Unser Heiland Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen. Als Händel, der große Musiker, starb, sagte er nur ein einziges Wort: „Todesüberwinder!“ Sonst nichts. Wir leben in einer Welt, die vor dem Tod kapituliert und die versucht, diese Niederlage zu verbergen. Wir leben in einem Volk, über dem der Todesatem weht, das nicht nur grauenvoll stirbt, sondern wie berauscht dem Henker Tod noch willig dient. Die subtilste Wissenschaft ist heute die Wissenschaft des Tötens en masse. Die größten Köpfe dienen der Kunst des Tötens. Und in diese Völkerwelt hinein ertönt der Ruf: „Unser Heiland Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen.“ Da verstehen wir, dass das Evangelium eine aufregende Botschaft ist. Wenn wir doch mal Schluss machten mit der Vorstellung, das Evangelium wäre eine langweilige Geschichte! Auf einer Evangelisation in Schüttdorf lud ich auch einen Hotelwirt ein. Er entgegnete: „Ich werde meine Frau dorthin schicken. Das Evangelium ist so eine sanfte Sache, das ist was für eine Frau. Die hat ein ganz anderes Bedürfnis als wir Männer.“ Der Mann trinkt Schnaps – die Frau geht in die Kirche.

Welch ein Wahnsinn, meine Freunde! Dabei haben wir eine so gewaltige Botschaft: „Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen.“ Die Bibel berichtet uns, dass aus der anderen Dimension, aus einer anderen Welt, der Sohn Gottes kam. Die zweite Person der Dreieinigkeit wurde Mensch. Er kam zu uns, nahm Fleisch und Blut an und wurde uns Menschen gleich. Er wurde Knecht wie wir. „Gott wird Mensch, dir Mensch zugute.“ Und wenn der Sohn Gottes Mensch wird, dann muss es ja bald zu einer Begegnung zwischen diesem menschgewordenen Gott und dem Tyrannen Tod kommen, zu einer geradezu atemberaubenden Begegnung. Jesus sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“, und der Tod brüllt: „Mir ist gegeben alle Gewalt.“ Was für eine Begegnung!

Es gibt eine Geschichte in der Bibel, da sieht diese Begegnung zwischen Jesus und dem Tod aus wie Spielerei. Es ist die Geschichte, der verstorbenen Tochter des Jairus. Jesus tritt in das Haus des Synagogenvorstehers Jairus ein, wo das zwölfjährige Mädchen gerade gestorben ist. Es ist ein schmerzlicher Verlust für die Eltern! Dennoch wirkt das Ganze beinahe wie ein Spiel. Man hört sogar einige Anwesende lachen und kichern, als Jesus sagt: „Sie schläft nur.“  Sie lachen ihn aus und spotten über ihn. Und einen Augenblick lang ist man selber unsicher. Schlief sie, oder war sie tot? Schließlich treibt Jesus alle hinaus, nimmt das Kind bei der Hand und sagt: „Mädchen, ich sage dir, stehe auf!“ Und sie steht auf. Und es wirkt, als wäre das Ganze für Jesus nur ein leichtes Spiel, dem Tod einfach die Beute wegzunehmen.

Es steht aber noch eine andere Geschichte in der Bibel, die von der Begegnung zwischen Jesus und dem Tod berichtet. Dort wird deutlich, dass dahinter ein grauenvoller Kampf wütet.

Jesus steht vor einem Felsengrab, in dem ein junger Mann namens Lazarus liegt. Und um ihn herum steht eine große Volksmenge. Alle schauen gespannt und erstaunt auf ihn, als er sagt: „Hebt die Felsplatte weg!“ Die Schwestern sind entsetzt: „Nicht, Herr! Er verwest schon!“ Und dann geschieht es, während sie die Platte wegreißen, sehen sie, wie Jesus weint. Er, der später, als er am Kreuz hing, nicht geweint hat, beginnt zu weinen. Merken wir, wie ihn die Tyrannei des Todes überfällt? Doch es geschieht noch nichts. Die Umstehenden hören nur, wie er mit seinem himmlischen Vater spricht. Und sie ahnen, dass hier ein hintergründiger Kampf stattfindet, bis Jesus in die Todeswelt hineinruft: „Lazarus, stehe auf!“ Und Lazarus erwacht! Da wird etwas deutlich von diesem gewaltigen Kampf.

Doch der Kampf zwischen Jesus und dem Tod wird noch härter. Und es sieht so aus, als ob der Tod triumphiert, als Jesus am Kreuz hängt. Wer eine Ahnung hat von der schrecklichen Macht des Todes, der erschrickt bis ins Innerste, dass es selbst von diesem Sohn Gottes, der dem Tod die Beute abnahm, heißt: „… er neigte sein Haupt und starb.“ Ist also der Tod doch der Mächtigere und wirklich das Letzte? Wenn ja, lohnt es sich dann überhaupt noch, mit dem Leben anzufangen. Aber dieser Höhepunkt, dieser Triumph des Todes ist zugleich sein Ende. Denn auf das Sterben Jesu folgt ein Ostermorgen. Der Stein wird weggerissen von seinem Grab, die römischen Soldaten fallen in Ohnmacht und Jesus steigt heraus aus dem Grabe und sucht seine Jünger. Der Auferstandene, der Fürst des Lebens, der Sieger über den Tod, der herrliche Heiland Jesus lebt!

Der Tod ist besiegt. Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen. Da hat ein Kampf stattgefunden, der unvergleichbar ist.

Doch worauf beruhte diese schreckliche Macht des Todes? Darüber gibt uns die Bibel Auskunft: Der Tod ist der Lohn für unsere Sünde. Adam und Eva haben gesündigt – und sind gestorben.

Und wir, ihre Nachkommen, haben alle gesündigt. Deshalb ist der Tod als Folge der Sünde zu allen Menschen durchgedrungen. Wenn ich einem Mann begegne, der mir sagt: „Ich tue recht und scheue niemand“, dann sage ich ihm: „Sie werden sterben, und das wird beweisen, dass Sie ein Sünder sind! Denn da kriegen Sie Ihren Lohn für Ihre Sünden ausgezahlt!“ Doch Jesus hat die Sünde der Welt auf sich genommen und ans Kreuz getragen. Darum hat der Tod verspielt und unvergängliches Leben ans Licht gebracht.

Jedes Volk der Erde steht der Macht des Todes hilflos gegenüber. Aber Jesus hat dem Tod die Macht genommen und somit stehen wir alle zwischen der Herrschaft des Lebens (Christus) und der Herrschaft des Todes. Das ist die entscheidendste Wahl, die wir treffen müssen. Lassen Sie mich dazu etwas Wichtiges sagen. Vor einiger Zeit habe ich mit zwei Freunden eine Fahrt nach Verdun gemacht, wo ich als Soldat im 1. Weltkrieg ein halbes oder dreiviertel Jahr gelegen habe. Mit Entsetzen erinnere ich mich an diese französische Festung, dieses furchtbare Camp. Das Schrecklichste an der Schlucht, in der ich ein halbes Jahr lag, einer sumpfigen Schlucht, war der grässliche Leichengeruch und Todesatem. Wir haben ihn schließlich nicht mehr gemerkt, wir hatten uns daran gewöhnt. Aber als ich nun dort in Verdun war, tauchte ein Erlebnis vor mir auf: Ich hatte einmal Heimaturlaub bekommen. Meine Eltern waren damals in den Ferien in Baden-Württemberg, auf der Schwäbischen Alb. Deshalb fuhr ich gleich dorthin. Und der überwältigendste Eindruck dort war für mich nicht, dass dort nicht geschossen wurde oder dass man ausschlafen konnte – nein, es war die herrliche, reine Luft, der raue Wind, der über die Alb strich, in dem kein Todesgeruch enthalten war.

Meine Freunde, so geht es uns, wenn wir uns wirklich zu Jesus bekehren. Alles in der Welt trägt diesen Todesgeruch an sich. In der Nacht von Freitag auf Samstag kam ich von einer Evangelisation zurück. Als ich morgens um halb zwei am Bahnhof ankam, standen da ein paar Karnevalsfiguren. Und da spürte ich den Todesatem. Alles in dieser Welt hat diesen Atem des Todes, diesen Leichengeruch an sich. Die Menschen merken es nicht, weil sie daran gewöhnt sind. Aber wenn einer den Schritt tut, hin zu Jesus, und Ihm sein Leben übergibt, dann versteht er auf einmal, wovon ich rede. Hier weht die Morgenluft der Ewigkeit, der Atem des ewigen Lebens. Hier umgibt uns Himmelsluft. Und wie ich schon sagte: Wir müssen wählen. Es soll ja keiner vor sich hindämmern und sagen: „Das geht mich nichts an!“ Ohne die Bekehrung an Jesus leben wir unter der Tyrannei des Todes. Und da möchte ich Ihnen sagen: Der leibliche Tod ist noch das Geringste. Schlimmer sind die Werke des Todes, die wir tun. Und das Schrecklichste ist, dass die Bibel von einem „anderen Tod“ spricht, den man stirbt. Wissen Sie das? Ich zitiere wörtlich einen Vers aus der Offenbarung über das Gericht Gottes: „Und wessen Name nicht geschrieben war in dem Buch des Lebens, der wurde in den Feuersee geworfen (dorthin, wo Gott nicht mehr hinsieht)“ (Offenbarung 20,15).

Der Glaube an den Mann von Golgatha führt in den Bereich und die Welt des Lebens. Und nun möchte ich Sie herzlich um etwas bitten. Es geht hier nicht um ein Dogma oder eine Lehre, sondern um Ihre ewige Existenz. Gehen Sie in die Stille. Jesus ist da. Sie spüren es. Bekennen Sie Ihm Ihre Werke des Todes, Ihre Sünden und sagen Sie Ihm auch, dass Ihr Herz tot ist und dass Sie die Sünde lieben. Aber dann schauen Sie auf zu seinem Kreuz und glauben Sie, dass sein Blut Ihre Sünde zudeckt. Dann schenkt Er Ihnen das ewige Leben. Denn das, was wir hier haben, ist nur der Anfang. Christen gehören in eine andere Welt – in die Welt des ewigen Lebens!

Neulich sagte mir einer: „Warum müssen eigentlich die bekehrten Christen dauernd von Jesus reden?“ Ich antwortete: „Ja, Menschenskind, bekehren Sie sich doch! Dann verstehen Sie es!“ Wer zu Jesus gehört, dem gehört der Sieg, den Jesus am Kreuz errungen hat. Wer zu Jesus gehört, dem gilt dieses Wort: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben“ (Johannes 11,25-26).

© Herold-Schriftenmission, Herold April 2013

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  1. Welch wunderbares Wort, ewiges Leben!

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Artikel, Evangelium

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