Evangelium

Was ist das Evangelium?

Hinter dem Wort „Evangelium“ aus dem Neuen Testament steht das griechische Wort euangelion. Es setzt sich aus der Vorsilbe von „gut“ oder „freudig“ und dem Wortstamm für „Botschaft“ oder „Nachricht“ zusammen. Anders gesagt: Evangelium bedeutet soviel wie „gute Botschaft“.

Die Frage ist nun, was das Gute oder Freudige am Evangelium ist? Wichtig zu verstehen ist, dass es im Evangelium zuallerest um eine Person geht, um Jesus Christus.

Eine völlig neue Bedeutung vom Evangelium

Viele Menschen, selbst die treuen Anhänger Jesu, glaubten, dass Jesus ein „politisches Evangelium“, die Befreiung von der römischen Besatzungsmacht, predigen würde.

Doch Jesus predigte keine politische Siegesbotschaft und auch kein rein privates Evangelium. Er predigte Buße und Umkehr:

„Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ – Markus 1,15

Jesus sprach vom Kommen des „Reiches Gottes“, und dass etwas erfüllt wurde und die angemessene Reaktion darauf Buße und Glaube an das Evangelium ist.

Wovon sprach Jesus hier? Der Apostel Paulus verfasste einen ganzen Brief, um diese Frage ausführlich zu erklären – den Römerbrief.

Das Evangelium von Jesus Christus

Paulus beginnt seinen berühmtesten Brief mit den Worten:

„Paulus, Diener Jesu Christi, ´an die Gemeinde in Rom`. Gott hat mich zum Apostel berufen und dazu bestimmt, seine Botschaft bekannt zu machen, die er schon vor langer Zeit durch seine Propheten in der Heiligen Schrift angekündigt hatte. Es handelt sich um das Evangelium von seinem Sohn“                   – Römer 1,1-3

Paulus erklärt hier, dass diese Botschaft von Jesus im Grunde nichts Neues ist, da sie von Gott bereits in der Vergangenheit in der Heiligen Schrift angekündigt wurde. Wörtlich übersetzt spricht der Apostel hier von „heiligen Schriften“ in der Mehrzahl, womit er die Texte des Alten Testamentes meint.

Dieses Verständnis, dass das Alte Testament von Jesus spricht, finden wir nicht nur bei Paulus, sondern auch bei Jesus selbst.

Am Ende des Lukasevangeliums lesen wir, wie Jesus seine Jünger informiert:

„Dann ging er mit ihnen die ganze Schrift durch und erklärte ihnen alles, was sich auf ihn bezog – zuerst bei Mose und dann bei sämtlichen Propheten. […] Dann sagte er zu ihnen: „Nun ist in Erfüllung gegangen, wovon ich sprach, als ich noch bei euch war; ich sagte: ‚Alles, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben ist, muss sich erfüllen.‘“ Und er öffnete ihnen das Verständnis für die Schrift, sodass sie sie verstehen konnten, und sagte zu ihnen: „So steht es doch in der Schrift: Der Messias muss leiden und sterben, und drei Tage danach wird er von den Toten auferstehen. Und in seinem Namen sollen alle Völker zur Umkehr aufgerufen werden, damit sie Vergebung ihrer Sünden empfangen“ – Lukas 24,27.44-47

Jesus erklärt hier ganz konkret, was im Alten Testament bereits angekündigt wurde und sich nun durch sein Kommen erfüllte. Hier wird deutlich, dass dem Evangelium (der guten Nachricht) etwas Negatives vorausgeht.

Das Evangelium ist eine Botschaft an alle Menschen

In seiner Erklärung des Evangeliums beginnt Paulus im Römerbrief mit dem grundlegenden Problem der gesamten Menschheit: der Entfremdung von Gott:

„Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Leben und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, an seinen Werken erkannt, sodass sie keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert“ – Römer 1,18-21

Auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir, wie Gott den Menschen zu seiner Ehre erschafft und ihn in eine Welt voller Freude setzte. Doch der Mensch wollte sein eigener Herr sein und sich nicht Gottes Autorität unterstellen. Er übertrat Gottes Gebot und fiel von Gott ab. Diese Abkehr von Gott und ihre Folgen nennt die Bibel Sünde. Und als Adam, der erste Mensch, als Haupt und Stellvertreter der Menschheit, sich von Gott lossagte, besiegelte er damit das Schicksal aller nachfolgenden Generationen. Paulus beschreibt es in Römer 5 so:

„Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben“ – Römer 5,12

Die Folgen davon erleben wir tagtäglich, jeder Einzelne von uns, auf der ganzen Welt. Diese Welt ist zwar immer noch Gottes Welt, deshalb gibt es immer noch viele Dinge, über die wir uns freuen können und für die wir dankbar sein sollten. Doch all das Gute in dieser Welt wird von dem Fluch der Sünde überschattet und nichts kann sich ihrem Einfluss entziehen.

Unser Hauptproblem dabei ist, dass Gott als unser Schöpfer, der das Gute, Schöne, der Dinge wie Gerechtigkeit und Güte liebt, eines Tages Rechenschaft von uns fordern wird. Dabei beurteilt Gott nicht nur unsere Taten, sondern insbesondere unsere Herzenshaltung. Und spätestens hier versagen wir alle. Wir mögen oberflächlich betrachtet ein korrektes Leben führen, aber Gott sieht hinter die Fassade. Er sieht den Stolz in unseren Herzen, der selbst unseren frömmsten Taten zugrundeliegt, wenn wir ohne Gott leben. Und er wird uns dafür richten müssen!

Wir erwarten von einem Richter, dass er ein gerechtes Urteil spricht, das im Verhältnis zu den begangenen Straftaten steht. Und da wir gegen Gottes heiligen und ewigen Maßstab gesündigt haben, verdienen wir nichts anderes als den ewigen Entzug von Gottes gütiger Gegenwart – einen Zustand, den die Bibel als zweiten Tod oder auch Hölle bezeichnet.

Das Evangelium ist eine Botschaft der Hoffnung

Die gute Nachricht des Evangeliums besteht nun darin, dass Gott selbst etwas tat, wozu wir, aufgrund unserer Sünde, nicht fähig waren. Er stellte die kaputte Beziehung zwischen sich und uns wieder her. Dies tat er durch Jesus Christus.

Jesus sprach davon, dass er als der Messias leiden und sterben musste und anschließend wieder von den Toten auferstehen würde. Sein Sterben und Wiederauferstehen bilden nun die Grundlage für die Verkündigung des Evangeliums. Es ist eine Botschaft, die den Hörer zur Umkehr auffordert. Jesus verdeutlicht hier, dass das Evangelium der ganzen Menschheit gilt, weil jeder Mensch die Vergebung seiner Sünden braucht.

Als gerechter Richter muss Gott unsere Übertretungen strafen. Er kann nicht einfach über unsere Schuld hinwegsehen, ohne dabei seinen heiligen Charakter zu verletzen. Wir Menschen haben uns von Gott losgesagt, wir verdienen die Strafe Gottes. Doch unsere Schuld gegenüber Gott ist so gewaltig, dass wir sie niemals abbezahlen könnten. Deshalb lehrt die Bibel, dass Gott selbst in Jesus Christus Mensch wurde, um die Strafe Gottes für unsere Schuld auf sich zu nehmen. Das Neue Testament sagt über Jesus:

„Vielmehr war er – genau wie wir – Versuchungen aller Art ausgesetzt, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass er ohne Sünde blieb“ – Hebräer 4,15

Als Mensch war Jesus allen Schwachheiten des menschlichen Lebens ausgesetzt, aber im Unterschied zu uns, lebte er vollkommen nach Gottes. Jesus war so, wie wir eigentlich sein sollten. Und er war bereit, unsere Schuld vor Gott zu bezahlen. Er war bereit, den Zorn Gottes über unsere Sünde auf sich zu nehmen, damit wir von Gott den Freispruch erhalten.

Paulus schreibt über die Stellvertretung Jesu:

„Den, der ohne jede Sünde war, hat Gott für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit ihm, die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen können“ – 2. Korinther 5,21

Doch damit nicht genug. Um den letzten Beweis dafür zu erbringen, dass Jesus tatsächlich der verheißene Retter aus dem Alten Testament war, der stellvertretend für uns den Zorn Gottes auf sich nahm, erweckte Gott Jesus nach drei Tagen von den Toten auf. Der Apostel Paulus erklärt in Römer 4,25 dazu:

„Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben [d.h. gekreuzigt], wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.“

Das Evangelium ist die Botschaft eines neuen Lebens

Das wichtigste an der Botschaft des Evangeliums ist, dass wir durch das Werk Jesu wieder mit Gott, unserem Schöpfer, versöhnt werden.

Es geht beim Evangelium nicht darum, dass wir einfach nur zu moralisch besseren Menschen werden. Nein. Das Evangelium ist die gute Boschaft, dass alle, die ihre Schuld vor Gott erkannt haben, und im Namen Jesu Gott um Vergebung ihrer Schuld bitten, neues Leben von Gott erhalten.

Diese Erneuerung des Lebens beschreibt Gott, mit dem Bild eines erneuerten Herzens, wenn er sagt:

„Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Innerstes geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben“ – Hesekiel 36,26

Wir erhalten ein neues Herz, das heißt eine innere Einstellung und Überzeugung, dass wir nur in der Beziehung zu Gott wahre Freude und echten Frieden finden.

Der Apostel Paulus hat den Prozess dieser Bekehrung wie folgt beschrieben:

„Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen; etwas ganz Neues hat begonnen!“ – 2. Korinther 5,17

Das Evangelium erwartet eine persönliche Antwort

Aus dem bisher Gesagtem sollte nun deutlich sein, dass man dem Evangelium nicht neutral gegenüberstehen kann. Man kann es nur annehmen oder ablehnen. Dazwischen gibt es nichts.

Das Evangelium fordert Sie zu einer Entscheidung auf, Gottes Beurteilung über Ihr Leben anzuerkennen und im Namen Jesu Buße über Ihr bisheriges Leben zu tun. Das Evangelium fordert Sie auf, Ihr Vertrauen auf Jesus Christus zu setzen und Gott um das neue Leben zu bitten, das Er verheißen hat zu geben.

Jesus Christus spricht:

„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben“ – Johannes 10,10

Vielleicht wirkt der Geist Gottes nun an Ihrem Herzen und führt Sie zu der Erkenntnis, dass Sie an Christus glauben und Gott um dieses neue Leben bitten müssen.

Vielleicht war das auch alles zu neu für Sie und es ergeben sich weitere Fragen.

In beiden Fällen würden wir uns freuen, von Ihnen zu hören. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren: Kontakt.

Gott segne Sie.

Das Team der Herold-Mission.