Gott liebte Paulus, Seinen Apostel für die Heiden, und dennoch gab Gott ihm einen Pfahl ins Fleisch, unter dem der Apostel sehr zu leiden hatte. Und obwohl Paulus im Gebet dreimal inständig darum bat, dass Gott ihn doch von diesem schrecklichen Leiden befreien möge, lehnte Gott seine Bitte ab (vgl. 2. Korinther 12,8-9).

Auch wenn wir keine Apostel sind, liebt Gott doch jedes seiner Kinder so sehr, wir Er Paulus liebt. Viele Theologen haben gerätselt, was genau dieser Pfahl im Fleisch war, unter dem Paulus gelitten hatte. Vielleicht ist es besser, dies nicht genau zu wissen, denn jeder von uns hat schon in der ein oder anderen Weise Leid empfunden – oder empfindet es noch – und hat trotz allen Flehens und Bittens um Heilung nicht die erhoffte Antwort von Gott erhalten.

Warum?

Diese Frage, weshalb Gott nicht immer die Gebete Seiner Kinder um Heilung erhört, gehört wohl zu den schwierigsten und kontroversesten Themen. Ich gebe zu, dass ich keine allumfassende Antwort auf diese Frage geben kann, aber ich glaube, dass Gottes Wort uns einige sehr wichtige Antworten gibt.

1. DER GLAUBE DES BETERS

Gott wird manche Gebete um Heilung nicht erhören, weil dem Beter der lebendige Glaube fehlt. Natürlich trifft dies nicht auf jeden Menschen zu, der um Heilung betet und sie nicht empfängt, wie wir an dem Beispiel des Paulus sehen können. Ein gesunder Glaube und ein gesunder Körper gehören also nicht zwangsläufig zusammen. Aber der Glaube ist für das Gebet dennoch sehr entscheidend, wie die folgenden Bibelstellen deutlich machen: Matthäus 9,22, 28-29; 15,28; Markus 2,5.11; 5,34; 9,17-24; Markus 10,52; Lukas 17,19; Apostelgeschichte 3,16; 14,8-10; Jakobus 5,14-16.

2. UNBEKANNTE SÜNDE

Manchmal schenkt Gott einem kranken Gläubigen keine Heilung, weil dieser in seinem Leben Sünde duldet, die er noch nicht bekannt hat und von der er nicht ablassen möchte. Jakobus gibt uns in Gottes Wort sehr klare Anweisungen für das Gebet um Heilung und macht deutlich, dass sowohl das Bekenntnis von Sünde als auch das gemeinsame Gebet um Heilung in Gottes Augen sehr wichtig sind (vgl. Jakobus 5,15-16).

Auch hier muss wieder gesagt werden, dass Krankheit und Leid nicht immer mit der Unbußfertigkeit des Leidenden zusammen hängt. Allerdings vergessen wir schnell, wie schrecklich die Sünde und ihre Auswirkungen sind und übersehen die Tatsache dass Gott Leid gebraucht, um seine Kinder zu erziehen.

3. MANGELNDES VERLANGEN NACH HEILUNG

So seltsam es sich auch anhören mag, manche Christen werden von Gott nicht geheilt, weil sie von ihrer Krankheit gar nicht geheilt werden möchten. In Johannes 5,6 fragt Jesus den Gelähmten: „Willst du gesund werden?“ Was für uns im ersten Moment wie eine alberne Frage klingen mag, stellt sich doch bei näherer Betrachtung als sehr tiefgründig heraus.

Tatsächlich gibt es Menschen, vor allem jene, die an chronischen Erkrankungen leiden, die sich so sehr an ihre Krankheit und an das Leben, das davon geprägt ist, gewöhnen, dass sie es als Teil ihrer Identität ansehen und sich davor fürchten, dies zu verlieren.

4. MANGELNDES GEBET

Jakobus weist uns noch auf ein anderes Prinzip des Betens hin: „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet“ (Jakobus 4,2). Die Ursache dafür, warum Gott manche Christen nicht heilt, kann ganz schlicht und einfach daran liegen, dass sie nicht für Heilung beten. Vielleicht haben sie aber gebetet, aber die Hoffnungslosigkeit hat sie so schnell übermannt, dass sie aufgaben, ohne eine Antwort von Gott erhalten zu haben. Gebet um Heilung erfordert häufig Ausdauer und Fasten.

5. GOTTES PLAN

In all diesen Punkten dürfen wir Gottes Plan und Vorsehung nicht vergessen. Gott handelt nicht zu jeder Zeit auf dieselbe Weise. Es gibt Zeitabschnitte, in denen Er seine heilende Macht besonders stark wirken lässt und andere, in denen Er sie zurückzieht oder zumindest begrenzt. Gott tut dies nicht grundlos – Er kann dies zum Beispiel tun, um eine starrsinnige Gemeinde wachzurütteln oder um in seinem Volk eine größere Sehnsucht nach Seiner Verherrlichung zu wecken oder um uns von falschen Abhängigkeiten, von Wohlstand und falschem Selbstvertrauen zu befreien – was auch immer Gottes Absicht ist, Er ist nicht verpflichtet, uns in Seine Pläne einzuweihen. Wir sind aufgerufen, im Glauben und nicht im Schauen auf Seine Güte zu hoffen. (Vgl. dazu 1. Korinther 11,29-32; 2. Korinther 12,7a.)

6. ETWAS BESSERES

Oftmals legen wir einen viel zu hohen Wert auf unser physisches Wohl. Gott hat dagegen ganz andere Prioritäten. Er möchte, dass wir geistlich wachsen, in der Heiligung leben und Seine göttliche Weisheit in unserem Denken und Handeln sichtbar wird. Diese Dinge sind von viel größerem Wert, als unsere körperliche Gesundheit. Und um dies zu erreichen, mutet Er uns manchmal Dinge zu, die uns schwächen und herausfordern. Wenn Gott einen Kranken heilt, dann ist das wunderbar und wir sollten Ihn darum bitten und dafür preisen. Doch manchmal nimmt Gott uns etwas, um uns etwas noch Besseres zu geben.

BETE MIT AUSDAUER

Manchmal kennen wir den Grund für Gottes Handeln nicht. Wenn wir Ihn also um Heilung für uns oder für andere bitten, und sie nicht eintritt, wie sollen wir uns dann verhalten?

Zuerst, denke ich, sollten wir nicht aufhören zu beten! Nehmen wir das Beispiel des Paulus. Er betete nicht nur einmal, sondern so lange, bis Gott ihm eine Antwort auf sein Gebet gab (in diesem Falle waren es drei Gebete und Gottes Antwort darauf war: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“) Paulus wusste bis dahin nicht, dass sein Leid zu Gottes Plan gehörte, und deshalb betete er, bis er erkannte, was Gottes Wille in diesem Fall war.

Wenn Gott Dir durch Sein Wort oder auf eine andere Weise zeigt, dass Er Dich noch nicht oder vielleicht niemals von einem Leiden befreien will, dann solltest Du Dich unter Seinen Willen beugen. Andernfalls rate ich Dir, höre nicht auf, Ihn darum zu bitten, es zu tun.

Es gibt sehr viel, was ich mit meinem begrenzten Verstand nicht begreifen kann, doch einer Sache bin ich mir völlig sicher: Gottes Gnade ist völlig genug, sie ist alles, was wir für jede Lebenslage brauchen, damit wir „um des Christus willen“ (2. Korinther 12,10) lernen, dass in unserer Schwachheit Gottes Macht zur Vollendung kommt!

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