Wir können dem suchenden Menschen nicht oft genug und nicht deutlich genug sagen, dass seine einzige Hoffnung auf Errettung in dem Herrn Jesus Christus liegt. Sie liegt vollständig, einzig und allein in Ihm. Um sowohl von der Schuld wie auch der Macht der Sünde zu erretten, ist Jesus vollkommen ausreichend. Sein Name ist Jesus, weil »er sein Volk errettet von seinen Sünden« (Matthäus 1,21). »Des Menschen Sohn hat Macht auf Erden, die Sünde zu vergeben« (Matthäus 9,6). Er wurde erhöht, um »Buße und Vergebung der Sünden zu geben« (Apostel­geschichte 5,31). Gott hat von Anbeginn an, einen Heilsplan entworfen, der ganz und gar in Seinem eingeborenen Sohn erfüllt wurde. Der Herr Jesus wurde um unseres Heils willen Mensch und wurde in allem uns gleich. Er war gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Hätte es eine andere Möglichkeit der Erlösung gegeben, so wäre der bittere Kelch an Ihm vorübergegangen. Es ist ganz sicher, dass Gottes geliebter Sohn nicht zu unserer Errettung gestorben wäre, wenn wir um einen geringeren Preis hätten erlöst werden können. Die unendliche Gnade wählte dieses große Opfer. Die unendliche Liebe unterwarf sich um unsertwillen dem Tod. Wie können wir glauben, dass es noch einen anderen Weg gibt, als den, den Gott mit solchen Kosten bereitet, und uns in der Heiligen Schrift so einfach und so eindring­lich dargestellt hat! Es ist wahr: »Es ist in keinem anderen das Heil zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können« (Apostelgeschichte 4,12).

Wenn wir meinen, dass der Herr Jesus uns nur eine halbe Erlösung erworben hätte, und dass von unserer Seite noch irgendein Werk oder eine Tat nötig wäre, um Sein Werk zu vollenden, verkennen wir unseren wahren Zustand. Was besitzen wir, das wir zu Seinem Blut und zu Seiner Gerechtig­keit noch hinzufügen könnten? »Alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein unflätiges Kleid« (Jesaja 64,5). Können Lumpen das köstliche Gewand Seiner göttlichen Gerechtigkeit bereichern? Wie passen unsere Lumpen zum feinen weißen Leinen Seiner Reinheit? Wie passen unsere Schlacken zum reinen Gold Seiner Heiligkeit? Es ist eine Beleidigung des Heilandes, so etwas auch nur zu denken. Wir haben genug Schuld auf uns geladen, sollten wir diese noch zu all unseren anderen Sünden hinzufügen? Selbst wenn wir irgendeine Gerechtigkeit hätten, derer wir uns rühmen könnten, wenn unsere Feigenblätter auch noch so prächtig wären, so ist dies doch nur vergänglicher Ruhm. Lasst uns all das ablegen, und jene Gerechtigkeit annehmen, die Gott viel wohlgefälliger ist als alles, was wir vorzuweisen haben.

Diese Worte mögen uns vielleicht nicht gefallen, aber genauso ist es. Heißt es doch über uns: »Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer« (Römer 3,12). Ich, der ich diese Zeilen schreibe, will ganz frei bekennen, dass ich keinen Funken Gutes an mir habe. Ich könnte nicht einmal einen Lumpen daraus machen, nicht einen Fetzen. Ich bin völlig bloß. Aber selbst wenn ich das schönste Gewand guter Werke hätte, das der Stolz sich nur vorstellen kann, so würde ich es zerreißen und nichts anderes anziehen, als die Kleider des Heils, die mir von dem Herrn Jesus umsonst gegeben werden und die Er mir erworben hat.

Es verherrlicht unseren Herrn Jesus am meisten, wenn wir alles Gute von Ihm allein erhoffen. Das heißt, Ihm so zu begegnen, wie Er es verdient. Er ist ja Gott und außer Ihm gibt es keinen anderen. Deshalb können wir nichts anderes tun, als auf Ihn zu blicken, um errettet zu werden.

Das heißt, Ihm auf rechte Weise zu begegnen. Er fordert alle, die mühselig und beladen sind auf, zu Ihm zu kommen, damit Er ihnen Ruhe schenkt. Wenn wir meinen, dass Jesus nicht »alle für immer erretten kann, die durch ihn zu Gott kommen« (Hebräer 7,25), heißt das entweder, dass wir die All­macht des Heiligen Israels bestreiten, oder glauben, dass Er kein Freund der Sünder ist und Zweifel an Seiner Liebe hegen. In jedem Falle würden wir uns an Ihm versündigen, denn Er ist fähig und willig, alle die zu retten, die durch Ihn zu Gott kommen.

Das Kind, das in Feuergefahr ist, klammert sich an den Feuerwehrmann, der es auf dem Arm trägt, und verlässt sich ganz auf ihn. Es fragt sich nicht, ob er auch stark genug ist, oder ob er es auch wirklich retten will – nein, es klammert sich an ihn. Die Hitze ist furchtbar, der Rauch beißend, aber es hängt an ihm; und der Retter bringt es in Sicherheit. Hänge dich mit demselben kindlichen Vertrauen an Jesus, der dich aus den Flammen der Sünde erretten kann und erretten will.

Die Persönlichkeit unseres Herrn Jesus sollte uns vollstes Vertrauen einflößen. Weil Er Gott ist, hat Er alle Macht uns zu erretten. Weil Er Mensch ist, ist Er voller Mitgefühl. Weil Er Gott und Mensch zugleich ist, vereinen sich in Ihm die Natur des Menschen und die Heiligkeit Gottes.

Denke daran, dass Jesus selber der Weg ist. Wenn wir glauben, wir könnten dem göttlichen Weg in irgendeiner Weise etwas hinzufügen, wäre das nichts anderes als sündige Anmaßung. Weg mit einer solchen Vorstellung! Scheut solch ein Denken, wie die Lästerung Gottes, denn dem Wesen nach ist es die schlimmste Lästerung gegen den Herrn und seine Liebe.

Wenn wir zu Jesu kommen, um Ihm irgendetwas zu unserer Erlösung anzubieten, ist das nichts anderes als unerträglicher Stolz. Was braucht Er von uns? Was könnten wir Ihm bringen, das Er von uns nötig hätte (vgl. Apostel­geschichte 17,24-25)? Würde Er uns die unschätzbaren Segnungen Seiner Erlösung verkaufen? Das, was Er mit Seinem Blut vollbracht hat, wird Er das um den wertlosen Preis unserer Tränen und Gelübde willen verschleudern? Oder weil wir bestimmte Zeremonien befolgen, oder um unserer Gefühlsregungen oder Werke willen? Er ist nicht so bedürftig, dass Er sich verkauft. Er will sein Heil umsonst geben, wie es Seiner königlichen Liebe geziemt (vgl. Jesaja 55,1 ff.). Der, der Ihm ein Lösegeld anbieten will, weiß nicht, mit wem er es zu tun hat, und wie sehr er Ihn damit erzürnt. Sünder, die mit leeren Händen kommen, werden empfangen, was sie begehren. Alles, was wir brauchen, finden wir in Jesus, und Er gibt, wenn wir Ihn darum bitten. Aber wir müssen glauben, dass Er alles in allem ist, und wir dürfen nicht wagen, zu meinen, dass wir etwas zu dem, was Er voll­bracht hat, hinzufügen könnten.

Der Grund, warum wir durch Glauben an den Herrn Jesus auf die Vergebung der Sünden und auf das ewige Leben hoffen dürfen, ist der, dass Gott es so beschlossen hat. Er hat sich im Evangelium verbürgt, alle zu erretten, die wahrhaftig auf den Herrn Jesus vertrauen. Er wird Seine Verheißung niemals zurücknehmen. Er hat ein solches Wohlgefallen an Seinem eingeborenen Sohn, dass Er Wohlgefallen hat an allen, die Ihn als ihre einzige Hoffnung ergreifen.

Der große Gott selber hat den ergriffen, der Seinen Sohn ergriffen hat. Er selbst ist das Heil für alle, die ihr Heil von dem gekreuzigten Erlöser erwarten. Um der Ehre Seines Sohnes willen lässt Er nicht zu, dass der Mensch, der Ihm vertraut, zuschanden wird. »Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben« (Johannes 3:36); denn der ewig lebende Gott hat ihn selber zu sich gezogen und ihm einen Anteil an Seinem Leben verliehen. Wenn du dich allein auf Jesus ver­lässt, darfst du deines Heils gewiss sein – schon jetzt, und an dem Tag, wenn Jesus zur Erlösung der Seinen wiederkommt.

Erst wenn ein Mensch dies glaubt, kommt es zur lebendigen Verbindung mit dem Herrn, und diese Ver­ einigung verbürgt Segen. Der Glaube errettet uns, weil er uns an Jesus Christus bindet, der eins mit Gott dem Vater ist, und uns so in Verbindung mit Gott bringt.

Mir wurde einmal folgende Geschichte erzählt: Vor Jahren kenterte ein Boot kurz vor dem Niagarafall, und zwei Männer wurden von der Strömung mitgerissen. Vom Ufer her warfen Leute ihnen ein Seil zu, das beide ergriffen. Der eine hielt sich daran fest und wurde glücklich ans Ufer gezogen. Der andere jedoch sah ein großes Holzstück vorübertreiben, ließ das Seil los und hielt sich an dem Brett fest, weil er meinte, dass dies stabiler sei und scheinbar einen besseren Halt gewähre. Das Brett stürzte mit dem Mann die Niagarafälle hinab, weil es keine Verbindung zwischen dem Holz und dem Ufer gab. Auch wenn das Brett noch so stabil aussah, es nützte dem nichts, der sich darauf verließ. Die Verbindung mit dem Ufer war nötig, um gerettet zu werden.

Ebenso wird ein Mensch, der sich auf seine Werke oder seine Gebete oder seine guten Taten oder die Sakramente oder irgendetwas auf seiner Seite verlässt, nicht errettet werden, denn es fehlt die Verbindung zwischen ihm und Gott durch Christus Jesus. Der Glaube aber, selbst wenn er auch nur wie ein dünnes Seil scheinen mag, ist in der Hand des großen Gottes am rettenden Ufer. Seine unendliche Macht holt das Verbindungsseil ein und rettet so den Menschen aus dem Verderben. Welch ein Segen des Glaubens, der uns mit Gott vereint durch den von Ihm verordneten Heiland Jesus Christus! Lieber Leser, ist das nicht einleuchtend? Bedenke einmal deine eigene Situation. Hast du das rettende Band der Vereinigung zwischen dir und Gott durch den Glauben an Christus Jesus erfasst?

© Herold-Verlag, C. H. Spurgeon: „Gehet ein durch die enge Pforte“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorie

Artikel, Evangelium, Jesus Christus - Gottes Sohn

Schlagwörter

,