„Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung.“ (Phil 3,10)

In den vorhergehenden Versen betont Paulus, dass ihm seine eigene Gerechtigkeit nichts mehr bedeutet: „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt“ (Verse 7-9a). Es wird häufig behauptet, dass die Gerechtigkeit aus Glauben allein zu einem lauen und fruchtlosen Christenleben führe. Manche glauben, dass diese Lehre jeden Eifer und den Wunsch nach Heiligung im Keim ersticke. In den Aussagen der Apostel lesen wir allerdings das genaue Gegenteil. Sie weisen immer wieder auf die Gerechtigkeit hin, „die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit von Gott aufgrund des Glaubens“ (Vers 9b).

Zuvor führt Paulus einige gute Gründe an, weshalb er (menschlich gesehen) sehr wohl auf sein Fleisch (seine eigene Herkunft und Leistung) vertrauen könnte. Doch er weiß, dass all diese Gründe vor Gott nichts gelten. Stattdessen ist Christus sein Ein und Alles! Legte Paulus deshalb seine Hände in den Schoß, in der Meinung, dass das persönliche Verhalten keine Rolle spiele? Auf keinen Fall! Vielmehr sehnte er sich danach, Christus mehr und mehr zu erkennen und mit ihm die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden. Sein Ziel war es, die Auferstehung der Toten zu erlangen. Und mit diesem Ziel vor Augen, führte er ein heiliges und unermüdliches Leben – weil Christus ihm das Kostbarste geworden war.

Wir sollten uns Folgendes vor Augen halten: Je weniger wir uns auf unsere eigene Gerechtigkeit verlassen, desto mehr werden wir nach wahrer Heiligung streben. Je weniger wir auf unsere eigenen Vorzüge vertrauen, desto stärker werden wir uns danach sehnen, dem Herrn Jesus ähnlicher zu werden. Nur, wer die Hoffnung aufgibt, durch eigene Werke und Leistungen gerettet zu werden, wird fruchtbar sein in jedem guten Werk – zur Ehre Gottes. Diese Tatsache ist keineswegs widersprüchlich. Denn je geringer ein Mensch von sicher selbst denkt, desto größer denkt er von Christus, und desto mehr wird er danach verlangen, in Christi Ebenbild verwandelt zu werden. Je geringer er seine eigenen früheren guten Werke einschätzt, desto leidenschaftlicher wird er seine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck bringen, dass er aus Gottes Gnade durch die Gerechtigkeit Christi errettet ist. Diese Dankbarkeit zeigt sich dann in dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist, der unser Herz erneuert und uns bereit macht, dem Siegespreis unserer himmlischen Berufung in Jesus Christus nachzujagen.

Was aber war es genau, wonach sich der Apostel Paulus so sehr sehnte? Nun, es war sein Wunsch „die Kraft seiner Auferstehung“ zu erkennen. Paulus kannte den Herrn Jesus ja bereits durch den Glauben. Er hatte Jesus kennengelernt und wusste um die rettende Kraft seines Todes. Aber nun möchte er, dass sich auch die Kraft seiner Auferstehung im praktischen Erleben noch tiefer bekundet. Es ist ja eine Sache, etwas von Jesus und seiner Kraft zu wissen, aber es ist etwas völlig anderes, wenn man die verändernde Kraft seiner Auferstehung im eigenen Leben mehr und mehr erfährt.

© Herold-Schriftenmission e.V., Herold Oktober 2015

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