Wenn ich merke, dass ich mit meinem Auto in einen Sumpf geraten bin, müsste mir klar sein, dass ich vom Weg abgekommen bin. Aber die-se Erkenntnis ist kein wirklicher Trost, wenn ich dann hilflos zuschauen muss, wie der Wagen versinkt und verschwindet. Der Schaden ist angerichtet, und damit hat es sich. Gilt dies auch für das Christenleben, wenn ein Christ sich der Tatsache bewusst wird, dass er Gottes Führung verfehlt und den falschen Weg genommen hat? Ist der Schaden unwiderruflich?

Muss er nun auf seinem Lebensweg für immer auf dem falschen Kurs bleiben? Dem Herrn sei Dank: nein! Unser Gott ist ein Gott, der uns nicht bloß wiederherstellt, sondern unsere Fehler und Irrtümer sogar in seinen Plan für uns aufnimmt und Gutes daraus entstehen lässt.

Auch das gehört zum Wunder seiner gnädigen Souveränität. »Ich werde euch die Jahre zurückerstatten, welche die Heuschrecken gefressen haben. … Und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat« (Joel 2,25-26). Der Jesus, der Petrus nach seiner Verleugnung wiederherstellte und auch danach seinen Weg mehr als einmal korrigierte (siehe Apg 10; Gal 2:11-14), ist auch heute unser Erlöser und hat sich nicht geändert. Gott wendet nicht nur den Zorn des Menschen zu seinem Lob, sondern auch die Missgeschicke der Christen.

Neulich erhielt ich einen Brief von einem Pastor, der das Gefühl hatte, er solle seine Gemeinde und Denomination verlassen, und nun ging es ihm wie Abraham, der damals auszog und nicht wusste wohin. In seinem Brief zitierte er aus einer Hymne von Charles Wesley, die von der Souveränität und Gewissheit der Führung Gottes spricht:

Führer der Heere Israels und das Geleit
All derer, die suchen das himmlische Land,
Geborgen in Deinem Schatten sind wir allezeit,
Deine schirmende Liebe hält über uns die Hand;
Unsre Stärke – deine Gnade; unser Maßstab – Dein Wort;
unser Ziel – der herrliche, himmlische Ort.

Gottes Führung ist, wie jede seiner Segenshandlungen unter dem Gnadenbund, ein souveräner Gnadenakt. Gott will uns nicht bloß in dem Sinn führen, dass Er uns den Weg weist, den wir gehen sollen. Er will uns auch in einem viel grundlegenderen Sinn führen, der garantiert, dass wir sicher nach Hause kommen sollen, was immer auch geschieht, ganz gleich, welche Fehler wir auch begehen. Zweifellos wird es zu Ausrutschern und Irrwegen kommen, aber Gottes ewige Arme sind unter uns. Wir werden gehalten, gerettet, wiederherstellt. Das ist Gottes Verheißung und sie zeigt etwas von seiner unfassbaren Güte.

Deshalb sollten wir im Blick auf Gottes Führung zuversichtlich auf den Gott vertrauen, der nicht zulassen wird, dass wir unser Leben ruinieren. Daher muss bei dieser Erörterung Gottes Ehre unser vorrangiges Anliegen sein und nicht unsere Sicherheit – denn dafür hat Er ja bereits gesorgt. Und unser Misstrauen gegenüber uns selbst darf nicht, auch wenn es uns in der Demut hält, die Freude verdunkeln, dass wir uns auf „den Herrn, unseren Beschützer“ verlassen können – unseren treuen Bundesgott.

 

 

 

© aus: »Gott erkennen«, erschienen beim Heroldverlag

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Kategorie

Gottes gnädige Leitung, Souveränität Gottes, Trost durch Göttliche Verheißungen

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