Was ist Glaube? Die einfachste Antwort wäre die, die Gottes Geist uns in Hebräer 11,1 gibt: »Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.« Gott hat uns in Seinem Wort Zusagen gemacht, auf deren Erfüllung wir voller Zuversicht hoffen. Wir sind überzeugt davon, dass Gott tatsächlich so gehandelt hat und handeln wird, wie Er es verheißen hat. Dieses Vertrauen in Gottes Zuverlässigkeit und Treue ist gegründet auf das, was Er uns in Seinem Wort geoffenbart hat. Der christliche Glaube hat also in direkter Weise etwas mit Gottes Wort zu tun.

Die meisten Menschen verlassen sich auf Dinge, die in ihren Augen denkbar und wahrscheinlich sind. Doch der Glaube muss sich nicht auf Wahrscheinlichkeiten berufen. Er hält auch dort stand, wo Wahrscheinlichkeiten enden und wo Sinn und Wahrnehmung versagen.

Leider gibt es nicht wenige Christen, die niedergeschlagen sind und über mangelnden Glauben klagen. Meistens fallen dann Aussagen, wie „ich fühle Gott nicht mehr“, oder „ich fürchte, dass Gott meine Hoffnungen nicht erfüllt“. Hier liegt jedoch ein grundsätzliches Problem vor: Unser Glaube basiert nicht auf scheinbaren Dingen, sondern einzig und allein auf dem, was Gott fest zugesagt hat.

Du bist also herausgefordert, dich selbst zu hinterfragen: Verlässt Du Dich voll und ganz auf das, was Gott in Seinem Wort versprochen hat und stehen deine Wünsche in Einklang mit Gottes Wort?

Anfechtungen dienen als Nahrung für den Glauben

Gott verherrlicht sich unter anderem dadurch, dass Er selbst den Glauben Seiner Kinder wachsen lässt. Unser Glaube, der zu Beginn so klein, schwach und unbedeutend erscheint, wächst, je mehr wir ihn gebrauchen. Auf diesem Weg werden uns viele Anfechtungen begegnen – und wir sollten sie dankbar aus Gottes Hand nehmen, da sie zur Bewährung und Stärkung unseres Glaubens beitragen (vgl. Jakobus 1,12). Diese Tatsache kann man heute nicht genug betonen: Schwierigkeiten, Anfechtungen und Hürden sind nötig für unseren Glauben. Viele Christen sind verzweifelt, weil ihr Glaube zu schwach ist; aber gleichzeitig scheuen sie sich vor Situationen, die ihren Glauben zwar unter Belastung aber auch – und gerade dadurch – unter Beweis stellen. Gott hat als unser Vater das Recht, uns zu erziehen, auch wenn dies bedeutet, dass wir unangenehm herausgefordert werden. Der Glaube wächst nur, indem er beansprucht wird.

Allerdings setzt Gott uns nicht willkürlich Schwierigkeiten aus. Er weiß, wie viel wir tragen können und Er hat stets etwas Gutes mit Seinen Kindern im Sinn. Alles, was wir aus Seiner Hand empfangen sind Gaben der Liebe, die uns dem großen Ziel ein Stück näher bringen. Wenn wir auf Gottes Allmacht und Liebe vertrauen, dann dürfen wir in jeder Lebenslage gewiss sein und sagen: »Du bist mein guter Vater. Handle so mit mir, wie Du willst, denn dein Wille ist immer gut!«

Als ich begann, diese Wahrheit für mein Leben zu entdecken, gab Gott mir einen bestimmten Bibeltext in den Sinn, der mir als väterliche Verheißung eine große Stütze war. Es war der Abschnitt in Matthäus 6,25-34. Lies diesen Abschnitt sorgfältig durch und glaube Seinem Wort. Ich habe meinen Glauben auf diese Verheißungen gelegt und habe erfahren, dass auf Gottes Zusagen Verlass ist. Das bedeutet nicht, dass mein Leben von diesem Moment an ohne Schwierigkeiten verlief. Im Gegenteil, ich hatte viele Hürden zu überwinden, doch ich habe erfahren, dass Gott meine Stärke ist und ich nur mein Vertrauen auf Ihn setzen muss, damit Er diese Hürden für mich überwindet. Gott bittet uns in Seinem Wort nicht, dass wir unsere Sorgen auf Ihn werfen; nein, Er befiehlt es uns. Also »wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen!« (Psalm 55,23). Es reicht nicht aus, dieser Aufforderung nur einmal zu folgen, es soll unser tägliches Handeln sein.

Befestige deine Seele in dem Herrn

Immer wieder erhalte ich Briefe von Menschen, die Sorgen und Fragen bezüglich ihres Glaubens haben. Manche von ihnen schreiben sogar: »Ich werde niemals diesen Glauben haben, wie sie ihn haben, Bruder Müller.« Doch das ist ein riesiger Irrtum! Mein Glaube ist nicht anders als der Glaube aller Gotteskinder. Es ist derselbe Glaube, den Petrus hatte und nach ihm alle, die durch Jesus Christus zu Gott gekommen sind. Es mag sein, dass der Glaube eines Christen gefestigter ist als der eines anderen, weil er stärker an Gott gebunden ist; doch es ist stets derselbe Glaube.

Geliebte Geschwister, fragt Euch selbst, worauf Euer Vertrauen gerichtet ist und wie fest es an Gott und Seine Verheißungen gebunden ist. Befestige deine Seele im Herrn. So wird dein Glaube wachsen und dein Leben wird ein Werk zu Gottes Ehre!

 

© Herold-Schriftenmission, Herold Juni 2013

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  1. Hat mir sehr den Glauben gestärkt, danke, und Gotes Segen für eure Arbeit.

    Kleine Anmerkung:
    Im letzten Abschnitt stand wohl ursprünglich „Glaube“ statt „Vertrauen“. Daher sollte es weiter heißen „wie fest es …“ anstatt „wie fest er …“

    Helge

    Antwort

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