Wenn Paulus von der Wiederkunft Jesu und von der damit verbundenen Auferstehung der Toten spricht, ermahnt er die Gläubigen, dass sie ein geheiligtes Leben führen sollen, durch das ihr Glaube sichtbar wird. Dieses geheiligte Leben, das in der Bibel als „makellos“, „untadelig“ und „rein“ bezeichnet wird, beruht auf der Treue Gottes, bedingt durch den anhaltenden Glauben und durch die Mitwirkung der Gläubigen.

Die Treue Gottes

Paulus ist davon überzeugt, dass Gott in den Gläubigen den Glauben und die Heiligung bewirken wird. Dies ist Teil der Berufung und Treue Gottes.

„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus! Treu ist er, der euch beruft; er wird es auch tun“ (1Thess 5,23-24).

„Während ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet, der euch auch fest machen wird bis ans Ende, so dass ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn“ (1Kor 1,7-9).

„Ich bin davon überzeugt, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi“ (Phil 1,6).

Diese Zuversicht hat Paulus im Blick auf seine Glaubensgeschwister. Aber ihr Beharren im Glauben und in der Heiligung geschieht nicht automatisch. Das Beharren im Glauben und in der Heiligung beruhen auf dem Wirken Gottes im Leben des Gläubigen.

Obwohl der Christ eine neue Schöpfung Gottes ist, trägt er die Kraft zum Ausharren nicht in sich selbst. Vielmehr entsteht bei der Neuschöpfung eine Verbindung zu Gott, durch die er täglich die nötige Kraft zum Ausharren erhält. Und genau auf diese Verbindung setzt Paulus seine Zuversicht, denn sie ist Gottes Werk und nicht das des Menschen. Daher kann Paulus auch mit Gewissheit sagen: „Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es auch tun“ (vgl. 1Thess 5,24 u. 1Kor 1,9).

Der beharrliche Glaube

Doch auch wenn Gottes Treue uns als neue Geschöpfe in Christus diese Gewissheit verleiht, nennt uns Paulus zugleich eine Bedingung: „Die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht, wenn ihr nämlich im Glauben gegründet und fest bleibt“ (Kol 1,21-23).

Die Heiligkeit, die wir bei der Wiederkunft Jesu vorweisen sollen, ist also abhängig davon, dass wir im Glauben gegründet und fest bleiben. Diese Bedingung steht aber keineswegs im Widerspruch zu der Gewissheit, dass es auch geschehen wird. Gott ist treu; Er wird es auch tun. Allerdings sollte kein Gläubiger erwarten, dass er tadellos vor Christus erscheinen kann, wenn er nicht „im Glauben bleibt“.

Wir erleben Gottes Treue darin, dass Er uns beständig die Gnade verleiht, im Glauben auszuharren. Wie tut Er das? Indem Er in uns die Leidenschaft entfacht, Ihn zu ehren und der Heiligung nachzujagen.

Unsere Mitwirkung

Nun wartet Paulus aber nicht passiv darauf, dass sich die Heiligung im Leben der Gläubigen einfach so vollzieht. Er betet ständig für die Gläubigen. Und um was betet er? Dass Gott ihr „ganzes Wesen – Geist Seele und Leib – bewahre, damit, wenn Jesus Christus, unser Herr, wiederkommt, nichts an euch ist, was Tadel verdient!“

Paulus ist gewiss, dass Christus sie am Tag seiner Wiederkunft im Glauben und in der Heiligung vorfinden wird. Jesu Ankunft und ihre Heiligkeit sind unzertrennlich miteinander verknüpft. Dies ist jedoch von ihrem beharrlichen Glauben abhängig. Und gerade diese Fürbitte füreinander ist das Mittel, das Gott uns gab und das Er dazu gebraucht, uns sicher heimzuführen.

„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes“ (Phil 1,9-11).

„Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann, wie auch wir sie zu euch haben, damit eure Herzen gestärkt werden und untadelig seien in Heiligkeit vor Gott, unserm Vater, wenn unser Herr Jesus kommt mit allen seinen Heiligen. Amen“ (1Thess 3,12-13).

Mögen wir in der Gewissheit der Treue Gottes voller Zuversicht der Wiederkunft Jesu Christi entgegengehen. Möge uns die Ermahnung zum Beharren im Glauben zu ernsthaften und glaubwürdigen Nachfolgern Jesu machen. Und möge uns die Aufforderung zur Mitwirkung im Gebet deutlich machen, wie wichtig es ist, fürbittende Geschwister zu haben, die vor Gott für unseren beständigen Glauben und unsere fortschreitende Heiligung beten, und uns selbst dazu herausfordern, für unsere Glaubensgeschwister zu beten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorie

Gebet, Glaube, Heiligung, Jesus Christus - Gottes Sohn, Wiederkunft Jesu