Es ist sicherlich kein Thema der Bibel so wichtig wie das der Kreuzigung Jesu. Daher ist es auch das Thema, welches der Satan am meisten bekämpfen und vernichten will. Und es ist zugleich auch das, was wir so nötig brauchen, um Hoffnung und Frieden zu finden.

Wenn ich von der „Kreuzigung Jesu“ spreche, dann meine ich damit, dass Jesus von Nazareth, der ewige Gottessohn an einem Holzkreuz auf dem Berg Golgatha, nahe Jerusalem, durch die Hände ungerechter Menschen und doch gleichzeitig auch nach Gottes ewigem Plan und Jesu freiem Willen, hingerichtet wurde, um die göttliche Strafe für die Sünde der Menschen auf sich zu nehmen und all die mit Gott zu versöhnen, die an die Wirksamkeit des Opfers Jesu vertrauen und es als Opfer für ihre Sünden in Anspruch nehmen, ganz gleich, wie zahlreich oder schlimm diese Sünden auch sein mögen. Diese Vergebung und Versöhnung der Gläubigen durch Christi Opfer gilt für immer und ewig.

Das ist es, worum es geht, und darüber möchte ich noch einige Worte sagen.

Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus ist das, was den christlichen Glauben auszeichnet. Die Religionen der Welt besitzen Gesetze, Moralprinzipien, Formen und Zeremonien, Strafe und Belohnung; doch keine von ihnen kennt einen sterbenden Erlöser. Diese Tatsache ist die Krone und der Ruhm des Evangeliums. In dem Kreuz Christi stecken ein Trost und eine Hoffnung, die nichts anderes übertroffen werden können. Leider gibt es Lehren, die sich „christlich“ nennen, die das Kreuz aber niemals erwähnen. Ein Mensch, der eine solche Lehre vertritt, gleicht einem Wissenschaftler, der viel über Solarenergie sprechen kann, der jedoch kein Wort über die Sonne selbst verliert.

Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus ist die Kraftquelle für den Dienst am Reich Gottes. Ich selbst möchte diese Botschaft in meinem Leben niemals mehr missen. Gegen kein Geld der Welt würde ich sie aufgeben. Denn ohne sie wäre ich wie ein Soldat ohne Waffe, wie ein Pilot ohne Kompass, wie ein Arbeiter ohne Werkzeug. Mögen andere Gesetz und Moral predigen; mögen andere die Schrecken der Hölle und die Freude des Himmels zu ihrer Hauptbotschaft machen; mögen sie in der Gemeinschaft ihre Erfüllung finden, ich möchte nichts anderes wissen und bezeugen, als Christus, den Gekreuzigten. Diese Botschaft ist die einzige, die Kraft zu völliger Veränderung hat, indem sie dem Menschen seine Sünde und die Lösung seines Sündenproblems aufzeigt. Unsere geistlichen Väter, wie Martin Luther, Samuel Rutherford, George Whitfield und viele andere wussten von der Kraft des Kreuzes Christi. Daher war dies auch ihre Hauptbotschaft, und daher gebrauchte sie der Heilige Geist auch zu riesigem Segen.

Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus ist das Geheimnis jedes missionarischen Erfolges. Wie viele Völker hat das Evangelium bereits aus der Verlorenheit geholt und in das Licht Gottes gestellt. Unsere westliche Moral und Gesetzgebung verdanken wir dem Evangelium, das unseren Vorfahren durch die ersten Missionare gebracht wurde, und es ist auch heute noch das Mittel, das rund um den Globus Herzen überwindet und geistliche Siege erringt. Ein nordamerikanischer Indianer sagte kurz nach seiner Bekehrung: „Brüder, ich war ein Heide und ich weiß, wie Heiden denken. Eines Tages kam ein Prediger zu uns und erklärte, dass es einen Gott gibt; doch wir antworteten ihm, er solle dorthin zurückkehren, wo er herkam. Ein anderer Prediger kam und befahl uns, nicht mehr zu lügen, zu stehlen und zu trinken; doch wir jagten ihn fort. Dann kam ein weiterer Prediger direkt zu mir und sprach: ‚Ich komme zu dir im Namen des Königs des Himmels und der Erde. Er hat mich gesandt, um dir zu sagen, dass Er dich glücklich machen und von allem Leid befreien will. Um dies zu tun, wurde er Mensch und gab sein Leben als Lösegeld, um uns zu erretten. Er vergoss sein Blut für Sünder, wie dich und mich.‘ Diese Worte konnte ich nicht vergessen. Ich sprach mit den anderen meines Stammes darüber und viele von uns glaubten es. Brüder, wenn ihr erleben wollt, dass sich Heiden zu Christus bekehren, dann predigt ihnen die Botschaft von der Erlösung durch das Kreuz.“

Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus ist der Grund für geistliches Wachstum in der Gemeinde. Nur da, wo Christus als der Gekreuzigte bezeugt und erhoben wird, wird auch geistliches Wachstum geschehen. Ohne diese Botschaft mögen Dinge zwar geordnet und anständig ablaufen; es mag gute Musik, eine schöne Gemeinschaft, große Geldsammlungen für die Armen geben, aber all dies ist wirkungslos und dient nicht zu Gottes Ehre, solange nicht Christus und das Kreuz im Mittelpunkt stehen. Ohne das Evangelium werden verfinsterte Herzen nicht erleuchtet, hochmütige Herzen werden nicht gedemütigt, niedergeschlagene Herzen werden nicht getröstet, zweifelnde Herzen werden nicht gestärkt. Selbst die besten Predigten über die Einheit der Gemeinde, über die Taufe und das Abendmahl, über das Fasten und das Spenden können den Mangel nicht ausgleichen, der dort herrscht, wo die Botschaft vom Kreuz vernachlässigt wird. Solche Predigten können zwar unterhalten, doch sie retten und versorgen nicht.

Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus ist das Mittel wahrer christlicher Einheit. Innerhalb der Christenheit gibt es ohne Zweifel viele Unterschiede. Wir haben unterschiedliche Prägungen, unterschiedliche Ansichten in Sachen der Gottesdienstgestaltung oder der Auslegung einzelner Verse; doch all diese Unterschiede werden ihre Bedeutung verlieren, wenn wir als Gemeinde Jesu unseren Herrn mit eigenen Augen sehen. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass wir als Gemeinde nur dann Gott verherrlichen, wenn das Kreuz Christi unsere einzige Hoffnung und unser alleiniger Ruhm ist. Jeder, auf den dies zutrifft, ist mein Bruder, meine Schwester, mit dem ich gemeinsam dem großen Ziel entgegengehe. Doch wer nicht von sich sagen kann, dass Christus, der Gekreuzigte, seine einzige Hoffnung und sein alleiniger Ruhm ist, muss zurecht zweifeln, ob er sich auf dem Weg zu Gott befindet. Einheit, die nur auf Äußerlichkeiten beruht, ist vergänglich; nur die Einheit in Christus, unserem gekreuzigten Erlöser, hat für alle Ewigkeit Bestand. Ebenso sind auch Irrtümer, die nur auf Äußerlichkeiten beruhen, vorübergehend, während das Irren in Bezug auf die Bedeutung des Kreuzes Christi gefährliche – ja sogar ewige Konsequenzen hat.

Lieber Leser, ich weiß nicht, was du über all dies denkst. Ich habe das Gefühl, nur die Hälfte von dem gesagt zu haben, was ich über Christus, den Gekreuzigten, sagen wollte. Aber ich hoffe, dass ich genug gesagt habe, um dich zum Nachdenken anzuregen. Diese Dinge sind keine bloße Theorie oder Philosophie; sie betreffen unser Leben. Lass mich dir daher noch ein paar Dinge sagen.

  1. Lebst du bewusst und willentlich ein Leben in Sünde? Richtest du dich nach den Maßstäben dieser Welt, an deren Ende doch nur Enttäuschungen, Verluste und am Ende der ewige Tod warten? Wenn ja, dann möchte ich dich bitten: Schaue auf Christus, den Gekreuzigten! Sieh, wie sehr Gott die Sünder liebt! Er hat sein eigenes Leben geopfert, um verlorene Sünder wie dich und mich zu erretten. Christus ist nicht für große Helden gestorben, nicht einer von uns hat seine Hilfe verdient; nein, Er hat sich für die hingegeben, die keine Hoffnung hatten, weil sie Gott nichts bieten konnten, damit Sein heiliger Zorn, sein gerechtes Urteil über unsere Verfehlungen, uns erspart bleibt. Für Mörder, Lügner, Verbrecher wie dich und mich, ließ Er seine Hände und Füße durchbohren, überließ Er seinen zerschlagenen Körper der Gewalt seiner Mörder. Er tat dies aus Liebe zu uns Sündern. Vertraue darauf, es ist wahr! Ich hoffe so sehr, dass Gott dein Herz öffnet, dass du zu Christus kommst, um bei Ihm Vergebung und Leben zu finden. Jesus selbst hat uns versprochen, dass jeder zu Ihm kommen darf; Er wird niemanden abweisen, der im Vertrauen auf Sein Opfer zu Ihm kommt. Schließlich hat Er dieses kostbare und schmerzliche Opfer gebracht, um von der Sünde und vom Tod zu befreien. Glaube an Christus, den Gekreuzigten, und du hast das ewige Leben.
  2. Bist du auf der Suche nach dem Weg zu Gott? Suchst du nach Erlösung, weißt aber nicht, wie sie zu finden ist? Sehnst du dich danach, zu Christus zu kommen, hast aber Angst, von Ihm abgewiesen zu werden? Auch für dich gilt: Schaue auf Christus, den Gekreuzigten! Allein bei Ihm findest du die Antworten, nach denen du suchst! Sei Mutig und Vertraue Ihm; Er ist als Retter für Sünder gekommen, warum glaubst du, könnten deine Sünden dann ein Hinderungsgrund sein? Jesu Arme stehen offen für jeden, der darauf vertraut, dass Sein Blut Sünden abwaschen und die Gerechtigkeit schenken kann, mit der wir ewig vor Gott leben können. Deshalb vertraue auf Christus, den Gekreuzigten, und komme zu Ihm. Habe keine Angst!
  3. Vielleicht möchtest du auch zu Christus kommen, aber manche Bibelstellen bereiten dir große und unerklärliche Schwierigkeiten? Dann gilt dir dieselbe Aufforderung: Schaue auf Christus, den Gekreuzigten! Lies in der Bibel von der Liebe Gottes, die Er uns in Jesus Christus bewiesen hat. Spricht die Bibel nicht deutlich davon? Ist es nicht der größte Liebesbeweis, dass Gott sich selbst opfert, um Seine Feinde zu erlösen? Dass Er die rettet, die Ihm den Rücken zugekehrt haben, die Seinen Willen und Seine guten Gesetze missachten? Dass Er sich denen zum Vater macht, die Ihn als Gott und Schöpfer ablehnten? Vertraue auf die Realität dieser biblischen Botschaft und Gott wird sich dir offenbaren.
  4. Gehörst du bereits zu Christus, hast dein Vertrauen auf Ihn gesetzt, erlebst aber gerade tiefe Enttäuschungen? Fühlt sich dein Herz schwer an? Drücken dich Sorgen nieder? Dann schaue auf Christus, den Gekreuzigten! Erinnere dich daran, wessen Hand es ist, die dich gerade durch diese dunklen Täler führt. Es ist die Hand desselben, der sich für dich ans Kreuz hat schlagen lassen. Es ist die Hand dessen, der den bitteren Kelch des göttlichen Zorns für dich getrunken hat. Tröstet dich diese Tatsache nicht? Vertraue darauf: Der gekreuzigte Erlöser wird dir niemals etwas aufladen, das nicht gut für dich wäre. Du scheinst diese gegenwärtigen Erlebnisse zu benötigen. Christus wird es zum Guten für dich wenden.

Selbst der Tod wird dich niemals mehr von Gottes Liebe trennen können, die Er dir in Christus geschenkt hat. Schaue auf das Kreuz und du wirst Frieden finden!

Vielleicht hast du aber gerade zum ersten Mal von Christus, dem Gekreuzigten, gehört. Dann wünsche ich dir nichts sehnlicher als dass du Christus als deinen Erlöser kennen lernst und in Ihm den Weg zum ewigen Leben findest.

© Herold-Schriftenmission e.V., Herold September 2015

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorie

Artikel