Fall war sein Ausruf, „die Auferstehung und das Leben“ zu sein, eine Erwiderung auf die Worte Martas.

Lazarus war tot und Jesus war gekommen, um ihn aufzuwecken (vgl. V. 11). Als Jesus in Betanien, dem Heimatort von Lazarus ankam, war dieser bereits seit vier Tagen tot. Aus rabbinischen Quellen wissen wir, dass man damals davon ausging, dass die Seele den Körper des Verstorbenen nach drei Tagen verlässt. Jesus wählte den Zeitpunkt seiner Ankunft also mit Bedacht, sodass auch für jeden unzweifelhaft feststand, dass Lazarus wirklich tot und nicht etwa scheintot war.

Jesus tröstete die trauernde Marta mit den Worten, dass ihr Bruder Lazarus wieder auferstehen würde, wobei sie als gläubige Israelitin an die Auferstehung der Toten am letzten Tag dachte. Darauf folgten Jesu Worte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“

Marta lag mit ihrer Sicht, dass es eine Auferstehung aller Toten geben würde, nicht falsch, und diese Gewissheit gab ihr auch einen gewissen Trost. Doch Jesus forderte sie zu weit mehr auf. Er wollte ihr sagen: „Marta, glaube an mich! Vertraue mir, denn ich selbst bin der Grund, dass dein Bruder, und jeder andere Mensch, eines Tages auferstehen wird! Deine Hoffnung ist berechtigt, aber nur, weil sie in mir zur Erfüllung kommen wird!“

Bereits einige Kapitel zuvor sprach Jesus von der Auferstehung der Toten: „Ich sage euch: Die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und wer sie hört, wird leben. Denn wie der Vater aus sich selbst heraus Leben hat, so hat er auch dem Sohn die Macht gegeben, aus sich selbst heraus Leben zu haben“ (Joh 5,25-26).

So wie Marta, sind auch wir aufgefordert, nicht nur an eine endzeitliche Hoffnung zu glauben, sondern vor allem auf die eine Person zu vertrauen, die uns diese Hoffnung erst ermöglicht. Jesus selbst soll unsere Hoffnung im Leben und im Sterben sein!

Nach dieser Ansage, fährt Jesus fort und erklärt Maria, was es konkret bedeutet, dass Er die Auferstehung und das Leben ist.

 

  1. Eine klare Verheißung

„Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben.“

Andere Bibelübersetzungen schreiben: „Und wer lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit“, was dem originalen Wortlaut entspricht, jedoch dasselbe meint. Dieser Satz ist im Griechischen in der stärkst möglichen Verneinung ausgedrückt. Jesus möchte demnach unmissverständlich deutlich machen, dass jeder, der an Ihn glaubt, die göttliche Garantie des ewigen Lebens hat.

Jetzt mag der ein oder andere über den Gedanken an das ewige Leben müde lächeln, aber ist es nicht so, dass Jesus hier DAS Bedürfnis der Menschheit anspricht? Viele betrachten religiöse Vorstellungen vom ewigen Leben im Himmel als Wunschvorstellung und als reine Krücke, doch unser ganzes Verhalten zeugt davon, dass es eigentlich genau das ist, wonach wir uns sehnen!

Niemand von uns möchte sterben, es sei denn er ist in einem so beklagenswerten Zustand, dass wir vom Tod als von einer Erlösung sprechen. Aber wenn wir die Möglichkeit hätten, täten wir alles darum, erst gar nicht in diesen elenden Zustand zu gelangen.

Unser Leben und unsere Gesundheit sind uns so kostbar, dass wir sorgfältig damit umgehen. Menschen wünschen sich von Lastern freizukommen, von denen sie wissen, dass es ihre Lebenszeit verkürzen kann. Je nachdem in was für einem Alter Menschen sterben, sprechen wir davon, dass sie viel zu früh verstorben sind, weil wir eine gewisse Lebenserwartung haben. Medizinische Triumphe werden gefeiert. So lesen wir zum Beispiel: „Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Wem es zuerst gelingt, dem winken viele Milliarden. Ein US-Amerikaner behauptet: Er stünde kurz vor einem Durchbruch … Die Sehnsucht nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit, nach einem langen Leben ohne Krankheiten und Gebrechen, begleitet den Menschen schon immer. Sie ist der Stoff, aus dem unzählige Romane und Filme gemacht sind. Und einiges, was dabei vor Jahrzehnten noch wie pure Science-Fiction klang, ist längst Wirklichkeit. Schon heute halten Menschen, um möglichst alt zu werden, spezielle Diäten ein, schlucken täglich Pillen und lassen sich intravenös auffrischen. Der Wunsch, den Tod aufzuhalten oder zumindest das Altern, nährt eine ganze Unsterblichkeitsindustrie.“[1]

Im Gegensatz dazu müssen Ärzte sich rechtlich gut absichern, wenn sie nicht bei Misserfolg verklagt werden wollen. Wir lieben unser Leben und klammern uns daran, wie an nichts Anderes.

Du magst vielleicht Jesu Verheißung belächeln, doch eigentlich bietet Er dir etwas, was sich jeder Mensch wünscht: Ein Leben voller Erfüllung und Freude, ganz ohne den bitteren Beigeschmack von Krankheiten, Schmerzen und Tod, und das alles in Ewigkeit!

Jesus macht zwar deutlich, dass auch die, die an Ihn glauben, nach wie vor den physischen Tod erleiden müssen („Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“), aber der Tod wird seine destruktive Macht über sie verlieren.

An einer anderen Stelle sagte Jesus: „Ich versichere euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben getan“ (Joh 5,24).

Was Jesus deutlich machen möchte ist, dass wir bereits in diesem Leben einen gewissen Anteil am ewigen Leben haben, wenn wir an Ihn glauben. Der Apostel Paulus schrieb über die Christen in Epheser 2,6: „Zusammen mit Jesus Christus hat er uns vom Tod auferweckt, und zusammen mit ihm hat er uns schon jetzt einen Platz in der himmlischen Welt gegeben, weil wir mit Jesus Christus verbunden sind.“

Konkret heißt das, dass die christliche biblische Lehre von der Auferstehung keine reine Vertröstung auf die Zeit nach dem Tod ist, sondern bereits in diesem Leben erfahrbar ist, weil sie hier ihren Anfang nimmt.

Jesus war kein religiöser Scharlatan, der den Menschen ein Seelenheil nach dem Tod versprochen hat, das von keinem Menschen nachgeprüft werden kann. Nein, Er zeigt, dass der Glaube an Ihn bereits in diesem Leben machtvolle Auswirkungen haben wird – und als Beweis dafür, dass es keine leere Behauptung war, rief Er Lazarus aus dem Tod zurück! Doch Jesus gab uns noch einen größeren Beweis seiner Macht und der Zuverlässigkeit seiner Behauptung: Er selbst opferte sich am Kreuz für die Sünden der Seinen und stand nach drei Tagen von den Toten auf und „wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn“ (Röm 6,9).

Diese Welt hat viele religiöse Führer gesehen und viele Versprechen gehört, doch nur von Jesus kann objektiv gesagt werden, dass Er seit über zweitausend Jahren das Leben von Menschen auf der ganzen Welt so radikal verändert, wie niemand anderer. Und ich weiß, dass viele Menschen diese Zeilen lesen werden, die genau das erlebten. Ihr Leben wurde so radikal verändert, dass es ein Wunder ist. Die Umstände sind vielleicht so geblieben, aber etwas hatte sich verändert. Sie haben die Kraft des auferstandenen Herrn Jesus erfahren, der ihnen neues Leben gegeben hat. Ewiges Leben in Jesus Christus zu haben bedeutet, eine geklärte Beziehung mit Gott im Hier und Jetzt!

Die abschließende Frage lautet also: Glaubst du das?

 

  • Eine klare Antwort

Nach dem Gespräch mit Marta begegnet Jesus Maria, der zweiten Schwester des Lazarus, und den trauernden Gästen. Wir lesen, dass Jesus mit Zorn und Schmerz erfüllt wurde und weinte, als Er die weinenden Leute sah. Es werden verschiedene Erklärungen für den Grund der emotionalen Reaktion Jesu gesucht, doch ich denke, dass Jesus auf den Unglauben der Menschen reagierte. Wir sehen, dass Marta und Maria eine große Erwartungshaltung gegenüber Jesus hatten; ja, Marta nennt Ihn sogar „Christus, … Sohn Gottes“ (V. 27), doch die Reaktion der übrigen Juden in Vers 37 und die anfängliche Weigerung der Marta, das Grab zu öffnen, offenbaren, dass sie nicht die Tragweite dessen verstanden hatten, was es bedeutet, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes, ist.

Jesus hatte sich ihnen als die Auferstehung und das Leben offenbart und sie trauerten immer noch wie Menschen, die keine Hoffnung haben. Trauer über den Verlust eines Menschen ist natürlich und hat seinen Platz im menschlichen Leben. Doch wer sich als Christ zur Auferstehungshoffnung bekennt, aber so trauert, als gäbe es keine Hoffnung, der weckt Zweifel an seiner Hoffnung. Und erst, als Jesus Lazarus auferweckt hatte, lesen wir, dass viele der Juden an Ihn glaubten.

Diese Geschichte macht etwas deutlich: Es ist entscheidend, wie wir auf Jesu Frage „Glaubst du das?“ antworten.

Sofern du dich noch nicht als Gläubigen bezeichnen würdest, möchte ich dich fragen, was dich abhält an Jesus zu glauben. Denn schließlich wird dir niemand sonst das geben können, wonach du dich sehnst: ein neues, verändertes Leben; ein Leben mit Gott, frei von Schuld und von der hoffnungslosen Angst vor dem Tod.

Es mag aber sein, dass du dich, wie Marta, zu Jesus als dem Herrn und Sohn Gottes bekennst. Auch dann gilt dir die Frage Jesu: „Glaubst du das?“

Marta und die Jünger waren das, was wir heute als gläubige Christen bezeichnen würden. Sie bekannten sich zu Jesus als dem Gesandten Gottes und trauten Ihm durchaus Vieles zu, aber dennoch mussten sie feststellen, dass ihre Sicht von Jesus noch viel zu eingeschränkt war.

Ihr Vertrauen in Jesus wurde aber belohnt. Sie sahen die Herrlichkeit Gottes und ihr Glaube wurde dadurch gestärkt. Für Marta, Maria und die anderen war die Situation aussichtslos gewesen. Und tatsächlich stellt der Tod nach unserem menschlichen Erfahrungsbereich die letzte Grenze des Möglichen dar. Jesus machte durch die Auferweckung des Lazarus deutlich, dass Seine Möglichkeiten niemals erschöpft sind. Er gebietet selbst über den Tod. Alles und jeder muss seiner Stimme gehorchen. Jesus schenkte Hoffnung, wo eigentlich keine mehr zu erwarten war.

Zweifelst auch du an der Macht Jesu in deinem Leben? Dann bitte Gott, dass Er deinem Unglauben helfe und warte darauf, in und durch Jesus die Herrlichkeit Gottes zu sehen.

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“

[1] https://www.welt.de/wissenschaft/article151219588/Wie-Forscher-den-Alterungsprozess-aufhalten-wollen.html

 

 

Münch

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