Warum hat Gott den Menschen erschaffen? In den Kulturen des Nahen Ostens glaubte man, dass der Mensch als ein Sklave seiner Götter erschaffen wurde. Die biblische Aufzeichnung der Schöpfung unterscheidet sich jedoch völlig von diesem Bild.

In 1. Mose 1 wird deutlich, dass der Mensch die Krönung von Gottes Schöpfung ist, und Er ihn – im Gegensatz zu jeder anderen Kreatur – in Seinem göttlichen Ebenbild erschuf, um mit ihm Gemeinschaft zu haben. Der Mensch Gott sehr gut, er genoss die Gemeinschaft mit seinem Schöpfer mehr als alles andere, und das ehrte Gott. Zwar ist der Mensch nicht mit Gott zu vergleichen, aber er ist Ihm in vieler Hinsicht ähnlich; daher sollte er Ihn in Seinem Wesen und Handeln nachahmen. So wie Gott durch Sein Wort die Welt erschuf und über sie herrschte, so sollte der Mensch den Garten bebauen und bewahren, und über die Tiere und Pflanzen herrschen (vgl. 1 Mose 2,15, 19-20). Wie Gott das All mit Sternen und die Erde mit Tieren füllte, so war der Mensch berufen, sich zu vermehren und die Erde mit seinen eigenen Nachkommen zu füllen (vgl. 1 Mose 1,28). Auf diese Weise war der Mensch ein Nachahmer Gottes.

Doch wir finden noch einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen den menschlichen Ideen über die Entstehung der Welt und dem biblischen Schöpfungsbericht. Nämlich die Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer. Die Götter der Ägyptischen Religionen sind unpersönliche, distanzierte Wesen, die den Tieren und Elementen der Welt nachgebildet wurden. Für ihre Geschöpfe waren diese „Götter“ völlig unerreichbar. Doch der Gott der Bibel ist völlig anders. Als Er die Menschen im Garten Eden bildete, schenkte Er ihnen von Anfang den direkten Zugang zu Sich selbst. Er sprach unmittelbar zu ihnen, und Er begegnete ihnen sogar. In 1. Mose 3,8 heißt es: „Sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war.“ Diese Stelle zeigt uns sehr deutlich, dass Gott zu Beginn direkten Kontakt zu Seinen Geschöpfen hatte.

Doch als die Menschen in Sünde fielen, waren die Konsequenzen gravierend und schrecklich. Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen war zerrüttet, und jeder Teil des menschlichen Charakters wurde verdorben: sein Verstand, sein Wille, seine Sehnsüchte, seine Gefühle, sein Körper und seine Seele; und noch dazu war die Beziehung unter den Menschen gestört. Adam und Eva hatten sich voneinander entfernt (vgl. 1 Mose 3,7), sie hatten sich von der Schöpfung entfernt (vgl. V. 23) und das Schlimmste war, sie hatten sich von Gott entfernt, und statt sich wie zuvor über Seine Gegenwart zu freuen, fürchteten sie sich nun vor Ihm (vgl. 7-11). Als Konsequenz auf ihren Ungehorsam wurden sie aus dem Garten, und somit auch vom ewigen Leben und aus der direkten Gegenwart Gottes verbannt.

Aber Gott ließ den Menschen und die Schöpfung nicht in diesem verlorenen und hoffnungslosen Zustand. Noch vor der Verbannung des Menschen aus dem Garten, gab Er ihnen das Versprechen einen Erlöser zu senden, der alle Dinge wieder herstellen würde (vgl. 3,15). Er würde der letzte Adam sein, das wahre und vollkommene Ebenbild Gottes (vgl. 2 Kor 4,4; Kol 1,15). Sein Name würde Immanuel sein, der „Gott mit uns“ – und durch Ihn wird Gott mitten unter den Menschen wohnen (vgl. Jes 7,14; Joh 1,14). Er würde kommen, um Gottes Widersacher zu vernichten, um Gottes Volk von ihren Sünden zu erlösen, und um die alte Schöpfungsordnung wieder herzustellen (vgl. Kol 1,15-20). All diejenigen, die durch den Glauben „in Christus“ sind, würde Gott wieder in sein Ebenbild umgestalten (vgl. 1 Kor 11,7; Eph 4,24; Kol 3,10). Gottes Volk würde seine Gegenwart wieder genießen, und Gott selbst würde sich an seinem Volk erfreuen. Dies ist Gottes Erlösungsplan, den kein Mensch sich ausdenken und keine Religion der Welt jemals verheißen oder anbieten kann.

From Ligonier Ministries and R.C. Sproul. © Tabletalk magazine.

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