Im vorletzten Punkt des Apostolischen Glaubensbekenntnisses heißt es: „Ich glaube an die Auferstehung der Toten.“

Die Errettung in Jesus Christus beinhaltet nicht nur unsere Seele, sondern uns als gesamte Person und somit auch unseren Körper. Wenn wir diese Tatsache übersehen, dann übersehen wir einen sehr entscheidenden Teil von Gottes Offenbarung von unserer Errettung und des christlichen Glaubens.

Wenn ein Gläubiger stirbt, dann verlässt seine Seele seinen Körper und geht unmittelbar zu Christus. Davon spricht der Apostel Paulus, wenn er sagt, er habe „Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn“ (2Kor 5,8). Wenn Jesus Christus wiederkommt, so sagt es die Bibel, werden die Leiber aller verstorbenen Gläubigen auferstehen und wieder mit ihren Seelen vereint (vgl. 1 Thess 4,16-17; 1 Kor 15,52). In demselben Augenblick werden die Körper der noch lebenden Gläubigen verwandelt werden und gemeinsam mit den auferstandenen Gläubigen und mit Christus im Himmel vereint.

Da die Auferstehung der Toten bei der Wiederkunft Jesu geschieht, wissen wir, dass alle Christen in demselben Moment verherrlicht werden. Wir kamen alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten zum Glauben, wir haben zu unterschiedlichen Zeitpunkten gelebt, aber wir werden alle in ein und demselben Moment verherrlicht werden (vgl. 1 Thess 4,16-17; Hebr 11,39). Diese Tatsache ist einfach wunderbar. Wir werden mit Christus und mit allen Gläubigen aus allen Generationen gemeinsam verherrlicht werden (vgl. Röm 8,17). Zwar sagt uns die Schrift, dass Christus bereits verherrlicht ist (vgl. Apg 2,33-36; Phil 3,21), sie zeigt uns aber auch, dass der finale Akt der Erhöhung und Verherrlichung Jesu dann erreicht sein wird, wenn Er in Macht und Herrlichkeit wiederkommt, um Seine Gläubigen endgültig zu erlösen.

 

Wie werden wir verherrlicht werden?

Die Bibel klärt uns darüber auf, dass unser Körper nach unserer Auferstehung und Verherrlichung dem von Jesus gleich sein wird. In Philipper 3,20-21 lesen wir zum Beispiel: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er seinem verherrlichten Leib gleich sein wird, nach der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“

Stellen wir zuerst einmal fest, dass Jesus auch nach der Auferstehung noch immer Seinen Körper besaß. Wir neigen leicht dazu, zu glauben, dass Jesus nach Seiner Himmelfahrt aufgehört hätte menschlich zu sein. Aber das ist nicht so. Er wird für alle Ewigkeit wahrer Gott und wahrer Mensch bleiben, ausgerüstet mit einem menschlichen Körper. Schließlich spricht Paulus in Philipper 3 von „seinem verherrlichten Leib.“ Zum einen wissen wir, dass Jesu Grab leer war. Warum? Weil Er leiblich auferstanden ist. Die Jünger konnten Ihn nicht nur sehen, sie aßen auch mit Ihm und berührten Ihn (vgl. Apg 10,41; Mt 28,9; Joh 20,27). Jesus forderte sie selbst auf: „Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch noch Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe“ (Lk 24,39).

 

Die Auferstehung der Gläubigen

Da die Schrift sagt, dass Jesu Auferstehung das Vorbild für unsere Auferstehung ist, dürfen wir mit Recht erwarten, dass auch wir leiblich auferstehen werden. Unsere „Leiber der Niedrigkeit“ werden umgestaltet und verherrlicht, wenn Christus wiederkommt. Mit anderen Worten: Wir werden Körper bekommen, die dem Leib Christi gleich sind. „Wie wir das Bild des Irdischen (Adam) an uns getragen haben, so werden wir einmal das Bild des Himmlischen (Christus) tragen“ (1 Kor 15,49).

Eine der Stellen, die dies sehr deutlich zeigt, finden wir in Römer 8, wo Paulus davon spricht, dass wir auf die „Erlösung unseres Leibes“ hoffen (V. 23). Unsere sterblichen, vergänglichen Leiber werden also nicht übergangen, sie werden erneuert, wiederhergestellt, lebendig! Ist das nicht wundervoll?

Jesus sagt selbst: „Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tag. Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag“ (Joh 6,39). Diese Erwartung hatten bereits die Gläubigen des Alten Testaments. Der Prophet Daniel darf vorausschauend bezeugen: „Viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande“ (Dan 12,2). Bei Hiob finden wir dieselbe Erwartung: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne ihm fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir!“ (Hiob 19,25-27).

Wenn dies aber stimmt, dass Christus uns zu neuem physischen Leben auferwecken wird, damit wir als Gläubige in Ewigkeit bei Gott wohnen, wie sind dann solche Stellen aus 1. Korinther 15 zu verstehen, die in Verbindung mit der Auferstehung von einem „geistlichen Leib“ sprechen (V. 44) oder erklären, „dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können“ (V. 50)? Nun, diese Stellen widersprechen nicht den Stellen, die von einer leiblichen Auferstehung sprechen. Vielmehr verweist Paulus hier auf die geistliche Vorbedingung derer, die als Kinder Gottes Sein Reich erben sollen. Diejenigen, die in Gottes ewigem Reich leben werden sind „geistlich“ – im Sinne von „aus Gottes Geist geboren“; Paulus erklärt weiter, dass „Fleisch und Blut“, also Menschen, die nicht geistlichen Ursprungs sind und keine geistliche Gesinnung, sondern eine fleischliche haben, die also auf ihre Abstammung und ihre Werke vertrauen, statt auf Christus, nicht in Gottes ewiges Reich kommen können. Jesus formulierte dieselbe Wahrheit in Johannes 3 so: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist“ (V. 5-6). „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (V. 3).

Wer also allein auf Christi Werk am Kreuz vertraut, darf die zukünftige Wiederherstellung seines Körpers erwarten – eine Wiederherstellung oder Erneuerung, die weitaus besser ist, als alles Bisherige; „denn das Verwesliche (unser alter Körper) muss Unverweslichkeit anziehen (unseren neuen Körper), und das Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen … dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: ‚Der Tod ist verschlungen in Sieg!‘“ (V. 53 u. 54b).

 

Die Wiederherstellung aller Dinge

Und dies betrifft nicht nur uns, nein, wir lesen in Römer 8, dass „die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit“ (V. 21). Also wird nicht nur der Körper der Gläubigen zu neuem physischen Leben erweckt, nein, auch die Neue Schöpfung wird eine physische, greifbare sein. Häufig halten Christen das ewige Leben, den „Himmel“, für einen rein geistlichen Ort. Aber dies ist nur die halbe Wahrheit. In der „Ewigkeit“ werden die geistlich-himmlische Welt und die neue physische Schöpfung miteinander vereint sein. Wie wir bereits gesehen haben, wird „die Schöpfung frei von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21). Offenbarung 21,1 sagt uns auch, dass es einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ geben wird und im nächsten Vers offenbart uns Johannes, dass die ewigen Örter, das „neue Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabsteigen“ wird. Der Himmel kommt auf die (neue) Erde und Gott wird mitten unter uns (seinem Volk) wohnen. Das ist unvorstellbar, oder? Wir werden Zutritt zum Himmel haben; wir werden mitten in einem erneuerten, unvorstellbar herrlichen und unendlichen Universum leben; und das alles gemeinsam mit dem dreieinigen Gott in Ewigkeit! Wir könnten nicht einmal erahnen, wie herrlich all das sein wird, selbst wenn wir die Möglichkeit hätten, die tiefsten Tiefen der Schöpfung und von Gottes Wesen zu ergründen!

 

Die Auferstehung der Ungläubigen

Die Auferstehung, Verherrlichung und das ewige Leben der Gläubigen unter Gottes Herrschaft sind wundervolle Tatsachen. Aber wir sind hier noch nicht am Ende. Die Bibel spricht nicht nur von der leiblichen Auferstehung der Gläubigen, sondern davon, dass die Leiber aller Menschen auferweckt werden. Allerdings besteht ein entscheidender Unterschied. Die Leiber der Gläubigen werden auferweckt zu einem Leben in ewiger Herrlichkeit, währen die Leiber der Ungläubigen auferweckt werden zur „ewigen Schmach und Schande“ (Dan 12,2 u.a.).

Ich möchte nur einige der vielen Bibelstellen nennen, die davon sprechen:

„Ich habe die Hoffnung zu Gott, … dass es eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten geben wird“ (Apg 24,15).

„Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden; die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts“ (Joh 5,28-29).

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle“ (Mt 10,28).

 

Schon heute ein Vorgeschmack der Ewigkeit

Die „Ewigkeit“ scheint uns sehr häufig weit entfernt, als würde sie uns noch nicht persönlich betreffen. Dabei ist die „Ewigkeit“ etwas, das heute schon beginnt und das jetzt bereits erfahrbar werden kann. Auch wenn das ewige Leben mit allen sichtbaren Auswirkungen noch vor uns liegt, dürfen wir bereits hier und jetzt einen Vorgeschmack haben. Denn „ewiges Leben“ bedeutet nicht bloß ein nie endendes Leben, es ist vor allem ein Leben ohne Vergänglichkeit und mit einer nie endenden und ungetrübten Beziehung zu Gott.

Kurz bevor Jesus seinen Freund Lazarus von den Toten aufweckte, sprach Er zu Martha: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer lebt und an mich glaubt, der wird niemals mehr sterben“ (Joh 11,25-26). Diese Aussage von Jesus zeigt uns zwei wichtige Dinge: Er hat die Macht, ewiges Leben zu geben – ein Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat – und dieses unzerstörbare Leben verheißt Er all jenen, die an Ihn glauben. Hier gelangen wir wieder an denselben Punkt, von dem vorhin bereits die Rede war: Ein Leben ohne Vergänglichkeit, mit einer nie endenden und ungetrübten Beziehung zu Gott, in Seinem Reich können nur die erleben, die von sich wissen, dass sie mit ihrem verdorbenen fleischlichen Wesen Gott niemals gefallen und Seine Herrlichkeit niemals erreichen können, die aber darauf vertrauen, dass in Christus – in Seiner Person, in Seinem völligen Gehorsam, in Seinem stellvertretenden Tod und in Seiner Auferstehung – das wahre Leben zu finden ist; ein Leben ohne Sünde, ein Leben in Gerechtigkeit vor Gott und in endloser und ungetrübter Gemeinschaft mit Ihm. Wer in dieser Weise völlig auf Christus vertraut, „der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er hat den Schritt vom Tod zum Leben bereits getan“ (Joh 5,24).

 

 

BenSchmidt

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  1. Den Kern christlichen Glaubens sehr schön auf den Punkt gebracht,
    Danke!

    Antwort

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Kategorie

Apostolisches Glaubensbekenntnis, Artikel, Auferstehung, Trost durch Göttliche Verheißungen, Wiederkunft Jesu