Vor einigen Jahren ging in einer Feuerwehrstation im amerikanischen Staat Iowa ein Notruf ein. Die Kollegen einer anderen Feuerwehrstation derselben Stadt riefen um Hilfe. Sie sagten, dass aufgrund einer Explosion das ganze Feuerwehrgebäude in Flammen stände. Doch in der ersten Feuerwehrstation rührte sich niemand. Niemand zog die Ausrüstung an, niemand startete die Löschwagen – es blieb still! Warum? Es war der erste April, und die Feuerwehrmänner dachten: „Die Kollegen der anderen Station leisten sich doch bloß einen Aprilscherz.“ Niemand wollte sich für dumm verkaufen lassen. Am darauffolgenden Tag stand in der Zeitung: „Feuerwehr half nicht; sie hielten es für einen Aprilscherz!“ Die Station brannte tatsächlich und das Feuer in der zweiten Feuerwehrstation konnte nur mit erheblicher Verzögerung gelöscht werden.

Der Notruf ging an die richtige Stelle. Er wurde auch vor Ort entgegen genommen und akustisch gehört. Aber die Tatsache, dass die Feuerwehrleute auf diesen Notruf nicht reagierten zeigt, dass sie ihn nicht so verstanden hatten, wie sie ihn hätten verstehen sollen – sie hatten ihn nicht ernst genommen. Sie hatten die Wahrheit nicht erkannt!

Johannes der Täufer ruft im Neuen Testament auch eine wichtige Nachricht aus. Er ruft: „Seht, hier ist das Opferlamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt!“ (Joh 1,29). Er ruft, zeigt auf Jesus und weist darauf hin: „Hier ist der, bei dem wir Vergebung finden können! Hier ist der, der an unserer Stelle den Zorn Gottes auf sich nimmt!“ Und Johannes sagt das nicht im Stillen, sondern ruft laut und mit allem Ernst aus, dass kein Mensch vor Gott bestehen kann, sondern alle im ewigen Feuer vergehen müssen, wenn sie nicht zu Gott umkehren und Vergebung für ihre Sünden finden. Er zeigt auf Jesus und sagt: Hier ist der, der unsere Sünden wegnehmen kann. „Seht, hier ist das Opferlamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt!“

Aber hatten die Menschen ihn vielleicht nicht richtig verstanden? Hatten sie nicht begriffen, was diese Botschaft bedeutete? Hatten sie ihn vielleicht nicht richtig gehört?

Johannes ging am nächsten Tag einfach wieder hinaus an dieselbe Stelle und predigte dieselbe Botschaft: „Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: »Lehrer«), wo wohnst du? Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den »Gesalbten«). Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das heißt übersetzt: »ein Stein«)“ (Joh 1,35-42)

In diesem Abschnitt lernen wir von den ersten Jüngern, was es heißt, an Jesus zu glauben.

 

1. Erkenne Jesus!

Johannes der Täufer war kein Einzelgänger, sondern hatte Schüler, die er in Gottes Wort unterwies. Diese Schüler hörten seinen Reden zu und wollten immer mehr von ihm lernen. Einer von ihnen war Andreas, ein anderer Johannes – der Schreiber des Johannes-Evangeliums. Als gute Schüler hörten sie natürlich ganz genau zu, was ihr Lehrer predigte. Und eines war ihnen schon klar geworden: Johannes der Täufer verwies niemals auf sich selbst, er wies immer auf einen anderen hin, auf jemanden, der noch kommen sollte, jemanden, der größer war als er selbst. Und dann kam der Tag, an dem deutlich wurde, auf wen Johannes die ganze Zeit hinwies: auf Jesus, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Doch scheinbar haben die beiden Jünger es nicht sofort verstanden. Sie hatten Johannes‘ Worte gehört, aber sie reagierten nicht sofort auf das, was sie hörten (vgl. V. 29). Sie zögerten. Vielleicht wussten sie nicht sofort, was das zu bedeuten hatte.

Hätte man die beiden gefragt, ob sie an das glauben, was Johannes über Jesus gesagt hatte, dann hätten sie sicherlich geantwortet: „Natürlich glauben wir an das, was er sagt. Johannes ist unser Lehrer und was er sagt ist wahr.“ Aber hatten sie auch erkannt, dass das Gesagte etwas mit ihrem Leben zu tun hatte? Dass dieser Jesus, auf den Johannes hinwies, sie persönlich betraf?

Also ging Johannes am darauffolgenden Tag wieder an dieselbe Stelle. Und als Jesus vorbei ging predigte Johannes wieder von der Vergebung der Sünden, die nur in Jesus Christus zu finden ist, dem Lamm Gottes, das stellvertretend die Sünde von Menschen auf sich nehmen und wegtragen kann. Und erst jetzt erkannten die beiden Jünger, dass es etwas mit ihnen zu tun hat, dass dieser Jesus der Eine ist, von dem ihr Lehrer die ganze Zeit sprach. Die Antwort auf ihre Suche stand direkt vor ihnen: Jesus, der wahre Retter!

Heutzutage sagen sehr viele Menschen, dass sie an Jesus glauben. Laut einer Hochrechnung vom Juli 2012 bezeichnet sich fast ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung als Christen. Das wären ca. 2,1 Milliarden Menschen, die sich zum Glauben an Jesus Christus bekennen. An sich wäre diese Zahl wirklich wunderbar. Doch wie sieht die Realität aus?

Es gibt eine ganz wichtige Tatsache, mit der du prüfen kannst, ob du wirklich an Jesus glaubst. Die Frage lautet: Wie ist deine Reaktion? Was bedeutet der Glaube an Jesus für dein Leben? Sagst du von dir, dass du an Jesus glaubst, während dein Leben genauso ist, wie vorher?

Johannes der Täufer rief als Prediger mit lauter Stimme: „Deine Not ist deine Sünde! Und allein in Jesus Christus findest du Rettung! Nur Er kann deine Sünde wegnehmen und dich mit Gott versöhnen“ – und du sagst: „Ja, das glaube ich“, aber alles bleibt regungslos? Alles bleibt beim Alten? Nichts bewegt sich, wie bei der Feuerwehrstation am 1. April? Wenn das so ist, dann hast du nicht erkannt, wer Jesus Christus wirklich ist.

Deine Reaktion beweist, ob du verstanden hast, wer Jesus ist. Du wirst nicht zum Christen, wenn du in einer Predigt etwas über Jesus gehört hast, sondern wenn du das Gehörte aufnimmst und verstehst, dass es etwas mit deinem Leben zu tun hat. Dein Leben wird beweisen, ob du erkannt hast, wer Jesus Christus wirklich ist. Denn nur derjenige, der wirklich erkennt, wer Jesus Christus ist, wird ihm auch nachfolgen.

 

2. Folge Jesus!

Als Andreas und Johannes erkannt hatten, wer Jesus wirklich war, verließen sie ihren alten Lehrer und folgten Ihm nach. Jesus drehte sich um und fragte: „Was sucht ihr?“ Dies ist eine sehr entscheidende Frage, die Jesus ihnen da stellte. Was suchten sie? Weshalb folgten sie Jesus nach? Was glaubten sie, bei Jesus zu finden? War es vielleicht Reichtum, Abenteuer, Gesundheit oder Erfolg? Einige Zeit später, im 6. Kapitel des Johannes-Evangeliums, treffen wir auf einige Menschen, die Jesus nur deshalb nachfolgten, weil sie gesehen hatten, wie Er mit fünf Broten und zwei Fischen 5.000 Menschen satt machte. Der einzige Grund, weshalb diese Menschen Jesus nachfolgten war der, dass sie auf ein Wunder und kostenloses Essen hofften!

Als Jesus Andreas und Johannes fragte, was sie suchten, da tat Er dies nicht, weil Er die Antwort nicht kannte – denn Jesus kennt alles Verborgene in unserem Herzen; alles ist Ihm offenbar (vgl. Joh 2,24-25) –, sondern weil Er die Jünger herausfordern wollte, ihre Suche selbst zu formulieren. Was suchten sie? Weshalb folgten sie Jesus nach? Wie würdest du antworten? Weshalb folgst du Jesus? Was hoffst du, bei Jesus zu finden?

Die beiden Jünger antworteten mit einer Gegenfrage: „Rabbi, wo wohnst du?“ Und mit dieser Frage drücken sie zwei Dinge aus:

1. Sie nannten Ihn „Rabbi“ (oder Lehrer). Damit drückten sie aus, dass sie etwas von Jesus lernen wollten. Sie hofften, bei Ihm Antworten zu finden. Sie wollten, dass Er sie unterrichtet. Sie sahen in Jesus nicht bloß einen Wundertäter, sondern wussten genau: Er ist der Chef, und Er hat uns etwas zu sagen. Ihnen war bewusst: Wir haben noch sehr viel zu lernen; uns fehlt es an Weisheit; wir sehen noch nicht alles klar. Und sie glaubten und vertrauten darauf: Dieser Jesus kann uns belehren! Wir wollen Seinen Worten und Seinen Anweisungen folgen.

2. Aber sie nannten Ihn nicht nur Lehrer, sondern fragten Ihn auch: „Wo wohnst du?“ „Wo ist der Ort, an dem du zu finden bist?“ Vielleicht hofften sie, zu einem anderen Zeitpunkt zu Ihm zu kommen, um von Ihm etwas zu lernen. Auf jeden Fall geben sie mit dieser Gegenfrage zu verstehen: Wir wollen keine Sachen, wir möchten keine Geschenke von dir, wir suchen Gemeinschaft mit dir! Wo bist du zu finden?

Und genau darauf kommt es an! Es gibt Menschen, die sagen, dass sie Jesus nachfolgen, aber eigentlich möchten sie, dass Jesus ihnen nachfolgt – wie ein Butler, der sie bedient. Viele Menschen denken, an Jesus zu glauben bedeute, dass Jesus uns nachgeht, um uns alle Wünsche zu erfüllen. Aber an Jesus zu glauben bedeutet zu erkennen: Jesus ist der Meister, nicht ich! Und es geht darum, dass ich Ihm nachfolge und nicht Er mir, weil ich erkannt habe, dass Er die einzige Rettung für mein Leben ist.

Ist es nicht wunderbar, wie freundlich Jesus ihnen hier antwortet? Er lädt sie sofort zu sich ein: „Kommt und seht!“ Und die beiden Jünger gingen mit „und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm“ (V. 39). Sie blieben bei Jesus und Jesus belehrte sie. Diese Begegnung mit Jesus war so prägend, dass sich Johannes bei der Abfassung des Berichts sogar noch an die Uhrzeit erinnert (vgl. V. 39).

Wir können Jesus heute nicht durch den Wüstenstaub von Israel folgen. Wir können Ihm nicht körperlich nachgehen. Aber dennoch heißt „an Jesus glauben“ auch heute noch, Ihm nachzufolgen, Gemeinschaft mit Ihm zu haben, mit Ihm zu sprechen und sich von Ihm, durch Sein Wort (die Bibel) belehren zu lassen. Und genauso wie in unserem Text lädt Jesus alle ein, die es hören: „Kommt und ihr werdet sehen. Sucht die Gemeinschaft mit mir und ihr werdet sehen, dass es möglich ist. Wartet nicht. Schiebt es nicht auf, es ist dringend, denn es geht um euer Leben!“

Wenn wir Jesus kennenlernen, dann lernen wir nie aus. Die beiden Jünger hatten von Johannes die erste wichtige Wahrheit gelernt: Jesus ist das Opferlamm Gottes, das die Sünden der Welt wegnimmt. Doch in den Evangelien sehen wir immer wieder, dass die Jünger noch sehr viel zu lernen hatten. Sie mussten noch sehr viel über Jesus erkennen, und über den Grund, weshalb Er gekommen war.

Jesus nachzufolgen ist ein lebenslanger Prozess. Und zu diesem Prozess der Jesus-Nachfolge gehört auch das Bezeugen.

 

3. Bezeuge Jesus!

Es ist bemerkenswert zu sehen, was Andreas als erstes tat, nachdem er Jesus begegnet ist: Er ging, um seinen Bruder Simon zu suchen, und Ihm zu erzählen was er von und über Jesus erfahren hatte. Dies war die ganz natürliche Reaktion eines Menschen, der etwas Entscheidendes, etwas Wunderbares erkannt hatte. Auf den ersten Blick war das, was Andreas seinem Bruder Simon weitergab noch nicht viel, aber das Erlebte war für ihn so wichtig, dass er es unbedingt seinem Bruder mitteilen musste. Der Apostel Paulus erklärt in seinem zweiten Brief an die Korinther, dass ihn die erlebte Liebe Christi dazu drängt, anderen von dieser Liebe weiterzusagen (vgl. 2 Kor 5). Andreas führte keine tiefen theologischen Gespräche mit Simon, sondern er erklärte ihm kurz und deutlich: „Wir haben den Messias (den Retter) gefunden (das heißt übersetzt: den »Gesalbten«). Und er führte ihn zu Jesus“ (V. 41). Andreas war kein ausgebildeter Theologe und er hatte auch ganz sicher nicht die Antwort auf alle Fragen. Aber das Eine hat er durch die Begegnung mit Jesus erkannt: „Er ist der Retter. Er ist das Lamm, das auch meine Sünden wegnehmen kann.“ Und er verheimlicht es nicht, er schämt sich nicht, nein, er ist überglücklich über diese Begegnung und er möchte, dass sein Bruder dasselbe auch erlebt. Daher führt er ihn zu Jesus. Und Simon, derjenige, der Andreas vermutlich am besten kannte, bemerkt, dass es seinem Bruder ernst ist, dass sich etwas im Leben seines Bruders getan hat. Und er geht mit!

Andreas gibt diese einfache aber klare Botschaft weiter. Und wir können und sollten das auch tun. Wenn wir Jesus Christus erkannt haben und Ihm nachfolgen, dann sollten wir anderen davon erzählen und sagen: „Komm, ich habe den Retter gefunden! Komm, und sieh selbst. Lerne Ihn kennen. Bete zu Ihm. Lies in der Bibel und erkenne selbst, dass Er wirklich der Retter für uns sündige Menschen ist.“

Doch auch in anderer Hinsicht ist Andreas für uns eine große Ermutigung! Wir erfahren sonst kaum etwas in der Bibel über Andreas. Sein Bruder Simon Petrus ist viel bekannter – vermutlich der bekannteste Jünger Jesu. Aber in dieser Geschichte sehen wir, wie wunderbar Gott diesen unscheinbaren Mann gebraucht hat, um den bekannten Petrus zu Jesus zu führen. Vielleicht bist du selbst nicht besonders redebegabt und kein geborenen Prediger. Aber selbst kleine Momente, in denen wir dem Bruder, der Schwester, dem Nachbarn, dem Kollegen von Jesus Christus erzählen, und davon, dass Er der große Retter für große Sünder ist, können eine große Auswirkung haben. Andreas führte seinen Bruder zu Jesus.

Wie schon gesagt fällt Andreas kaum in den Evangelien auf. Doch jedes Mal wenn er uns begegnet, führte er einen Menschen zu Jesus. So zum Beispiel als ein kleiner Junge mit fünf Broten und zwei Fischen zu den Jüngern kommt, da führt Andreas ihn zu Jesus, und Jesus versorgt durch ein Wunder mit dieser kleinen Mahlzeit 5.000 Menschen (vgl. Joh 6,8). An einer anderen Stelle treffen wir auf einige Griechen, die gerne Jesus kennenlernen möchten, und Andreas führt sie zu Ihm (vgl. Joh 12,21-22).

Jesus zu folgen heißt: Jesus zu bezeugen. An Jesus zu glauben und Jesus zu folgen heißt: sich von Jesus gebrauchen zu lassen. Und dabei geraten wir immer wieder ins Staunen.

 

4. Staune über Jesus!

An Jesus zu glauben führt immer wieder zum Staunen. Doch nicht zum Staunen über das, was alles in uns steckt, sondern über Jesus und über Sein Wirken! Ganz sicher staunten Simon und Andreas nicht schlecht, als Simon das erste Mal auf Jesus traf und Jesus ihm sagte: „Du bist Simon, Jonas Sohn …“ (V. 42). Jesus war alles andere als erstaunt darüber, wen Andreas da zu Ihm brachte; Er wusste bereits alles über Simon und Er wusste auch, dass dieser Simon zu Ihm kommen würde.

In Johannes 6,44 sagt Jesus: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht.“ Niemand kann zu Jesus kommen, wenn Gott ihn nicht zieht! Und genau das erlebten Andreas und Simon. Gott zieht die Menschen mit einer verborgenen Kraft, aber Er gebraucht das aufrichtige Zeugnis von Menschen, wie das des Andreas. Wer an Jesus glaubt, der findet häufig einen Grund zum Staunen darüber, wie Gott in Seiner Weisheit alle Dinge führt und leitet. Jesus wusste von Simon. Er erwartete ihn bereits, bevor Andreas ihn rief. Das sollte uns Hoffnung geben; denn schließlich sind es nicht unsere überzeugenden und klugen Worte, die dazu führen, dass Menschen zu Gott finden, sondern es ist Gott, der unsere schwachen aber ehrlichen Worte gebraucht, um Menschen zu Jesus zu führen.

Simon staunte sicherlich auch, als Jesus ihm einen neuen Namen gab. Jesus sagte zu ihm: „Du sollst Kephas heißen (das heißt übersetzt: »ein Stein«)“ (V. 42), auf Lateinisch: Petrus. Das ist mehr als ein Spitzname. Jesus weist hier auf etwas hin, das alle Christen erleben dürfen, die an Jesus glauben und Ihm folgen: Die Gnade Gottes ist wirksam und verändert uns innerlich! Sie macht etwas Neues, das vorher nicht vorhanden war. Wenn wir die Berichte über Petrus betrachten, dann fällt auf, dass er alles andere war als ein Stein oder Fels. Er glich viel eher einer Wanderdüne. Statt fest und stabil zu sein war er emotional und unbeständig. Er war zwar vorlaut aber wenig verlässlich! Und doch gibt Jesus ihm schon zu Beginn einen neuen Namen, um zu zeigen: Ich kann und werde dich nicht nur vor dem Zorn Gottes retten, sondern auch in meiner Gnade an dir arbeiten und einen neuen Menschen aus dir machen! Jesus machte nach und nach aus Simon einen Petrus – einen beständigen und festen Zeugen. Petrus wurde ein fester Stein für alle Gläubigen. Im 1. Petrusbrief tritt er uns entgegen als ein glaubhafter Lehrer für Standhaftigkeit selbst im größten Leid.

An Jesus zu glauben lässt uns staunen über Sein verborgenes Wirken in uns und durch uns. Und hierbei ist es sehr wichtig, dass wir uns nicht selbst betrügen. Unser verlorener Zustand, den die Bibel uns beschreibt, ist kein Aprilscherz, sondern die traurige Wahrheit! Und es gibt nur eine angemessene Reaktion, die uns retten kann: Erkenne, wer Jesus ist!

Wenn du niemals verstanden hast, wer Jesus ist, weshalb Er am Kreuz gestorben und aus dem Grab wieder auferstanden ist, was es bedeutet, dass Er der Retter ist, dann bleibe nicht regungslos sitzen, sondern lese Sein Wort, um zu verstehen, wer Er ist. Und wenn du verstanden hast, wer Jesus ist, dann folge Ihm nach, bete zu Ihm, richte dich nach Seinem Wort und suche die Gemeinschaft mit anderen Nachfolgern. Wenn du Seine verändernde Kraft erfahren hast, und weißt, dass Er derjenige ist, der die Sünden wegnehmen kann, dann sage anderen davon weiter. Lasse dich zum Segen für andere gebrauchen. Es ist Gottes Kraft, die Menschen rettet, aber es können deine schwachen Worte sein, die Er dazu gebraucht.

Und schließlich: Staune über Jesus und über die Liebe, mit der Er dich geliebt hat. Staune darüber, dass Er dich schon von Ewigkeit her kennt. Und staune über die Gnade, mit der Er dich errettet und dein Leben neu macht.

Glaubst du an Jesus? Beweist dein Leben, dass du an Ihn glaubst? Gott helfe uns dabei!

 

 

© Nathanael Armisén, Herold Juni 2014

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Glaube, Jesus Christus - Gottes Sohn, Verkündigung des Evangeliums, Wichtige Fragen!