In 1Johannes 1,3 versichert der Apostel allen, die an Christus glauben, dass ihre Gemeinschaft „mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ ist. Seine Ausdrucksweise ist an dieser Stelle so stark, dass manche Übersetzungen hinzufügen: Wahrhaftig unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“

Die äußerliche Erscheinung der Heiligen in jenen Tagen und auch die Umstände, in denen sie lebten, waren sehr bescheiden und fast verachtenswert. Ihre Leiter galten in den Augen der Welt als Abschaum und mussten viel Spott über sich ergehen lassen. Wenn sie andere in ihre Gemeinschaft einluden – in der Hoffnung, dass noch viele weitere in den Genuss kommen würden Christus und die Segnungen, die Er bereit hält zu erfahren – begegnete man ihnen mit Unbehagen und kritischen Fragen, wie: „Was sollte es mir bringen, mit zu dieser Gemeinschaft zu gehören? Ich möchte schließlich nicht dieselben Schwierigkeiten und Beleidigungen, die Verachtung und all das Leid erleben, das sie erdulden.“ Um diese und ähnliche Einwände abzuwehren, ruft der Apostel den Gläubigen in Erinnerung, dass sie – trotz all der Opfer, die sie aus menschlicher Sicht bringen mussten – etwas hatten, das weit ehrwürdiger, herrlicher und erstrebenswerter war, als alles andere auf dieser Welt. Sie hatten wahrhaftige „Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“

Diese Beteuerung aus dem Mund des Apostels ist so ernst und unmissverständlich, dass wir voller Überzeugung zustimmen und bekennen können: „Ja, Gottes Heilige haben Gemeinschaft mit Ihm!“

Und wie heilig und wundervoll diese Gemeinschaft ist, das wollen wir uns nun näher betrachten:

Seit dem Augenblick, an dem die Sünde in die Welt kam, konnte kein Mensch mehr Gemeinschaft mit Gott haben, weil unser ganzes Wesen sündig wurde. Gott ist Licht, wir aber sind Finsternis – und welche Gemeinschaft könnten Licht und Finsternis miteinander haben (vgl. 2Kor 6,14). Gott ist Leben, wir aber sind tot (vgl. Eph 2,4). Gott ist Liebe, wir aber leben in Feindschaft mit Ihm (vgl. Röm 8,7). Es besteht also keinerlei Übereinstimmung zwischen Ihm und uns! Menschen, die sich noch in diesem Zustand befinden, sind ohne Christus, haben keine Hoffnung und leben ohne Gott in der Welt (vgl. Eph 2,12); „sie sind verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist“ (Eph 4,18). Nun ist es eine erfahrbare Tatsache, dass zwei nicht wahre Gemeinschaft miteinander haben können, solange sie sich nicht untereinander einig sind (vgl. Am 3,3). Aber durch diese Kluft zwischen Gott und den Menschen, ist es unmöglich, dass Gemeinschaft zwischen ihnen entstehen kann. Unser Wunsch danach, mit dem wahren Gott Gemeinschaft zu haben, ging durch die Sünde völlig verloren, sodass wir keine Notwendigkeit sahen, sie zu suchen und sie wiederherzustellen. Wir beraubten uns selbst aller Kraft, zu Ihm umzukehren.

Doch dank seiner Gnade und Barmherzigkeit dürfen wir trotz allem die Gemeinschaft mit Ihm erleben. Ermöglicht hat uns dies ein Mann und Gott zugleich: Jesus Christus! Er hat für unsere Sünden ein für alle Mal gesühnt. Er hat die göttliche Gnade und Barmherzigkeit für uns erworben. Er hat uns die Gnade geschenkt und uns offenbart, dass sie ein Liebesgeschenk des himmlischen Vaters ist.

Das Alte Testament spricht nur sehr wenig von dieser Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch, und die wenigen Hinweise, die es uns gibt, können nur im Licht des Evangeliums verstanden werden. Aber im Neuen Testament, wird es uns von Gottes Geist vor Augen gebracht; hier haben wir die Freiheit zur Gemeinschaft mit Gott (vgl. 2Kor 3,17-18).

Abraham war ein Freund Gottes, David war ein Mann nach Gottes Herzen, Henoch wandelte mit Gott, doch der Zugang zum Allerheiligsten blieb auch ihnen verwehrt. Die Gemeinschaft hingegen, die uns in Christus Jesus gegeben ist, gibt uns den Freimut und die Zuversicht ständigen Zugang zu Gott haben zu dürfen (vgl. Eph 3,12). Erst nachdem Christus als wahrer Hohepriester das himmlische Heiligtum betreten hatte, nachdem Er den Vorhang unseres sündigen Fleisches beseitigt hatte, war der Weg frei für uns, vor Gottes heiligen Thron zu treten (vgl. Hebr 4,16; 10,19). Die Gläubigen des Alten Testaments kannten dieses Vorrecht nicht, das wir haben, wenn wir, die wir einst fern waren, durch das Blut Christi nahe geworden sind und nun „in einem Geist den Zugang zum Vater“ haben (Eph 3,13.18). Auf dieser neuen Grundlage, durch diesen neuen und lebendigen Weg ist es Sündern gestattet in die Gemeinschaft mit Gott einzutreten. Sie dürfen mit Ihm zusammen sein! Ist das nicht eine unglaubliche Tatsache, dass Sünder und der unendliche und heilige Gott beieinander sein dürfen?

Unsere Gemeinschaft mit Gott besteht dadurch, dass Gott selbst mit uns in Verbindung getreten, dass Er sich uns mitgeteilt hat. Er hat unser Herz und unser Wesen erneuert, damit wir zu Ihm umkehren und seinen Willen anerkennen und auch tun können. Diese Dinge werden uns durch die Gemeinschaft mit Gott zuteilt, die wir in Jesus Christus haben.

Diese Gemeinschaft mit Gott ist eine vollkommene und vollständige Gemeinschaft; sie ist ein Ergebnis seiner großen Herrlichkeit und unserer Hingabe an Ihn; sie ist das höchste Ziel unseres Lebens und die größtmögliche Erfüllung. Doch in vollem Maße werden wir dies erst genießen, wenn wir Ihn in der Ewigkeit sehen werden.

Durch den Reichtum seiner Gnade hat der Gott und Vater unseres Herrn und Erlösers, Jesus Christus, uns vom Zustand der Feindschaft und Gottesferne befreit und uns in eine lebendige Beziehung mit Ihm hineingestellt. Ich bete, dass jeder, der diese Worte über Gottes wunderbare Gnade liest, erkennt, wie herrlich und wundervoll Gott ist und dass er eine Sehnsucht danach bekommt, diese wunderbare Gnade in der Erlösung durch Jesus Christus zu erfahren und mit Gott selbst in Seiner Herrlichkeit in Ewigkeit zu leben.

 

JohnOwen

 

 

 

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