Mich hat schon immer die Geschichte fasziniert, in der berichtet wird, wie Jesus Christus mit nur fünf Broten und zwei Fischen Tausende von Menschen speiste – ein unglaubliches Wunder, wie es in Israel noch nie geschehen war. Die Begeisterung war grenzenlos. Als die Sonne unterging und die Menschen nach Hause zogen, gab es nur noch ein Thema: Der Messias! Das musste der von Gott versprochene Retter sein.

Am nächsten Tag versammelte sich erneut eine riesige Menschenmenge. Alle waren voller Erwartungen. Was würde Er heute für sie tun? Welche Wunder würden sie heute erleben? Vielleicht hatten manche auf das Frühstück verzichtet in der Hoffnung, Er werde ihnen ein Superfrühstück servieren. Jesus aber empfing die Menschen mit einem ernüchternden Satz – einem Satz, den auch wir unbedingt hören müssen: „Ich will euch sagen, warum ihr mich sucht: Ihr sucht mich nur, weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Aber was Gott euch mit diesem Wunder sagen wollte, interessiert euch nicht“ (Joh 6,26).

Jesus konfrontiert diese Menschen mit ihrem ganz entscheidenden Irrtum. Denn ihr eigentliches Interesse an Jesus lag darin, dass Er ihre irdischen Bedürfnisse befriedigt hatte. Sie waren so besessen von der materiellen Welt, dass sie unfähig waren, zu erkennen, dass der echte Segen den Jesus ihnen anbot, weit über diesem Niveau liegt. Wie sehr trifft Jesu Kritik doch auf die heutige selbstzentrierte, narzisstische Religiosität zu, die wir sogar bei manchen derer vorfinden, die sich „evangelikal“ nennen. Fragen, wie: „Was habe ich davon?“ „Wird es mir wirklich etwas bringen?“ Oder denken wir an die heute geläufige Einladungspraxis: „Komm doch zu Jesus. Er wird dich von all deinen Problemen befreien.“ Und wie viele glauben dann, Jesus sei nur dazu da, um ihre irdischen Bedürfnisse zu stillen. Zu solchen sagt Jesus: „Was Gott euch mit diesem Wunder sagen wollte, interessiert euch nicht.“ Schließlich ging es Jesus bei diesem großartigen Wunder nicht bloß darum, den leiblichen Hunger Tausender zu stillen, sondern dass sie Gottes Handeln erleben und in Jesus den von Gott gesandten Erlöser erkennen. Aus diesem Grund führt Jesus ihnen deutlich vor Augen, wer Er ist, wenn Er spricht: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben“ (Joh 6,35). Die Menschen sollten begreifen, dass Er das Brot ist, das wirklich satt macht, das Brot des Lebens, für jeden neuen Tag!

Es geht also nicht um materielles Brot, es geht um Jesus. Es geht weder um Wunder noch um Wohlstand – es geht zuerst um Jesus. Wer das nicht begreift, hat nichts von dem begriffen, was Gott anbietet. Jesus selbst sagt dazu noch einen zentralen Satz. Hören wir bitte genau hin: „Ihr solltet euch nicht so viel Mühe um die vergängliche Speise machen, bemüht euch vielmehr um die Nahrung, die Bestand hat und das ewige Leben bringt“ (Joh 6,27). Und wir haben ja die Deutung Jesu gehört. Er, Jesus, ist die Nahrung für ein erfülltes und unvergängliches Leben. Um Ihn soll sich der Mensch „bemühen“. Jesus muss im Zentrum unseres Lebens stehen.

Im Neuen Testament werden drei Bezeichnungen für „Leben“ verwendet. Für das irdische Dasein verwenden die Schreiber der Bibel an einigen wenigen Stellen den griechischen Begriff „bios“. Für die tiefere menschliche Existenz wird das Wort „psyche“ gebraucht; hier geht es um den immateriellen Teil des Menschen, um die Empfindungen, Wünsche, Verhaltensmuster usw. Für eine völlig neue, von Gott geschenkte Lebensqualität verwendet die Bibel die Vokabel „zoé“. In der Bibel bezeichnet „zoé“ die höchste Stufe des Seins. „Zoé“ ist Gottes Leben. Und diesen Begriff finden wir allein in diesem Kapitel 18 Mal. Jesus ist das Brot göttlichen, ewigen Lebens („zoé“)!

Physisches und psychisches Leben erhält der Mensch durch Zeugung und Geburt. Die „zoé“, das übernatürliche, göttliche Leben, ist ein späteres Geschenk Gottes. Wer dieses Geschenk annimmt, wird dadurch zu einem Kind Gottes und hat das Leben, dem der Tod nichts mehr anhaben kann. Darum wird dieses Leben auch „ewiges Leben“ genannt. Und nun denken wir uns einmal in dieses Geschehen hinein: Da steht dieser Jesus von Nazareth vor einer riesigen Menschenmenge und ruft ihr zu: „Ich bin das Brot des göttlichen Lebens“ und wenig später: „Wer dieses Brot isst, der wird in Ewigkeit leben!“ Das mussten seine Zuhörer als ungeheure Anmaßung empfinden. Kein Wunder, dass viele negativ darauf reagierten: „Was er da redet, ist eine Zumutung! Wie kann man von jemand verlangen, sich so etwas anzuhören?“ (Joh 6,60).

Aber genau das ist die harte Auseinandersetzung in der Begegnung mit Jesus Christus – bis heute!

 

Jesus – das lebensnotwendige Brot

Stell dir einmal vor, Jesus hätte damals gesagt: „Ich bin die Sahnetorte für einen gemütlichen Sonntagnachmittag“ oder „Ich bin ein köstliches Dessert nach dem Mittagessen.“ Das würde zwar seltsam klingen, aber genau der Vorstellung vieler Menschen entsprechen. Religion, ein Hauch Frömmigkeit, Konfirmation, Trauung, ein ansprechender Weihnachtsgottesdienst – das waren und sind genussvolle Desserts des Lebens, aber lediglich fromme Randverzierungen. Leben kann man auch ohne das alles. Millionen praktizieren das so. Sie haben der Kirche und dem wahren Glauben längst den Rücken gekehrt. Aber Jesus Christus sprach nicht von Religion, Er sprach von Seiner fundamentalen, elementaren Rolle, in Bezug auf die wahre Not des Menschen!

Zur Zeit Jesu war Brot die Grundlage des Lebens, so wie heute für Millionen in der Dritten Welt. Mit anderen Worten sagte Jesus hiermit: „Ich bin das unverzichtbare Brot, ich bin für jeden Menschen lebensnotwendig. Wer wirklich leben will, braucht mich.“ Er verwendete sogar noch deutlichere, geradezu schockierende Wort: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Dieses Brot, das ich ihm geben werde, ist mein Fleisch; ich gebe es hin für das Leben der Welt. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn an jenem letzten Tag auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank“ (Joh 6,51-55). Jesus ist lebensnotwendig!

Doch Er ist nicht nur ein Brot unter vielen. Nein! Jesus sagt: „Ich bin das Brot.“ Der Artikel ist entscheidend, denn „Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können“ (Apg 4,12). Daher gelten Jesu Worte auch für dich. Jesus möchte dir wahres, erfülltes, ewiges Leben geben. Ein Leben ohne Hunger und Durst.

Wenn wir an unsere Umgebung denken, dann sehen wir viele hungrige und durstige Menschen! Hunger inmitten von Wohlstand. Doch woher kommt dieser Hunger? Die Antwort lautet: Gott hat den Menschen in Seinem Bild erschaffen, mit dem Ziel, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Doch als der Mensch sich gegen Gott auflehnte, Gottes Worten und Weisungen nicht gehorchen wollte, verlor er dieses Ziel und folglich auch das wahre Leben. Seitdem hungert das Herz des Menschen. Überall versucht er diesen Hunger zu stillen – doch vergeblich! Das ist die Situation des Menschen, seit jeher. Und heute erstickt der Mensch fast an den Angeboten und dem Überfluss der Wohlstandsgesellschaft, die doch seinen Hunger niemals stillen kann. Deshalb haben wir allen Grund den Menschen zu sagen: „Jesus ist das wahre Brot des Lebens.“ Wir sind ihnen diese Botschaft schuldig! Sehen wir noch den Verlorenen? Oder beschäftigt uns unser gemütliches Zuhause mehr als der „verhungernde“ Mitmensch? Es muss uns wieder neu klar werden, dass jeder ohne Jesus hoffnungslos verloren ist. ER ist das „wahre Brot“ für diese Welt.

Doch Brot hat seinen Zweck erst dann erfüllt, wenn es gegessen wird. Was schon einem Kleinkind beim Essen klar ist, ist für viele in Bezug auf den christlichen Glauben völlig unklar. Sie diskutieren über Jesus, bestaunen Ihn oder lassen Ihn links liegen. Doch Jesus fordert uns auf, Sein Fleisch zu essen und Sein Blut zu trinken: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, dann habt ihr das ewige Leben nicht in euch“ (Joh 6,53).

Das bedeutet jedoch nicht, dass Er die Menschen dazu auffordert, Ihn in Wirklichkeit zu verspeisen. Jesus redet in Bildern, und Er fordert uns dazu auf, Ihn selbst und Sein Erlösungswerk für uns persönlich anzunehmen. Der Apostel Paulus beschreibt es mit folgenden Worten: „Christus soll durch den Glauben in euren Herzen wohnen“ (Eph 3,17).

Aber wie geht das? Wie man Brot isst, weiß jeder. Wie aber soll man Jesus „essen“? Was muss man tun, damit Er in unser Leben kommt? Ich kenne keinen anderen Weg als den, dass ein Mensch sein Vertrauen auf Jesus setzt und Ihn in einem Gebet darum bittet: „Herr Jesus, ich bin ein verlorener Mensch, vergib mir meine Schuld, erlöse mich von der gerechten Strafe und sei du mein Herr und mein Retter.“ Wenn du deinen geistlichen Lebenshunger spürst, die Last deiner Sünde erkennst und daran glaubst, dass allein Jesus deine Not stillen kannst, dann wende dich an Jesus. Er hat versprochen: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben“ (Joh 6,35). Und was Jesus verspricht, das wird Er auch halten!

 

 

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Glaube, Hoffnung, Ich-Bin-Worte, Jesus Christus - Gottes Sohn, Trost durch Göttliche Verheißungen